Bücherfreund: Chirac in der Nationalbibliothek

Internet

Geist gegen Google

Gemeinsam gegen die Dampfwalze: Die Pläne von Google, durch massenhafte Digitalisierung eine virtuelle Weltbibliothek zu erschaffen, haben die Europäer alarmiert. Sie wollen mit einem eigenen Projekt dagegenhalten.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. März 2006 13:52

Nennen wir es brachial einfach mal: kulturelle Vielfalt

gisbert heimes (gisbert4)

Ob meine 'Vorschreiber' sich über den Weg der Evolution so im klaren sind, daß sie zum Beispiel einer einheitlichen Sprache für die Europäer das Wort reden? Neben, über oder unter der Muttersprache, ach so. Dann ist gut.

Komisch, die Biologen warnen vor dem Artensterben, aber die kulturelle Vielfalt erscheint uns in einer google'schen Weltbibliothik am besten gewährleistet...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. März 2006 02:23

Europa hat keine Chance

Thorsten Pattberg (PhillipPaux)

Mein Vorgaenger erwaehnte JSTOR. Dieses gibt es auch in China. Kein Mensch ist in eine Europaeische Datenbank interessiert. Das Wissen der Welt ist nicht Deutsch oder Franzoesisch, leider. Wir koennten alle hochgehen und es wuerde der Erde nichts abgehen. Die einzige Hoffnung ist in der Tat ein vereintes Europa mit einer einzigen Sprache: Englisch. Das kriegen wir in die Koepfe der Leute natuerlich nicht rein. Aber wir haben die paar 700.000 Kinder, die dieses Jahr neugeboren worden sind. Den koennten wir die Realitaet behutsam beigringen: Rettet die Kinder!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. März 2006 00:56

Europa weiterhin zweitklassig

Martin Steinwand (Steinwand1)

Die Reaktion europäischer Bibliotheken auf das Vorhaben Googles beweist vor allem Eines: Staatlichen Bürokratien liegt in erster Linie der eigene Fortbestand am Herzen, nicht der Nutzengewinn des Bürgers. Es ist bespielsweise kein Zufall, dass im deutschen Sprachraum kein einheitliches Online-Archiv für wissenschaftliche Zeitschriften existiert. Jedes Bundesland betreibt eine eigene Zentralbibliothek. Deren Bibliothekare besitzen wenig Interesse, ihre Macht und Daseinsberechtigung als staatlich bestellte Hüter des Wissens zu verlieren, und eine benutzerfreudliche zentrale Lösung zu finden. Als Resultat bleibt Deutschland als Wissenschaftsstandort weiter auf der Strecke. Mit "JSTOR" hingegen können amerikanische und britische Studenten und Forscher schon seit Jahren auf ein einheitliches Online-Archiv zugreifen. Betrieben wird JSTOR von einem gemeinnützigen Verein, in privater Regie, natürlich.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
08. März 2006 21:40

"System von wissenschaftlichen Beiraeten"

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Es war von vornherein klar, dass Europa, allen voran Frankreich, auf diese simple und praktische amerikanische Idee mit einem "feinveraestelten buerokratischen Kunstwerk" reagieren wuerde. Was der hoffnungslos buerokratisierte "Europarat" in der internationalen Politik verkoerpert, dem entspraeche dann auch das europaeische "System von wissenschaftlichen Beiraeten" gegenueber Googles simplem Plan. Warum amerikanisch einfach, wenn es auch europaeisch kompliziert geht?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 4 von 4 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche