
Zuweilen braucht es Zeit, um die Bedeutung in den historischen Dimensionen "richtig" zu sehen.
Die Aufgeregtheiten um den neuen Job des Exkanzlers gehören für mich dazu. In 10, 20 oder mehr Jahren ist es nur noch eine Fußnote. Mag es "richtig oder falsch sein" diesen Job anzunehmen, es wird sich nicht klären lassen, was, wann, wem bekannt war, insofern bleibt ein Beigeschmack ohne Zweifel. Herr Schröder war nicht der erste und bleibt nicht der letzte der den Versuchungen erliegt, aus dem früheren politischen Mandat Kapital zu schlagen. Dies ging und geht quer durch alle Parteien.
Deutschland braucht Energieimporte und zwar langfristig, insbesondere, da hierzulande im wesentlichen auf Steinkohle und noch/ oder wieder? auf Kernenergie gesetzt wird. Ich war 1988 ca. 50 km von Tschernobil entfernt mehrfach vor Ort zur Erichtung einer großen Fabrik. Wer dort war und die 20 km bis zur absoluten Sperrzone gefahren ist, sieht es etwas anders. Täglich mit Messgeräten das Essen prüfen, mit Messröhrchen am Körper rumlaufen macht nachdenklich. Ohne falsche Aufgeregtheiten haben wir unsere Arbeit erledigt, aber ..
Die Kosten für die Forschung, den Bau, den Betrieb und die nachhaltige Entsorgung solcher Anlagen sind ohne massive Subventionen nicht wirtschaftlich darstellbar. Mit entsprechenden Staatssubventionen sollten auch andere Energiegewinnungsformen eine Chance haben, zumal hier noch ein großer weltweiter Markt vorhanden ist.

Ich kann die negative Berichterstattung und die Hetzjagd auf Schröder nicht nachvollziehen. Die Erdgasleitung ist wichtig für unser Land. Die Bürgschaft ist ein normaler Vorgang. Einen bedeutendenten Politiker im Aufsichtsrat der Gasprom ist auch gut für unsere Interessen. Der Rest ist unnötige Aufregung und leider typisch für uns Deutsche.
Welches andere Land würde so reagieren?