Vom wärmenden Sozialstaat alleingelassen

Die Dreißigjährigen

„Sandwich-Generation“ klingt netter als „Reformverlierer“

Aus Glückskindern wurden Reformverlierer: Die Generation der heute Dreißigjährigen erwartete früher alles vom Staat - und erhofft heute nichts mehr von ihm. Dennoch bleiben Proteste gegen die Sozialreformen in Deutschland aus. Warum?

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Mai 2006 22:28

Endlich wach geworden?

Stefan Biernacki (Harry.Haller)

Das worüber hier diskutiert wird, war schon lange bekannt. Aber darum gekümmert hat sich keiner, denn die Politiker werdens schon richten, das war die Maxime.
Doch die Politik war keineswegs bereit, dem gemeinen Bürger notwendige und unabdingbare Reformen aufzubürden, gefährdete dies doch seinen Wahlerfolg, was ja das oberste Ziel eines Berufspolitiker ist und sein muss.
Einfacher war es doch, Geld, welches nicht vorhanden war, zu verteilen, für Leistungen, die nicht zwingend notwendig waren. So entstand ein Teufelskreis, aus dem auszubrechen sich kein Politiker traute und den die Bevölkerung erst jetzt erkannt hat, als es schon zu spät war, dieses System durch Veränderungen, zwar eingeschränkt, aber dennoch zu retten.
Wer sich jetzt darüber mokiert, das das soziale Sicherungssystem so radikal verändert wird, muss wissen, das es schon lange ein krankes und unfinanzierbares System war, das nur noch auf dem letzten Loch pfeift.

Überhaupt nicht verstehen kann ich, das sich die über 30-jährigen als ein sogenannte Reformverlierer-Generation ansehen. Diese Generation lebte doch wie im Schlaraffenland, es hat ihr an nichts gefehlt. Ihr wird nur etwas, worauf sie sich bis jetzt verlassen konnte genommen und sie kann schon auf eigenen Beinen stehen ohne auf den Sozialstaat angewiesen zu sein . Doch Kinder und Jugendliche müssen ohne Sozialstaat aufwachsen und werden später trotzdem finanziell erheblich zu diesem System beitragen müssen, ohne in den Genuß desselben zu kommen.

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21. April 2006 10:23

nichts gewusst haben

Rainer Mächler (wozu)

Es sollte niemand mit Schulbildung sagen: " Er habe von nichts gewusst. " Wäre nur peinlich.

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21. April 2006 10:10

Verlierer sind wir ?

Rainer Mächler (wozu)

Auch in unserer Generation gibt es Systemgewinner. Ja auch Verlierer im Sinne der Umlage.
Wer ist dann WIR ?
In diesem System werden Eltern über den Tisch gezogen, die Trennlinie geht nicht nach Geburtsjahr.
Kinderlose können auch gut vorsorgen. Wenn nicht die, wer dann ? Wer es trotzdem nicht schafft, sollte einen Finanzkurs besuchen und seine Lebenshaltung überprüfen. Zum Beispiel am Samstagmorgen beim Herrn Looman.

Sie schreiben: " heutige Rentner sind schließlich unsere Eltern und Großeltern" . Mit den Logema Plättchen habe ich etwas über Schnittmengen gelernt. Was ist mit kinderlosen Rentnern ? Wer ist hier mein WIR ?

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21. April 2006 09:46

Kaum sorglos ?

Rainer Mächler (wozu)

Ich erinnere mich nicht gerne an die 80ger. Komme auch aus einer behüteten Vorstadtfamilie, habe mich aber nicht sicher gefühlt. Wir haben Global 2000 gelesen, über Öl und AKW diskutiert, Jutetasche, Waldsterben, Tschernobyl. Endlos von Auschwitz gehört, deshalb zur Bundeswehr gegangen und für die Abschreckung den Overkill akzeptiert. Homo homini lupus. Angst gehabt. Was tun, wenn es knallt ? Was solls, wir werden alle brennen. " Day after " wollte ich nicht im Kino sehen.
In der Grundschule gab es noch die heile Welt, aber schon die Gymnasien waren nicht auf unsere Jahrgangsstärken eingestellt. Klassenstärke 45, Samstagsunterricht, Nachmittagsunterricht. IHR SEID VIEL ZUVIELE . Den Satz nie gehört ? WIR BRAUCHEN EUCH NICHT !

89 die Wende: es muss nicht immer alles zwangsläufig schlimmer werden.

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06. April 2006 17:21

Wärmender Sozialstaat?

Ludwig Wenzel (ludwen)

"Wärmender Sozialstaat"
diese Unterschrift klingt spöttisch. Wie unfrei ist eine Gesellschaft, deren junge Erwachsene sich vor der Elternschaft fürchten (müssen?). Wie unfrei sind Arbeitnehmer, die das, was sie verdienen, nicht behalten dürfen sondern abzugeben haben an den Staat, damit diesem der 'wärmende Brennstoff' nicht ausgeht. Wie unfrei ist ein Politiker, der sich über einen Wahlsieg freut, den ihm der größte Teil der potentiellen Wähler doch verweigert hat durch Fernbleiben von der Wahl. Wo Freiheit schwindet, verlieren wir auch Mut zur Verantwortung.

Eine junge Generation sieht alt aus, wenn sie von den Alten im Stich gelassen wird. ISt das wirklich passiert? Unrecht beginnt bei der unzulässigen Verallgemeinerung. Die Gesellschaft ist so differenziert - neben der hohen Zahl junger Menschen mit gewünschter Kinderlosigkeit leben noch viele etwas Ältere, die ihre Kinder dankbar annehmen und sie mit OPtimismus erziehen. Nehmen wir uns die Freiheit und feiern die, die mathematisch die Looser sind und dennoch der Zukunft ein Gesicht geben und nicht frieren, nur weil der Staat pleite ist. M-Th.Wenzel

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28. März 2006 22:04

Sandwich Generation

Jens Scheele (piami)

Dreißig Jahre alt, fest und erfolgreich im Berufsleben verankernd, fiel mir dieser Artikel eher beiläufig ins Auge. Wahrscheinlich auch, weil ich mittlerweile auf alles anspringe, was mit der magischen Durchbrechung des 30sten Lebensalters zusammenhängt. Aber selten, oder besser noch nie, hat mich ein Artikel dermaßen in seinen Bann gezogen. Mit immerwährendem bejahendem Kopfnicken las ich über ein Thema, welches mir bislang in seiner Tragweite so nicht bewusst war.

Als Gegner jeglicher revolutionärer Bewegung in einem scheinbar funktionierenden Wohlstandsstaat, schloss ich die Augen vor allem Kritischen und begegnete jenen Opportunisten, die alles in Frage stellen und sich über alles beschweren, mit Abneigung.

Doch ist es das Los unserer Generation, sofern willig zu arbeiten und seinen Beitrag zum Sozialwohl beizutragen, bestraft zu werden?

Definitiv haben wir vor allem alles – nur keine Planungssicherheit! Ich mache mir vom ersten Tag der Geburt meiner Tochter Gedanken über ihre spätere Altersvorsorge. Wird sie vielleicht einmal damit meine Pflege bezahlen? Haben wir überhaupt eine Chance, einen entspannten Lebensabend zu genießen?
Ich werde, stellvertretend für meine Generation, weiter daran arbeiten. Ich werde auch die Hoffnung, die einst die „Glückskinder jener traumverlorenen Republik“ innehatten, auf einen Staat, der das Beste für seine Bürger und vor allem Wähler im Sinn hat, nicht aufgeben.

Aber das nächste Mal gehe ich mit auf die Strasse!

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28. März 2006 15:29

Spaniensicht

Dietmar Nix (d.nix)

Zitate U.v.Wuthenau:
>Wer natürlich ein Anfangsgehalt von 100.000 €, 20 Stunden Woche,
Solche Daten erwarten KEINEN bundesdt. Berufsanfänger, weder heute noch vor 20 Jahren und das weiß auch jeder - der nicht in Spanien lebt.

>zu erwartende Rente gleich doppeltes Bruttoeinkommen
Wer denkt so? Vielleicht in Spanien, aber niemand hier! Ich bekäme als promov. Akademiker nach 30 Berufsjahren jetzigen Konzepts wenig mehr als den Sozialhilfesatz. Den Arbeitskollegen im letzten Job (die meisten promov.) ergeht es ebenso.

>der mündige Bürger sorgt für sich selbst, in Spanien funktionierts.
Ich habe lange auf den Zauberer gewartet, der mir erklärt, wie ich zwei Renten finanzieren soll, wenn schon mein "besserverdienendes Einkommen" nicht für eine Miete am Arbeitsort reicht oder für den Erhalt eines Wagens anstelle zu teurer öffentlicher Verkehrsmittel. Bürger können für sich selbst vorsorgen, wenn man ihnen nicht zugleich die Taschen leert.

>Wer sich auf den Staat verlässt war immer schon selbst schuld.
Dieser Staat läßt einem keine Wahl. Viele würden allzugerne sofort aus dem Rentensystem aussteigen, sogar auf die bisherigen Beitragszahlungen verzichten, wenn sie nur ab jetzt von der Dummensteuer befreit wären.

>Wenn unsere Generation nichts tut als Jammern, Nichtwählen, sozialneiden ...
Wenn unsere Denker nichts anderes können, als aus dem Ausland Probleme schönzureden ohne Kenntnis der Realität, dann wissen wir, wie es zur jetzigen Lage gekommen ist.

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28. März 2006 14:23

Emigration

Ben Hur (titopoli)

Ganz simpel:

Stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis nicht, kommt ein Deal oder Vertrag nicht zustande. Auch der Generationenvertrag nicht. Eine der beiden Seiten macht halt nicht mehr mit. In diesem Fall derjenige, der die Leistung erbringen muß. Er protestiert diesmal nicht, er verweigert sie durch:

a) Innere Emigration: "mach ich nicht auch noch", "lohnt sich doch nicht", "bleib ich doch lieber zuhause", "keine Lust mehr" oder

b) Äußere Emigration: Auswandern, Outsourcen, Verlagern.

Anders als bei den gewerkschaftlich organisierten Leistungsverweigerungen (Streik) geschehen diese Emigrationen völlig unspektulär, lange unbemerkt, aber schwer umkehrbar.

So war das schon in der DDR, die daran gescheitert ist, daß sie den Aktiven, Leistungsfähigen, Leistungsbereiten kein attraktives Angebot machen konnte und trotz aller Machtmittel nicht in der Lage war, ihre Talente zu halten. Es war simples Marktgeschehen - auch im Kommunismus. So wird es auch hier sein.

Die "Sandwich-Generation" wird sich auf ihre Weise wehren. Was soll der Protest? Erfolgshorizont: 10 Jahre – zu spät für das Individuum, das Einzelschicksal. Völlig undogmatisch läßt sich individuell der gleiche Erfolg sofort erziehlen: Die Welt ist ja so offen. Arbeit gibts zuhauf, Risikokapital immer.

Provokant, deswegen aber nicht falsch! http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn?page=all

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28. März 2006 14:17

Menschen kosten doch nur Geld, das gar nicht weg ist!

Konstantin Schneider (bundesboy)

Schön und gut könnte man jetzt sagen. Das System ist also unzuverlässig und wird dann wahrscheinlich auch demnächst zusammenbrechen, bei dem "Minimum" von dem wir derzeit ausgehen, dass wir davon in Zukunft zu leben gezwungen seien.

Mit ein bisschen mehr "Mumm als nur Mini", würde allerdings die Sache doch recht übersichtlich werden und wäre auch einfach zu lösen.

Der lange Marsch der Besserverdiener in das "Renten-Nirvana" muss nur endlich gestoppt werden, damit die Einsicht zu so einfachen Lebensweisheiten, dass Menschen nun einmal Geld kosten, jedem begreifbar wird.
Wer "reich ins Heim" will, dem soll ruhig einmal vorgerechnet werden dürfen, was das für die anderen bedeutet.

Die alte Losung von Niklas Luhmann, das Geld sei nicht weg, sondern nur woanders, stimmt jedenfalls so nicht mehr.

Denn das Geld ist da, nur die Kultur des richtigen Umgangs damit noch nicht vorhanden. In einem Zeitalter, in dem die heraufziehenden Probleme von einigen wenigen "Hellsehern" dazu benutzt werden, die "PISA-Piefkes" in Angst und Schrecken zu versetzen, ist eine gründliche Diskussion über die "Komfort-Welt" in zwanzig bis dreissig Jahren dringend erforderlich.

Wenn Globalisierung bedeutet, dass noch mehr Arbeit auswandert und Deutschland nur noch von Methusalems bevölkert ist, dann alerdings müssen einfach Generationen von Menschen so ziemlich alles falsch gemacht haben, nur um mächtig auf Kosten der anderen zu leben.

Aber dagegen kann man doch was machen, oder?

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28. März 2006 12:24

Danke!

Erol Bilecen (Bilecen)

Vielen Dank für diesen zutreffenden Beitrag! Er war schon längstens überfällig.
Positiv finde ich auch das Feedback hier. Hier noch Anmerkungen von mir.
Die Argumentation von Herrn Raffelhüschen greift m.E. zu kurz, denn die Sandwichgeneration hat sich entsprechend der Rahmenbedingungen verhalten, die von der vorhergehenden(!) Generation gesetzt worden sind. Dabei wurde die Möglichkeit einer solchen (zu erwartenden) Verhaltensänderung schlichtweg negiert. Und dies obwohl es unter Demographen eine Binsenweisheit ist, dass mit steigendem Einkommen die Anzahl Kinder sinken. D.h. so leicht können sich die zukünftigen Rentner auch nicht aus der Verantwortung stehlen.
Die jetzige grosse Koalition ist leider nichts anderes als ein Bündnis genau der Ideologien, welche die ganze Misere eigentlich zu verantworten haben. Es wäre wohl ein Wunder, wenn sich jetzt plötzlich genau deren Repräsentaten dazu durchringen könnten, in Anerkennung einfachster ökonomischer Sachverhalte nun die bittere bittere Medizin auszuteilen. Leider haben wir in D nicht nur 30 Mio Bundestrainer, sondern auch 60 Mio. Vulgärökonomen. Wenn ich nur das Wort "Bürgerversicherung" höre, wird mir schon schlecht!
Dass die Wahlbeteiligung am Wochenende so schlecht war, dürfte wohl einfach zu erklären sein: Es standen nur Pest oder Cholera zur Auswahl. Echte, zukunftsgerichtete Alternativen standen nicht zur Verfügung. Echte Einschnitte wie im Falle Neuseelands sind vor einem Staatsbankrott leider nicht zu erwarten.

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28. März 2006 11:33

@ Benjamin Joseph

Andreas Seidl (ASeidl)

Benjamin,

sie haben einen entscheidenden Punkt getroffen.

T. Waigel hat unlängst im Fernsehen gesagt, man hätte die Finanzierung der Einheit auf drei Säulen gestellt:

- Steuern (Soli)
- Sozialvericherung - GKV, Rente, Arbeitslosenversicherung
- die dritte ist mir entfallen

Sie haben also richtig erkannt.

Noch eine Anmerkung, die Sie sicher nachvollziehen können:

Als Teenager oder Zwanzigjähriger kümmert sich doch niemand wirklich um seine Rente. Man muß dreimal bis viermal so alt werden wie man ist, um das Rentenalter zu erreichen. Insofern haben Politiker hier leichtes Spiel, Politik zu Gunsten der Alten auf dem Rücken der Jungen zu machen.

Die Gerwerkschaften tun es ihnen gleich: siehe die Abschlüsse im öffentlichen Dienst (Hamburg), bei Daimler Chrysler etc.

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28. März 2006 10:54

Gehammer?

Dietmar Nix (d.nix)

H.J. Schmüser, Zitat:
"Jede Generation muss sich auch selber ihr Glück, ihren Wohlstand schaffen."

Ist völlig in Ordnung, mache ich - im AUSLAND!
Harte Jahre sind kein Problem, solange man auch
noch was hat vom Ertrag seiner Mühe. Wie soll
man sich denn selbst Glück und Wohlstand schaffen,
wenn der Ertrag der Mühe sofort abgezockt wird?
Das ist hier das Thema.

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28. März 2006 10:30

Affentheater & tote Hose

Dietmar Nix (d.nix)

Rente war als "Versicherung" angelegt. Eine Relation zwischen Einzahlung und Auszahlung war nie geplant. Insofern erhalten Rentner heute nicht mehr als zugesagt. Es kann aber nicht angehen, daß viele längst schon mehr aus der Rentenkasse herausholen als sie je eingezahlt haben bei fortdauernden Monatserträgen über 2.000 Euro netto, während ihre Arbeitnehmer-Finanziers bei Wochenstunden 40+ und langen ätzenden Fahrten (wir sind mobil) bei steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten gerade noch den Grundlebensbedarf decken können. Man wird darüber nachdenken müssen, heute "ausgezahlte" Rentner auf Grundrente zu setzen.

Aus meinem letzten Bankjob (IT) als "Besserverdienender" kamen bei 60 Stunden Wochenaufwand incl. Fahrt am Jahresende gerade noch 1.000 Euro heraus über den Grunderhalt ohne Urlaub und Kleidung. Das deckt nichtmal die Abschreibung für den verheizten Wagen bei 4 Stunden Fahrt arbeitstäglich durch Großstaus. Die Wohnungsmiete am Arbeitsort könnte ich mir nicht mehr leisten. In zwei Jobs davor war es ebenso. Und wenn ich noch Jahrzehnte so weitermachen würde, winken mir am Ende für alle Mühe 600 Euro Rente brutto.

Ich habe den Job letztes Jahr gekündigt, für dieses Konzept bin ich nicht doof genug. Habe mich aber beim Arbeitsamt im Ausland gemeldet. Da fühle ich mich regelrecht umworben und es gibt viele Angebote mit breitem Spektrum. Hier aber: nur Affentheater und tote Hose. Wem´s trotzdem noch gefällt kann gerne hierbleiben - viel Glück auch!

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28. März 2006 10:14

anmerkung

Benjamin Joseph (devold)

da ich zu der generation gehöre, die noch keine erfahrungen gemacht hat und die 80er im Sandkasten verbracht hat, würde ich gerne eine frage an die forumsteilnehmer stellen: die generation der heutigen dreißigjährigen erwartete früher alles vom staat, also als sie noch zwanzig waren, also ende der 80er, kann ich das so verstehen? dann waren die kassen auf einmal leer und sie können jetzt nichts mehr erwarten für die zukunft und zahlen aber fleißig ein, richtig? und die kassen sind leer weil (artikel): "wirtschaftliche, demographische und soziale lage - schwacher arbeitsmarkt, sinkende geburtenrate, steigende lebenserwartung." kann es sein, dass ein teil des wahren grundes viel einfacher ist? die einheit! der osten hat bis 1990 nichts in diese kassen eingezahlt, haben aber nach der wiedervereinigung anspruch auf rente, arbeitslosengeld, sozialhilfe usw gehabt, richtig? stichwort aussiedlerdeutsche! auch diese haben nie was eingezahlt, bevor sie zurück nach deutschladn kamen, haben aber gelder aus allen töpfen bekommen. und dabei möchte ich nur über die sozialkassen reden. ich glaube wenn wir noch über begrüsungsgeld und solidaritätszuschlag reden, können wir gleich ein buch schreiben. ich möchte hier keinen auf neunmalklug machen und bin mir auch nicht sicher ob ich das so pauschalisieren darf. ich habe mich lediglich gefragt ob vieles nicht auch mit der vereinigung zu tun hat - gerade deshalb weil kein politiker dieses thema zur ansprache bringt - logisch...

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28. März 2006 10:10

Wer es noch kann, wandert aus

Jan Plaß (yoann)

Der Beitrag trifft genau die Stimmung im Land. Jeder fühlt sich übervorteilt, alles ist mies um nicht zu sagen schh...
Aber die Behauptung, die 30 jährigen wären die behütetste Generation des Landes nach dem Krieg gewesen, stimmt einfach nicht. Schon in der Schule wurde uns eingebleut, dass man ohne vernünftige Ausbildung nichts wird in diesem Land. Ich würde sogar sagen, dass wir die erste Generation sind, die mit der Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg gross geworden ist.
Der Leistungsdruck war dementsprechend hoch und hat manches Opfer gefordert. Von den 68 Kommilitonen im Hauptstudium Chemie sind nur ca. 7 wirklich im Beruf angekommen. Bei den anderen spielten entweder die Nerven nicht mehr mit oder sie sahen keine Perspektive mehr. Die zu sehen war auch etwas schwer, weil die Einstellungsaktivität der Firmen praktisch kontinuierlich abgenommen hat.
Ich arbeite heute nicht in Deutschland sondern in der Schweiz und freue mich jeden Tag über meine Initiative aus Deutschland wegzugehen. Man hat in den letzten 10 Jahren begonnen die Bildungselite systematisch aus dem Land zu treiben (Ärzte, Ingeneure, Naturwissenschaftler..). Dafür ist interessanterweise auch die Industrie verantwortlich. Nun muss das Land sehen, was sie mit dem verbleibenden Rest noch anfangen kann. Vielleicht wird man eines Tages begreifen, dass die "Armen" die "Reichen" brauchen, damit es ihnen besser geht.

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28. März 2006 10:06

Nicht verzweifeln

Henric Birrong (hb950322)

Ein wunderbarer Beitrag, der jedem Menschen unserer Generation aus der Seele sprechen muß.

Nur eine neue Partei, unverkrustet, nicht lobbygebunden und mit gesundem Menschenverstand gesegnet wird die Situation verbessern.

Bis dahin meine Aufforderung: Verweigerung gegen diesen Staat und seine politischen Repräsentanten und konsequente Ausnutzung aller legalen und gewaltfreien illegalen Mittel zur stillen Opposition.

Die Wahlen vom Wochenende mit nie gekannten Wahlbeteiligungen von bis zu 44% herunter zeigen doch deutlich: Warum wählen gehen ? Ändern tut sich nichts. Ich war immer eine strikter Verfechter, das hart erkämpfte Wahlrecht wahrzunehmen, aber künftig werde ich jede Wahl strikt verweigern und hoffe, das die Beteiligung auf unter 25% absinkt.

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28. März 2006 09:47

So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen - Es ist soweit

Michael Brüggemann (bruegge1952)

diesen Titel und den Inhalt eines Buches von Hoimar von Ditfurth hätten alle Politiker einmal lesen sollen. Sie hätten gewusst wohin die Welt geht. 1985 erschienen, gab es alle Antworten zu den Problemen, welche jetzt da sind.
Vor allen Dingen wurde der Demographie breiten Raum gegeben und wie man die sozialen Sicherungssysteme daraufhin ausbaut.
Ich jedenfalls habe allen Glauben an die Politik verloren.
Kohl hat 16 Jahre nichts getan, Schröder/Fischer 8 Jahre alles vergeigt und Frau Merkel/Herr Müntefering werden auch nichts ausrichten ausser die Bürger weiter im Unklaren zu lassen.
Interessant nur, daß die Politiker die besten Altersrückstellungen besitzen - sollten sie doch etwas gewusst haben?

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28. März 2006 09:35

Reformverlierer

Bernhard Hülsmann-E. (BHE)

Danke für diese treffende Beschreibung der Zukunft.
Mit 43, also etwas über dreißig, sehe ich die Auswirkung der letzten 25 Jahre genau so. Deshalb sorge ich vor soweit ich kann. Die Versprechungen unserer 16 Jahre währenden Regierung unter Kohl,Weigel, Blüm habe ich nie geglaubt.
Das es uns zu gut ging ist sicher ein Grund das keiner auf die Strasse ging.
Mein Grund ist allergings die Ohnmacht gegenüber einem Regierungschef der Probleme mit kleineren Summen von Spendengeldern hatte. Es gab nicht einmal eine Verurteilung! Deshalb darf man Ihn auch nicht als vorbestraft bezeichnen.
Keiner verfolgt das weiter ? (Großes Schweigen!)
Was soll man von so einem Staat halten ?

Gruß
BHE

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28. März 2006 08:05

Sandwichgeneration (Teil1)

Markus Teuber (arathorn)

und einzustürzen droht.Welche Berufsausbildung sollten denn "unsere Kinder" aufnehmen,wenn es an Lehrstellen mangelt wie noch nie.Und sollten alle studieren wollen (müssen),so bliebe der Vorwurf der "Studentenschwemme",die nicht mehr oder nur mit kaum bezahlbaren Studiengebühren bewältigt werden könnte,mit Sicherheit nicht aus.Ach ja,und da bliebe am Schluß auch noch die Frage nach den nicht mehr vorhandenen Arbeitsplätzen.Hätten wir -Herr Raffelhüschen -denn wirklich nur Arbeitslose "produzieren" sollen ?

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28. März 2006 06:48

Realistische Einschätzung!

Martin Günter (Moddin)

Sehr geehrte Frau Schlegel

Herzlichen Glückwunsch zu einer äusserst gelungenen Gegenwartsbeschreibung! "Wir" müssen uns wohl Ihre schmerzenden aber richtigen Fragen gefallen lassen. Warum unternehmen wir nichts? Angesichts dessen, was da auf uns zukommt - wenn auch erst in einigen Jahren. Das MUSS jeder sehen können. Aber warum lassen wir uns das gefallen? Weil wir es nicht "gelernt" haben, damit umzugehen? Nein, das ist eine faule Ausrede. Wir sind alle erwachsen und mündig. In unserem Alter muss man so etwas nicht mehr lernen - man eignet es sich an und wendet es an. Und warum passiert dann trotzdem nichts? Für mich persönlich habe ich zumindest das Rentenproblem dadurch gelöst, dass ich im Ausland (Schweiz) arbeite, wo die Rente kapitalgedeckt und nicht umlagefinanziert ist. Wie schon mein "Vor-Kommentator" Herr Wellinger habe ich die Flucht nach vorne angetreten. Da ich aber noch in Deutschland lebe und wohne, sind nicht alle Probleme gelöst, die wir von älteren Generationen überwälzt bekommen haben. Wie löst man die Problematik des Berufspolitikertums, welche in ihren Auswüchsen dazu führt, dass die Wiederwahl und damit der schnelle Erfolg über Inhalten und Problemlösungen steht? Durch ehrenamtliche Tätigkeiten? Ich gebe zu, ich weiss es nicht.

Mit freundlichen Grüssen

Martin Günter

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28. März 2006 06:33

Resignation

Peter Milka (McDuff)

Es ist tatsächlich gelungen eine ganze Generation wie Schafe zur Schlachtbank zu führen. Das ist das politische Meisterstück unseres Jahrhunderts. Aber das ist wohl auch nur in einem Land wie Deutschland möglich wo vor lauter Resignation jegliches Aufmucken im Kein erstickt. Die einzige Konsequenz für jemanden der sich noch nicht damit abgefunden hat betrogen, belogen und bestohlen worden zu sein, ist das Verlassen dieses Landes solange es noch möglich ist.

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28. März 2006 03:16

die dreissigjaehrigen - der protest ist da!

Martin Stuermer (Pauline2806)

ihr beitrag vergisst eine wesentliche aussage: die aeltere generation hat zwar zu recht ansprueche, da auch dementsprechend was geschaffen wurde. allerdings sind die ansprueche hoeher als das erwirtschaftete (abgesehen davon, dass den 'dreissigjaehrigen' auch nur ein berg schulden hinterlassen wird). und inwieweit traegt man beruecksichtigung, dass es wegen der verfolgung der eigenen ziele es versaeumt wurde, die 'solidaritaet' mit anderen (und nicht nur seiner eigenen generation) zu leben. insofern wird zurecht gefragt wo der protest ist. der protest ist da, nur man nimmt ihn nicht wahr. mangelnde wahlbeteiligung ist noch die zahmste art des protestes. konkreter wird es, dass man geht. und zwar nicht an hamburg, duesseldorf oder muenchen. nein, nach hongkong, new york oder sydney. spinnerei, na dann schauen sie mal die aerzte und ingeneure an. ohne jemanden nahe zu treten, aber es geht nicht um den maurer um die ecke, sondern um moegliche zukunftsorientierte arbeitsplaetze. aber dafuer wird noch langfristig die braunkohle im ruhrpott subventioniert (welche generation profitiert davon eigentlich?). dieser protest ist nicht so laut wie in paris, aber es ist da und hinterlaesst seine spuren. vielleicht sollte man doch mal darueber nachdenken warum ein gruender von sap eine universitaet foerdert, diese aber im silicon valley ist. zu schwarz gemalt, ich hoffe, glaube es aber nicht, dafuer sind unsere erfahrungen zu zutreffend. by the way, wir wohnen zur zeit in san francisco.

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28. März 2006 01:49

Leider hat Blüm doch recht

Jürgen Weber (weberjn)

Leider hat Blüm recht, die gesetzliche Rente ist das am wenigsten schlechte System. Die kapitalgedeckte Rente ist letztlich auch ein Umlageverfahren-basiertes System: sie basiert darauf, daß wenn die Leute in Rente gehen wollen, noch jemand da ist, der die Immobilien und Aktien kaufen kann (vergl. Asset meltdown http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~E9782CC7EDC85413D907504162779A3ED~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

Und leider müssen die Rentenfonts hohe Gewinne erwirtschaften und treten dann als die berühmten Heuschrecken auf..

Ach ja, ich empfand die 80iger damals übrigens nicht als so golden, dafür war die Endzeitstimmung infolge atomarer Hochrüstung und Umweltverschmutzungsdiskussion doch zu stark. Objektiv sind diese Bedrohungen heute auch noch da, aber man kann es sich nicht mehr leisten, solche Luxusängste zu pflegen.

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28. März 2006 01:40

Maschinen kaufen keine Maschinen - die 80er

A. Ro-Nori (Steuerzahler)

Das was heute passiert hat sich nur durch den Mauerfall um ca. 10 Jahre nach hinten geschoben.

Es war schon in den 80er klar, dass unser Rentensystem nicht funktionieren wird, nur jeder wollte Blüml glauben.

Die gesamte Administration des Staates wollte sich von den Rentenzahlungen ernähren und natürlich auch die zahlenden Arbeitnehmer. Das war Adenauer schon bekannt, als die Rente eingeführt wurde.

Noch heute wird der Fehler gemacht, von einem unendlichen Wachstum zu träumen, das es einfach nicht gibt und die demographische Lüge kommt ins Spiel.

Der Aufschwung der 80er wurde auf Kosten der Renten- und Arbeitslosenvers. herbei gezaubert. Frührente ab 58, anstatt Abfindungen durch die Unternehmen und Überbrückungsgeld bis zur Rente aus der ALV, sollte den Schulabgängern einen Arbeitsplatz bringen, damit Ruhe herrscht.

Die Produktivität der Arbeitsplätze wurde immer weiter erhöht ohne eine Verlagerung der Beitragssätze auf die Leistungsträger vorzunehmen. Heute noch ruhen die Kosten auf den Schultern der immer weniger werdenden Arbeitnehmer und kein Ende ist in Sicht.

Nein der Spieß wird immer noch nicht gedreht, sondern jetzt stehen Kombilöhne zur Debatte.

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28. März 2006 00:29

Die Jungen arbeiten (wenn sie können), die Alten nicht

Paul Schächterle (paulimausi)

Unser Problem ist nicht die demografische Entwicklung.

Es mutet schon sehr absurd an, wenn unsere Politiker und Wirtschafts-"Experten" sich Sorgen machen, daß wir zu wenig Arbeitskräfte haben könnten, um die Alten zu versorgen. Immerhin sind über 5. Mio. Menschen erwerbslos.

Unser Problem ist nicht die umlagefinanzierte Rente.

Es ist immer so, daß die jungen, arbeitfähigen Menschen arbeiten (wenn sie nicht arbeitslos sind) und damit die Güter herstellen, welche die Alten konsumieren. Das ist beim Umlagesystem so, wie bei der kapitalgedeckten Rente.

Unser Problem ist die Erwerbslosigkeit.

Und die ist einer weltweit zu hohen Eigentumskonzentration geschuldet. Sinkende Löhne und sinkende Steuern für Reiche (das Credo aller "Reformen" bisher) werden sie nur weiter verschärfen. Auch wenn diese Maßnahmen im Wettkampf zwischen den Staaten einen Vorteil verschaffen.

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27. März 2006 23:03

loslassen?!

ch. buettner (kufediloar)

die Vokabel existiert immer noch nicht in der deutschen besitzstandswahrungs-versessenen Mentalitaet.
Ja wir "Sandwich kids" waeren egoistisch und schnell genug uns anzupassen, wieder aufzustehen und die Zukunft zu gestalten, nur ist das deutsche System in Politik und Wirtschaft ist viel zu knoechern um sich neu zu erfinden, da immer noch die "Alten" das sagen haben.

Die traurige Realitaet ist dass der Deutsche maximal ein bis zwei Jobs im Leben hat, ein viel zu teures Haus fuer die naechsten 5 Generationen baut und sich ueber 10 Euro Zuzahlung beim Hausarzt beschwert und lieber gegen 12 Minuten Mehrarbeit demonstriert als gegen Krieg.
Wie wuerde es aussehen wenn wir nur loslassen koennten, uns von der Familienburg trennen und eine neue Herausforderung aufnehen duerften? Warum keinen neuen Job annehmen, den wir nicht schon im Lebenslauf stehen haben, weil wir flexibel und gut genug sind? Ja das gibt es, wenn auch mit weniger sozialer Sicherheit, aber die haben wir "Sandwich kids" eh nicht mehr, also ganz weg damit! Her mit den opportunities und challenges!

Gruss aus Chicago

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27. März 2006 22:50

Voll im Kokon

Reinhard Schropp (witchdream)

Als 49-Jähriger gehöre ich wohl gerade noch zu dieser angeblich schlappen, labberigen Sandwich-Generation der "heute Dreißig- bis Fünfzigjährigen", für die die Autorin schreiben möchte.

Ja - Frau Kegel hat Recht - es gibt die angesprochenen Probleme.

Nein - ich fühle mich durch den Artikel trotzdem nicht vertreten. Nobbis Spruch von der "sischären Rändte" war schon vor zig Jahren ein running gag. Ich finde es mutig, sich heute darüber zu beschweren, daß man diesen Witz seinerzeit nicht erklärt bekommen hat.

Und ohne zynisch wirken zu wollen: Wer Arbeitslosigkeit als Auszeit geniessen möchte und unsichere Immobilien-Renditen als Schicksalsschlag empfindet, der lebt offenbar immer noch in einem Kokon.

Bitte aufwachen und den Wirtschaftsteil der FAZ lesen!

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27. März 2006 22:49

Pessimismus warum?

Jürgen Eck (jueck)

Die Gründe für eine dunkle Zukunft wirken doch so überzeugend...

Aber: Immer weniger Menschen können dank stets verbesserter Technologien immer größere Güterberge produzieren. Und das wird gottlob so weitergehen, technischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Genau darum leben die Menschen heute viel besser als zu Bismarcks Zeiten, obwohl es damals viel mehr Arbeitskräfte gab, länger gearbeitet wurde, die Menschen früher starben.

Offenbar muss später nur der große Güterberg so verteilt werden, dass alle was von ihm haben. Wenn nur noch Wenige gebraucht werden, aber viele Menschen da sind, wird es ohne Umverteilung und Staat nicht gehen. Der Pessimismus, wie er von Prof. Raffelhüschen verbreitet wird, soll nur der Versicherungswirtschaft Umsätze verschaffen; schließlich erhält er von ihr Geld, wie man aus seinem peinlichen Auftritt im letzten Monitor folgern konnte.

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27. März 2006 22:40

Identifizieren

Andreas Seidl (ASeidl)

kann ich ich mit dem Bilde, das von unserer Generation im Artikel gezeichnet wird, nicht.

Mitnichten, haben wir der Entwicklung apathisch zugesehen. Wir haben gegen die Nachrüstung protestiert, den Kriegsdienst verwiegert u.s.w.

Mir ist auch seit der Wiedervereinigung klar, daß der positive Kurs, den die BRD in den 80gern genommen hat, starke Schlagseite bekommt. Doch was war die Alternative? Scharpings Ergänzungsabgabe? Lafontain? Über letztere kann man heute nur noch schmunzeln.

Uns war aber auch klar, daß der Reformweg der letzten Legislaturperiode von Kohl richtig und notwendig war. Warum da nicht viel zu Stande kam liegt an der Verantwortungslosigkeit eines SPD Überläufers zu den Kommunisten, der auch nicht zögerte, die wenigen Reformpflänzchen zu zertreten.

Dann brauchte die Politik weitere 4 Jahre um zu lernen, daß es nicht anders geht.

Nur frage ich, was hätten wir tun sollen? Demonstrieren? - Der Vergleich mit Frankreich ist wohl falsch, denn dort geht es um die Verhinderung von Wandel. Wir wollen aber den Wandel. Übrigens: während meiner Studienzeit sind die Linken auch nach Wackersdorf gefahren! Schauen sie sich den Altersduchschnitt der Parlamente an: fast alle stehen kurz vor der Rente! - eine Konstante. Schauen sie sich die Christiansen- und Illnerrunden an und werten Sie Bewahrer und Veränderer anhand des Alters aus.

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27. März 2006 21:42

was ändert´s ?!

Dietmar Mohr-Schmidt (Diddl100)

Toller Beitrag von Fr. Kegel; es stimmt eigentlich alles.
Am meisten ärgert mich, dass solche Alt-Politiker wie Hr.Blüm immer noch mit ihren alten und falschen Thesen durch die Lande ziehen dürfen. Dass wir nicht auf die Strasse gehen liegt wohl erstens an unser Erziehung. Unsere Eltern gehören meist noch nicht zu den 68er, sondern tlw. aus den Jahren davor; da war man stolz auf das deutsche Nachkriegswunderwirtschaftssystem mit sozialer Sicherung und dualer Berufsausbildung; das Erstrebenswerteste überhaupt (weil angeblich "sicher") war eine Anstellung bei Post, Bahn oder Staat. Da kritisiert man nicht, und wenn nur am Stammtisch oder unter Freunden, aber man geht doch nicht auf die Strasse.

Zweitens würde ich uns in 3 Kategorien einteilen: die Meisten damit beschäftigt sich von Tag zu Tag zu hangeln in der jetzigen Phase, da es um die berufliche & familiäre Zukunft geht; wer in dieser Zeit nicht voll konzentriert dabei ist hat sich in unserer Jugendwahnzeit die Karriere verbaut, ab 40 ist der Zug meist abgefahren (da ist für Protest kein Freiraum, finanziell ändern würde er eh nix) - Einige schaffen es trotz des Streichens von Sozialleistungen sich immer noch in diesen, wenn auch löchrigeren Hängematte halbwegs gemütlich zu machen; so manche Tricks greifen immer noch, dazu noch etwas Schwarzarbeit und schon lebt´s sich auch ganz gut. - Bleibt noch die Erbengeneration, die von einem System, dass auf dem aktuellen Beitrag des Faktors Arbeit basiert, auch ganz gut lebt.

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27. März 2006 21:13

Ich, Mitglied der Sandwich-Generation

Stefanie Neubert (contactsteff)

Ich würde es ja schon ein wenig anders formulieren. Wir resignieren nicht und wir zucken auch nicht mit der Schulter. Wir tun, was man uns beigebracht hat. Egoistisch genug sind wir ja erzogen worden, um wenig bis keine Solidarität zu verspüren. Das Wissen, dass wir in einer Ellenbogen-Gesellschaft leben, in der man nur bekommt was man für sich vehement durchsetzt, wurde uns schon klar, als der ungeliebte Klassenkamerad in einem Ausdruck seiner freien Individualitätsenfaltung unsere Lieblings-Legobausteine mit dem Hammer zertrümmert hat und die Eltern das dann auch noch okay fanden. Selbst schuld, was passt man auf seinen Kram auch nicht besser auf!?
Wir sind eine Generation von Egoisten, nimm, was Du bekommen kannst und frage nicht lang. Der Überfluss der 80iger, ja den gab es wohl. Aber eben auch den Egoismus einer Wohlstandsgesellschaft und entgegen das begütigende Geschwaffel und väterliche Schulterklopfen mach eines Politikers das Wissen, dass das so nicht hinhauen kann. Sei es die Bildungspolitik oder die Sozialpolitik. Deshalb waren wir auch nur mittelmässig erschrocken, als die Worte "Private Rente" aufkamen. Wir wollten doch sowieso schon lange mit niemandem mehr teilen, sondern lieber für uns selber sorgen. Was kümmern uns auch die anderen? Wir sind eine desillusionierte Generation und ohne Mitgefühl. Wer es nicht schafft ist selber schuld.
Ganz schön traurig, oder?

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27. März 2006 19:04

Sandwich-Generation, Reformverlierer... aber keine Romantiker mehr

T. Wellinger (tomwell)

Liebe Sandra Kegel,

es stimmt ganz und gar nicht, dass bei uns die Proteste ausbleiben! Nur finden sie in einer anderen, subtileren Art statt. Mögen die Franzosen noch auf die Straßen gehen und für ein System kämpfen, welches sich selbst der Realität beugen musste, ihre so traurig beschriebene Generation von Deutschen scheint sich der Zeit angepasst zu haben und protestiert mit den Füßen.
Wir wurden in den letzten Jahren als "Generation good-bye" oder "die moderne Auswanderwelle" beschrieben, wir sind der "Brain-Drain". Wir (Anfang 1980er) sind in einem Land aufgewachsen, dass nach der Wiedervereinigung nur noch jammern wollte - über das Ausscheiden im Viertelfinale 1994 gegen die Fußballmacht Bulgarien, über die miese Wirtschaftsdynamik, über 16 Jahre Helmut Kohl und seinen "die Renten sind sicher"-Minister, über Pisa, nahezu sämtliche Fußball-Großereignisse, mehr als 20 Prozent Arbeitslose in Ostdeutschland, ...
Was haben wir daraus gelernt: Nimm Dein Leben selbst in die Hand! Nun sitzen wir in den USA, Britannien, der Schweiz, Japan, ... überall, wo wir dies auch erfolgreich tun können.

Viele Grüße aus London

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27. März 2006 18:55

Wir verdienen es nicht besser

Markus Müller-Dott (mmd1965)

Wir, die Sandwich-Generation hätten uns schon vor 20 Jahren ob unserer düsteren Prognosen Gehör verschaffen müssen. Dies haben wir versäumt und nun werden wir mit der bitteren Wahrheit konfrontiert. Die Politiker aller Parteien haben uns verschaukelt und wir hatten damals nicht den geistigen Horizont, die Tragweite der Fehlentwicklungen zu sehen. Das ist bitter. Anders die Franzosen. Die junge Generation erteilt uns gerade eine Lektion in Sachen lebendiger Demokratie. Sie profitieren heute von einem umfassenderen Wissen, das sich in den letzten Jahren angesammelt hat. Selbstverständlich gibt dies kein Recht zu Vandalismus und sonstigen gewaltsamen Auswüchse der Demonstarnten.

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