Theater

Solidarität mit Peter Handke

Kollegen brechen eine Lanze für Handke

Kollegen brechen eine Lanze für Handke

03. Mai 2006 Schriftsteller und Filmemacher, darunter der Österreicher Michael Haneke und der Serbe Emir Kusturica, haben gegen die Absetzung eines Stückes von Peter Handke in Paris protestiert.

In einem am Mittwoch veröffentlichten „gemeinsamen Brief“ wenden sie sich gegen die Wiedereinsetzung „einer Art von Zensur“ in Frankreich, nachdem die Comédie Française Handkes „Das Spiel vom Fragen oder Die Reise ins sonore Land“ abgesetzt hatte. Dieser Schritt war damit begründet worden, daß Handke im März beim Begräbnis des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic eine Rede gehalten hatte (siehe auch: Peter Handke auf Milosevics Beerdigung).

Für die protestierenden Autoren und Regisseure ist es unwichtig, ob der österreichische Schriftsteller richtig oder falsch gehandelt habe, als er zu Milosevics Beerdigung fuhr. „Es geht darum zu wissen, ob diese Tatsache die Wiedereinsetzung einer Form von Zensur in Frankreich durch die Konformisten rechtfertigen kann oder nicht.“ Unterschrieben haben den Brief auch die österreichischen Schriftsteller Elfriede Jelinek, Robert Menasse, Josel Winkler sowie der Schweizer Paul Nizon.

Die Absetzung des Stückes sei nur das (vorläufige) Ergebnis einer schon jahrelangen „systematischen Ächtung“ Handkes wegen seiner Haltung zu den Serben. Die Unterzeichner nennen Peter Handkes Werk „beachtlich und wunderbar einzigartig“. Das Stück „Voyage au pays sonore ou l'art de la question“ des bei Paris lebenden Österreichers sollte im Januar und Februar 2007 an dem renommierten Theater aufgeführt werden.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP

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