Buchmesse-Gastland Katalonien

Das große Fremdeln

Mit Katalonien ist erstmals kein Land, sondern eine Region Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Aber es sieht so aus, als würden die katalanischen Autoren nur mit einer Nachwuchsmannschaft in Frankfurt antreten.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Juni 2007 10:59

Bitte nicht Äpfel mit Birnen verwechseln

Montserrat Varela (mvarela)

Der Autor hat Recht bezüglich der nationalistischen Vereinnahmung bei diesem Auftritt der katalanischen Kultur. Das ist sehr bedauenswert und sogar ärgerlich.
Aber eins scheint nicht klar zu sein: wer auf Spanisch schreibt, egal, woher er kommt und wo er wohnt, gehört zur Literatur auf SPANISCH und nicht der Literatur auf KATALANISCH. Conrad war Pole und gehört trotzdem der englischen Literatur, weil er nur auf Englisch veröffentlichte.
Ich kann nicht verstehen, dass die Aufregung, warum Goytisolo usw. nicht kommen, so groß ist. Er ist ein Schrifsteller der spanischen Literatur, nicht der katalanischen. Ein bißchen komplizierter sind Fälle wie Pàmies, aber das Problem beim ihm ist wahrscheinlich die Politisierung des Ereignisses. Es ist schade, dass der Ramon Llull diese Differenzierung nicht klar genug kommuniziert. Und es ist schade, dass der Autor, ein hervorragender Kenner Spaniens, auch Äpfel mit Birnen verwechselt. Ich glaube aber, dass die auf Spanisch geschriebene Literatur groß und bekannt genug ist. Sie wird kein Schaden nehmen, weil Autoren, die geographisch in Katalonien geboren wurden, aber auf Spanisch schreiben, in Frankfurt nicht repräsentiert sind.

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