Georg-Büchner-Preis für Mosebach

Ein „genialer Formspieler und Zeitkritiker“

27. Oktober 2007 Der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach ist am Samstag in Darmstadt mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung würdigte Mosebach („Der Mond und das Mädchen“) als einen Autor, der „stilistische Pracht mit urwüchsiger Erzählfreude verbindet und dabei ein humoristisches Geschichtsbewusstsein beweist“.

Er sei ein genialer „Formspieler auf allen Feldern der Literatur und nicht zuletzt ein Zeitkritiker von unbestechlicher Selbstständigkeit“. Die Auszeichnung ist mit 40.000 Euro dotiert und gilt als bedeutendster deutscher Literaturpreis.

Erste Liga der großen deutschen Erzähler

Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, Mosebach gehöre ohne Zweifel mit seinem vielfältigen Erzählwerk in die erste Liga der großen deutschen Erzähler. „Er hat in seinen Büchern die Fülle und Differenzierungsmöglichkeiten unserer Sprache - bis hin zu aus der Mode gekommenen Wörtern und Wendungen - mit Meisterschaft gepflegt und zu großem künstlerischen Ausdruck gebracht.“

Die Laudatio hielt der deutsch-iranische Schriftsteller und Publizist Navid Kermani. Mit dem Georg-Büchner-Preis ehrt die Akademie jährlich deutschsprachige Schriftsteller und Dichter, die „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“.

Neben dem Büchner-Preis verlieh die Akademie zwei mit jeweils 12.500 Euro dotierte Auszeichnungen. Den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa erhielt der Naturwissenschaftler Josef H. Reichholf. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ging an den Theaterkritiker Günther Rühle.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

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