@ Herrn Moysich - Ihr Vorschlag ist begrüssenswert, dürfte aber für Muslime nicht akzeptabel sein. Muslime stellen Koran und Scharia über jedes andere Recht. Siehe Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam. Z.B. steht dort: "All the rights and freedoms stipulated in this Declaration are subject to the Islamic Shari'ah". (siehe Wikipedia mit Links zu weiterführender Literatur)
Wenn 30 Teilnehmer mit unterschiedlichen Wertvorstellungen einen wahrhaft fruchtbaren Dialog führen und sich auf verbindliche Regeln für das Zusammenleben einigen wollen, dann bedarf es einer wirklich alle vereinigenden Grundlage. Und diese Grundlage kann somit nicht das Grundgesetz sein, der sich dann die Muslime anzupassen hätten, sondern nur die universell geltenden Menschenrechte.
Dies bedeutet z.B., dass der menschenrechtswidrige Absolutheitsanspruch (allein die einzig richtige und wahre Religion zu haben) sowohl beim Islam, wie beim Christentum (und ebenso Judentum) fallen gelassen werden muss; andernfalls ist kein friedliches Zusammenleben möglich. So wie der deutsche Staat richtigerweise totalitäre politische Gruppierungen bekämpft, sollte er genauso totalitäre weltanschauliche Organisationen zwingen, ihren maßlosen und absurden Anspruch zu relativieren! Der Staat könnte den Vertretern des Islams, Christen- und Judentums eine angemessene Frist setzen, in er sie offiziell auf ihre kriegerischen Absolutheitsansprüche verzichten, welche schon viele Millionen Tote auf allen Seiten gekostet haben. Andernfalls sollten deren Verkündigungsstätten (so genannte „Gotteshäuser“) geschlossen werden.
Die ganze - für mich befremdliche - Diskussion um einen "deutschen" Islam erinnert mich fatal an die Geschichte der "Deutschen Christen" Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Was soll das? Die Politik sollte gefälligst ihr schmutzigen Finger von der Religion lassen. Auch von der der Mohammedaner.
Was ich mich aber fragen muss: Wieso gibt es denn in Deutschland so viele verschieden Arten des Islam, die vorallem so stark ausgeprägt sind, im Gegensatz zu einem Islam, der sich mit seinem Wirkungsland verbindet? Kann es nicht sein, dass gerade diese Diskrepanz zu einer größeren Ablehnung unter der Bevölkerung führt? Und warum wird nicht konsequent versucht einen "deutschen Islam" in Dtld. aufzubauen??
mfG
Andreas Würz
Lieber Herr Zaimoglu,
Nach der Lektüre Ihres, aus gleichen Anlaß gegebenen Interviews in der "Islamischen Zeitung" könnte man vermuten, Sie empfänden die gesamte Islamkonferenz als äußerst 'eigenartig'. Noch überraschender war, daß der Eindruck entstand. Sie empfänden die mediale Deutung Ihrer Person als "säkulärer Intelektueller", geradezu als Denunziation. Aber wie erschreckte mich erst Ihre Aussage: "Es ist einfach nicht angebracht und geradezu taktlos auf einer Islamkonferenz, bei der es um das Anliegen der gläubigen Muslime geht, in diesem Zusammenhang nur von säkularen und liberalen Muslimen zu reden und immer wieder das Grundgesetz ins Spiel zu bringen (…) Und ich dachte wirklich, genau darum geht es!? Und halten Sie mich bitte nicht für einen verbohrten revanchistischen Ahnungslosen, auch ich lebe mitten in Kreuzberg und möchte nicht für das öffentliche Lesen z.b. der "Titanic" von irgend jemanden von der Seite angequatscht werden. Der Eindruck beim Vergleich beider Interviews entsteht: "Bleichgesicht reden mit gespaltener Zunge!" Sie wissen doch sicher sehr genau, wie schwierig es wäre, eine Frau mit vergleichbarer Biographie wie Ihrer, als "Autorin der Single-Generation" zu positionieren.
irretiert
Arne Grahm