Alles nicht so gemeint? Orhan Pamuk

Friedenspreisträger

Orhan Pamuk: Nie von „Genozid“ gesprochen

Der türkische Schriftsteller und diesjährige Friedenspreisträger Orhan Pamuk hat in einem Interview seine Äußerungen über die Ermordung von Kurden und Armeniern stark eingeschränkt.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. Oktober 2005 16:24

Die tuerkische Doppelmoral.Die Texte in Huriyet sind oft zum Kotzen.Kultur?Oder?

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Ic muss nun einige Formulierungen anwenden,die eigentlich meiner Uberzeugung widersprechen.Ich bin ein Befuerfworter der Verhandlungen mit der Tuerkei fuer ihre Mitgliedschaft in der EU.
Die Tuerken benehmen sich doch sehr eigenwillig. Eigenartig waere ja in Ordnung.Das tut jedes Volk.
Ich stamme aus Ungarn.Das ist auch hier zu erwaehnen.
Die Tuerken- also die Ubtertanen des Sultans- haben den groessten Teil Ungarn 150 beherscht.Das wird in Ungarn aehnlich bewertet,wie die Kolonialzeiten Grossbritanniens. Ein Sultan hat ein Denkmal in Ungarn.
Ma haegt also keinen Greuel gegeb die Tuerkei.Ich lese hier Zuschriften von Tuerken,die doch wohl schon lange im Westen leben.Die Inhalte enttaeuschen mich nicht nur.sie machen mich wuetend.Da werden unmoeglice Argumente vorgebracht,wenn es um die Verbrechen geht,die die Tuerken an anderen Voelkern begangen haben.Und noch begehen,wie an den Kurden und an Zyprus
Doe Logik sieht so aus;du hast meinen Vater geteotet,ich muss deinen Vater auch toeten.Dann sind wir quitt.
Du hast mir ein Abseitstor geschossen,ich muss das auch.
Das Prinzip des Rechts und der Gerechtigkeit wird so interpretiert
Das bewirkt aber,dass mit diesem Prinzip Auge um Auge, das Recht zur Fars wird.Man gleicht so die Sachen aus und dann kann man darueber nicht mehr reden.Wenn die Armenier etwas verbrochen haben,dann muss man das auch entsprechend bewerten.
Zyprus hat man ueberfallen um die Rechte der Tuerken
zu schuetzen.Den Kurden verweigern sie ihr Recht.

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23. Oktober 2005 01:45

Die beste Antwort auf diesen Beitrag gab Daniel Bax in der taz

Cem Özdemir (cozdemir)

taz Nr. 7800 vom 22.10.2005, Seite 21, 259 Zeilen (TAZ-Bericht), VON DANIEL BAX

Lektüre empfohlen!

Endlich wieder ein Grund taz zu lesen..

Mit freundlichen Grüßen
Cem Özdemir
Mitglied im Europaparlament

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21. Oktober 2005 23:29

Wer bekommt im "freien Westen" Preise?

Turgut Aslan (turgut_aslan)

Über die Ereignisse in den Jahren 1915/16 im untergehenden Vielvölkerstaat auf drei Kontinenten, dem Osmanischen Reich, kann man geteilter Meinung sein. Wenn man gerecht sein will, wird man nicht umhin kommen, auch über das Schicksal der Muslime zu sprechen im Zeitalter des Kolonialismus und des Imperialismus. Sonst wird man zwangsläufig nur "Genozide" an den Christen finden und erkennen, unabhängig davon, ob diese nun Griechen, Armenier, oder sonstiger ethnischer Herkunft sind. Es gibt jedenfalls genügend Historiker, die feststellen, dass vom dem sehr hohen Bevölkerungsschwund in dieser Zeit und in dieser Region die muslimische Bevölkerung überproportional betroffen war. Man vermeidet aber den Begriff "Genozid" in diesem Falle gerne, obwohl die Ursachen und Wirkungen dieselben sind wie bei den Christen auch.
Das alles ist Geschichte. Wie aber kommt man heute wahrscheinlicher einen Preis in der westlichen Welt? Klar, man muss eine sehr gute Leistung abgeben, aber das reicht nicht: Am besten, man bestätigt zusätzlich bestehende Vorurteile, Meinungen und einseitige Geschichtsinterpretationen. Und wenn es nicht klappt mit dem Preis? Dann muss man der Wahrheit wieder Tribut zollen. Es ist ein sehr trauriges Spiel das uns Orhan Pamuk abliefert.

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