Wieso hat ihn jemand "Schriftsteller" genannt? Ohne Not. Handke ist einer der "geschrieben hat", darauf kann man sich einigen. Aber schon früh war doch klar, dass nicht der Torwart oder Tormann "Angst" vor dem Elfmeter haben muss oder hat, sondern die Elfmeterschütze. Nur er kann versagen, sich blamieren, als Idiot dastehen. Deutsche Feuilltons brauchen nur so lange, bis sie zum Kern einer Sache oder einer Person vordringen. Das liegt nicht an der Person zumeist, das liegt an den Feuilletonisten. Selbst wenn sie mit angeflogenen Sätzen unter Beschuss genommen werden, glauben sie sich in der Rolle des Tormannes, der Angst haben müsste. Angst aber muss haben der, der angeflogene Worte und Sätze weiter fliegen lässt, zum Beispiel in Richtung Feuilleton. Als Feuilletonist kann man doch ganz gelassen abwarten, wohin die angeflogenen Gedanken und Sätze des Schützen Handke weiter fliegen. Und alles, was daneben geht, dass muss doch der Schütze wieder aufklauben. Nur er kann sich blamieren.
die drei vorhergehenden kommentare gefallen mir. besonders der hubert spiegel betreffende.
was dem interviewer mueller nicht auffiel, trotz recherche in der nzz, war das handke doch das geld nur zu einladung seiner hungerleidende gredos uebersetzer nach spanien brauchte. also deswegen hat sich die loeffler so sehr fuer ihn beim heine preis eingesetzt!
ich lese gerade die einfach wunderbare krishna winston uebersetzung des gredos/ bild verlust romans... [nach zwo mal der deutschen fassung], es wird noch so kommen, dass die deutschen sich nur in amerkanischer uebersetzung wieder erkennen.
Verbleichende Stars müssen sich durch Kontroversen immer wieder das Interesse der Presse erkämpfen.
Das ist durchaus nicht leicht, denn die Medien haben ein riesiges Angebot an News anzubieten. Ist man noch jung und attraktiv wie Paris Hilton, dann werden selbst die lächerlichsten Details prompt berichtet. Im Alter muss man schon zu Extremen greifen, wie Zsa Zsa Gabors Heirat mit dem eine Generation jüngeren Düsseldorfer Schwulen-Badehausbesitzer, der sich als "Herzog von Anhalt" ausgab.
wer ist der nörgelnste Kommentator im Land?"
Ach Herr Spiegel, warum hören Sie nicht einfach auf, Sachen zu kommentieren, die Sie nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Absichtsvoller Unfug? Wo finden Sie das denn? Spieler Handke? Eine verbrauchte Metapher (Peter Hamm nannte seinen Film über Handke danach).
Sie erkennen Handkes Ironie gar nicht, wenn er von der Bezahlung durch die Mafia spricht. Sie wissen nicht um seine rot-grün-Sehproblematik, wenn Sie das als interessant einschätzen und in Verbindung mit den so oft zitierten andersgelben Nudelnestern sehen (bzw. nicht sehen). Ihr Vergleich mit den Tennisspielern ist gequält und - mit Verlaub - dümmlich.
Sie mögen Handkes Literatur nicht. Das ist in Ordnung und Sie sollten dann zukünftig vielleicht (der Pluralität dieser Zeitung geschuldet) den Stab an jemand anderes weitergeben. Damit man als Leser nicht immer die selben Sprechblasen zu lesen bekommt. Es nervt langsam.
