Von Klaus Theweleit
25. April 2008 Als ich 1977 die Untersuchung zu den deutschen Freikorps beendete, die in den Jahren nach 1919 die deutschen Arbeiteraufstände niederschlugen und sich später selber als die ersten Soldaten des Dritten Reiches feierten, hatte ich keine Ahnung, welche Rolle das Buch - veröffentlicht unter dem Titel Männerphantasien - in der Geschlechterdiskussion unterm Zeichen des einsetzenden Feminismus spielen sollte. Etwas anderes wusste ich: Ich hatte etwas geliefert, was es bis dahin nicht gab, den Versuch, den Faschismus, den Nationalsozialismus, nicht als Ausgeburt einer fürchterlichen Ideologie zu beschreiben, sondern, ausgehend vom Mann-Frau-Verhältnis in der europäischen Geschichte, als eine gewalttätige Art und Weise, die Realität herzustellen: die politische mörderische Realität des faschistischen Gewaltstaats nicht als Folge von Ansichten, Ideen oder Industrie-Interessen, sondern als umgesetzten Ausdruck verheerender Körperzustände seiner Protagonisten - der faschistische Staat als Realitätsproduktion des Körpers des soldatischen Mannes.
Vielleicht die aufregendste deutschsprachige Publikation des Jahres 1977, schrieb Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein. Weniger enthusiasmiert war das Gros der deutschen Historiker. Historiker haben Vorbehalte gegen autobiographische Texte. Sie trauen Untersuchungen nicht, die vorwiegend die Affekte des historischen Personals untersuchen. Schon gar nicht trauen sie psychoanalytischen Zugängen; unter anderem, weil sie keine Ahnung von ihnen haben. Ihr schlechtes Gewissen kam dazu: Erneut kümmerte sich ein Fachfremder um ihre (versäumten) Aufgaben.
Männerphantasien als Vorbild
Von Historikern freundlicher aufgenommen wurde das Buch in den Vereinigten Staaten. Das liegt daran, dass in Universitäten viele Kinder jüdischer Eltern, die der Schoa nach Amerika entkamen, leben und lehren; junge Wissenschaftler, die darauf warteten, dass endlich jüngere Deutsche sich mit dem Nazismus ihrer Eltern auseinandersetzten. Womöglich kamen auf diesem Weg die Male Fantasies in die Hände von Jonathan Littell?
Als der Autor von Les Bienveillantes (Die Wohlgesinnten) im Herbst 2007 Kontakt mit mir aufnahm, hatte ich von seinem Roman gehört, ihn aber nicht gelesen; die deutsche Übersetzung sollte erst noch kommen. Jonathan Littell schickte mir ein Bild mit einem kleinen Text: ein Foto aus dem Jahr 1944; es zeigt den belgischen Faschisten Léon Degrelle mit dreien seiner Kinder bei einer Parade; alle mit ausgestrecktem Arm beim Hitlergruß. In der ersten Zeile des Texts entdecke ich meinen Namen - und verstehe im Weiteren, dass Littell Degrelles Buch La Campagne de Russie mit meinen Augen gelesen hat, das heißt mit den Kategorien, die ich in Männerphantasien für die Lektüre faschistischer Zusammenhänge entwickelt habe.
Ein Panzer gegen das Weiche
Ein Freund übersetzt mir Littells ganzen Text; ich bin beeindruckt. Jonathan Littells close reading von Degrelles Russland-Buch parallelisiert nicht nur meinen Umgang mit den Kriegsberichten, Tagebüchern und Autobiographien der deutschen Freikorps-Soldaten der frühen zwanziger Jahre; Littell findet auch - obwohl Degrelle zwanzig bis dreißig Jahre jünger ist als die deutschen Freikorpssoldaten und Protagonist einer anderen Kultur - bei ihm die fast genau gleichen Verhaltensweisen und Wortkomplexe, angeordnet um die panische Angst vor den Vermischungszuständen der Körperränder.
Schmutz, Schlamm, Sumpf, Schleim, Brei zur Bezeichnung des politisch anderen, des Kommunismus als rote Flut, die Angst vor allem Körperauflösenden, vor der erotischen Frau, dem sogenannten Flintenweib, gegen die der soldatische Mann die reine weiße Krankenschwester ins Feld führt, sowie das Aufragende der eigenen Existenz, seinen gehärteten, unauflösbaren Körperpanzer - alles findet sich entsprechend in der Sprache Degrelles. Littell ordnet diese Komplexe in Gegensatzmustern - das Harte gegen das Weiche et cetera -, wie ja auch der Titel seines Texts an Claude Levi-Strauss erinnert. In der Tat war es die Körperlichkeit des soldatischen Manns, auf die es mir ankam in den Männerphantasien: Versuch, die Funktionsweisen des faschistischen Terrors zu beschreiben.
Der Körper des soldatischen Mannes
Entscheidend: dass der muskulär-motorische Körperpanzer nicht bloß gegen das bedrohliche Außen errichtet wird, gegen das Gewimmel der Wirklichkeit, das verschlingende Weibliche oder das weltverkehrende schleimige Proletariat, sondern ebenso gegen das eigene Innen; gegen die Mischung von Blut und Exkrementen, mit der der von Fragmentierung bedrohte Körper des soldatischen Mannes sein eigenes Inneres angefüllt fürchtet. Die rote Flut kommt ebenso von innen wie von außen; sie kommt sogar stärker von innen. Auch gegen sie muss das faschistisch Heldische aufgerichtet, die unvergängliche Fahnenstange hochgehalten, der Arm bis in den Himmel gereckt werden, an dem der Führer den Versinkenden aus dem Morast erretten und in die Höhe ziehen kann. Im Einzelnen nachzulesen in Jonathan Littells Text - samt der Entwicklung der dazugehörigen Konzepte der spezifischen Ich-Struktur dieser Art Körperlichkeit, der Ich-Struktur des Nicht-zu-Ende-Geborenen.
Die unverhoffte Würdigung, die das Buch Männerphantasien im dreißigsten Jahr seines Lebens durch Jonathan Littells Studie zu Degrelle erfährt, freut mich natürlich. Auch weil ich sie als Bestätigung meiner Vermutung lese, dass es eine universelle Struktur des Körpers des soldatischen Mannes - also des politischen Faschisten - gibt; als ein Normalfall der Gewaltausübung anzutreffen zumindest in der eurasisch-amerikanischen, in der japanischen, in der islamischen Mann-Kultur.
Das Lachen der Folterer
Das stützt sich auf verschiedene Quellen: die Analyse von Folterern weltweit, die Kate Millett vorgelegt hat; die Berichte Rigoberta Menchùs von den Folteraktionen der Todesschwadronen in Guatemala; Mika Haritos-Fatouros Darstellung der Ausbildung der griechischen Militärpolizei unter der Militärdiktatur; auf die bekanntgewordenen Folterungen in den südamerikanischen Militärdiktaturen; auf die Berichte vom Verhalten der Wachmannschaften in nordamerikanischen Gefängnissen. Aber auch auf die Konstruktion des genießend folternden Faschisten in Pier Paolo Pasolinis Film Salò oder die 120 Tage von Sodom - zeitgleich entstanden mit den Männerphantasien.
Sie dringen darauf, einige der früheren Befunde zu erweitern beziehungsweise zu präzisieren. Stichworte: die männliche Selbstgeburt durch Tötung anderer. Das Gelächter des Folterers. Der Institutionenkörper. Die erlaubte Übertretung in göttliche Kriminalität. Die Sexualisierung der Gewalt. Die theatralische Ausstellung der Gewalt; das staging der Gewaltakte.
Versprechen des faschistischen Körpers
Rigoberta Menchú beschreibt, wie die Killer der Todesschwadronen das Mordtheater genießen. Wie sie sich selbst erleben als handelnden Teil einer übergeordneten Macht. Der Kern ihrer Aktion ist die erlaubte Übertretung ins Verbrecherische, die zugleich zur Schau gestellt wird. Das ist überhaupt das Zentralversprechen an den faschistischen Körper; sein Königsweg, zur psychischen Ganzheit zu gelangen. Diesen Moment feiert er mit Gelächter. Es ist Fiesta (in seinen eigenen Worten). Absorbiert vom eigenen Wachstum, vom Durchbruch in den neuen riesigen Körper der Macht, den er im Töten erhält: Körper einer männlichen Gewaltinstitution, die alles absegnet, die ihn erhebt für das, was er tut, ihn bezahlt, belohnt; ihm einen neuen, heilen Körper gibt.
Es geht nie nur um die Tötung, es geht auch um institutionalisierte Neugeburt. So waren die KZs für den Körper des Deutschen nicht nur als Vernichtungsfabriken angelegt. Es waren auch Großlabore, Versuchsstationen für die Geburt des kommenden arischen Herrschermenschen. Dieser sollte erstehen aus dem Tod der Juden. Die überlegene Energie alles Jüdischen sollte eingehen in den neuen deutschen Überleib. Ein Vorgehen, das nicht einfach dem Hass auf alles Jüdische entsprang, wie Daniel Jonah Goldhagen sehr oberflächlich entwickelt - und Jonathan Littell zutreffend kritisiert hat.
Lust als Gewalt
Es ist vielmehr ein fundamentaler Neid; Neid und Wut auf die Position des auserwählten Volkes, die der Deutsche als Arier selbstverständlich selber beanspruchte. Der Hitler-Staat war das übergeordnete Organisationsbüro dieser Selbstermächtigung: Erreichen der Körperganzheit im orgiastisch empfundenen erlaubten Mord an den Juden = neuer Mensch. Stärker noch als in den Männerphantasien würde ich weiter betonen, dass die Voraussetzung dieser Empfindung der Umbau der gesamten Sexualität vom Lustprinzip auf ein Schmerz- und Gewaltprinzip ist.
Die jungen Kerls der Wachmannschaften bei Rigoberta Menchú ficken sogar noch einen Körper, dem sie schon einige Glieder abgeschnitten haben. Ihre Sexualität ist so weit umgepolt, dass ihr Glied nur in Gewaltaktionen oder Gewaltphantasien überhaupt erregbar erscheint. Arbeit, Geburt, Sexualität leben alle in Umkehrungsformen in den psychisch verwüsteten und institutionell restrukturierten Gebieten des soldatischen Leibs. Arbeit ist ihnen die Unterdrückungsarbeit am eigenen Leib, (Selbst-)Geburt ist, wenn sie anderen das Leben nehmen, Sexualität ist die Ausübung von Gewalt unter Gelächter. Man sehe all die fröhlichen Gesichter auf den Fotos in Jonathan Littells Text. Der Faschist ist fröhlich, lachend, bubihaft stolz, ergriffen-erhaben (oder am Boden: in tiefster Depression).
Das höchste Glück des Funktionärs
Zum Fragment-Körper dieses Institutionenmanns gehört ein abruptes zwanghaftes An- und Abschalten von Haltungen und Wahrnehmungen. Er schaltet ein, er schaltet aus. Switch. Abspaltungen. Der eine Körper kommt, der andere geht. Zum nicht endenden Erstaunen der anderen: Ist der noch derselbe Typ? Nein, das ist nicht derselbe Typ. Der individuelle Körper, der teilanästhesierte Körper, der gehorchende wie der übertretende, leben im soldatisierten Männerleib unintegriert nebeneinander, übergangslos, umschaltbar. Der Realitätsproduzent Faschist ist ein institutionelles Gestenrepertoire mit Umschaltvorrichtung. Glück entsteht und besteht darin, dass er den Anforderungen genügt und entsprechend funktioniert.
So sehe ich Eichmann funktionieren. Ideologisch braucht er dafür tatsächlich kein Antisemit zu sein, wie Jonathan Littell bemerkt. Er ist ein funktionaler Antisemit: Die da sollen weg!, und Eichmann organisiert das. Das reicht. Das ist aber weder kalt noch banal, wie Hannah Arendt glaubte. Das ist höchstes Glück dieses Funktionärs. Exterminator ist er dadurch, dass er kein anderes Gefühl seiner selbst braucht. Solange man ihn machen lässt, ist er wunschlos glücklich. Und ein glühender Nazi - wie ich in Rony Braumans und Eyal Sivans vorzüglichem Eichmann-Film Ein Spezialist zu erkennen glaube. Himmlers Endlösungswahn störte Eichmanns Balance mit seiner Arbeit: alles Jüdische aus dem deutschen Volkskörper möglichst reibungslos zu entfernen. Während Himmlers Lust die Ausrottung ist. Die Mehrzahl der Deutschen befand sich emotional zwischen diesen Polen; mit einem größeren Anteil auf der Seite Himmlers, soweit ich das nach meiner Kenntnis der Nachkriegsdeutschen, also der Elterngeneration, sagen kann.
Der gutherzige Rassist
Mein Vater, ein guter Eisenbahn-Büromensch, fand, man habe ein paar zu viele von ihnen umgebracht. Ausgedrückt ohne Emotion. Gefühle, also die Tränen, kamen ihm, wenn erzählt wurde, wie russische Partisanen aus dem Hinterhalt gute deutsche Soldaten erschossen. Im Interview mit Jesús Ruiz Mantilla sagt Jonathan Littell: Es kommt mir nach wie vor merkwürdig vor, dass in den Köpfen der Mörder dennoch Platz ist, ihre Kinder zu lieben, ihre Familie - und dann foltern sie wieder ihresgleichen und die Kinder ihresgleichen. Dies Rätsel ist einer der Hauptantriebe für mich gewesen, fünf Jahre in die Abgründe des deutschen faschistischen Schrifttums zu tauchen.
Aufgezogen von gemäßigten Antisemiten und wilden Russenhassern, die zugleich ihre Lebenskraft in die Fürsorge für sechs Kinder steckten, auf allen Luxus, Komfort und Urlaubsreisen verzichteten, sich kaum etwas gönnten, mit Ausnahme der großen Familienfeste; die auch nicht einfach bösartig waren; nein, sie kümmerten sich, die Mutter sang bei der Alltagsarbeit das gesamte deutsche Liedrepertoire vor sich her, gutherzig. Aber für das Jüdische war kein Teil dieses guten Herzens zu erwärmen, auch lange nach dem Krieg nicht. Was für Wahnsinnige! Wie konnte man leben, ohne annähernd zu ergründen, wie solche Körper, wie solche Psychophysis tatsächlich funktionierte? Leben als deren Ableger? Und was davon steckte, bitte schön, in einem selbst? Mir ist bis heute unverständlich, warum nicht alle Kinder meiner Generation mehr oder weniger Psychoanalytiker wurden.
Hand am Hosenschlitz
Am Vater und seiner Umgebung hatte ich gesehen, dass sie ideologisch keine Nazis waren, intellektuell nicht fähig, den Nazi-Schrott herzubeten oder gar zu verteidigen. Sie waren körperlich Nazis; Teile ihrer Körperlichkeit verlangten die Auslöschung anderer, anderen abweichenden Lebens. Zu dem man in Momenten der cholerischen Gewaltausbrüche der erziehenden Erwachsenen selber gehören konnte - selber unter der Todesdrohung. Und immer redeten sie von ihrer überlegenen Kultur. Wie ging das zu?
Als sich beim Forschen herausstellte, dass Freuds Antworten zur Ergründung des Vernichtungszwangs bei ihnen und ihrer Killergeneration nicht hinreichten, musste weitergesucht werden, unter anderem mit bedeutender Hilfe der französischen Antipsychiatrie, Deleuze, Guattari. Jonathan Littell nennt die weiteren Namen in seinem Text. Ich würde heute Pasolini stärker beteiligen. Pasolini zieht in seinem letzten Film eine Linie von den Gewalttätern des biblischen Sodom über die Antike zu den Folterern in Dantes Höllenkapiteln, zu de Sades Folter-Libertins, über die deutsche SS zum modernen italienischen Kolonialismus-Soldatismus der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts und sieht in ihnen jeweils Konfigurationen des Gleichen: des höhnisch lachenden Universalfaschisten, Hand am Hosenschlitz, masturbierend, während vor seinen Augen die Opfer sich winden, erschossen, verbrannt, zerstückelt werden. Eine Vernichterkultur, die sich in unseren Gesellschaften eingenistet hat von Beginn unserer Zivilisation an, immer irgendwo vorhanden. Wir sterben, er wichst sich einen ab und führt dabei seine kulturgesättigte Rede.
Henker reden nicht
Im Interview in der F.A.Z. vom 28. November 2007 lobt Claude Lanzmann an Jonathan Littells Roman die absolute Exaktheit. Alles stimmt. Die Namen der Leute, die Orte. Zum Abschluss meint er: Littell hat die Sprache der Henker erfunden. Doch für mich sprechen die Henker nicht so wie bei Littell - die Henker reden überhaupt nicht. In diesem Punkt irrt Lanzmann. Die Henker haben sich geweigert, vor seiner Kamera zu sprechen, das stimmt. Unter sich haben sie immer gern und viel geredet; ich weise nur auf Himmlers mehrstündige Ansprache vor seinen SS-Führern im Oktober 1943 in Posen (Poznan) - davon hat Romuald Karmakar einen instruktiven Film gemacht.
Auch haben sie geschrieben, was das Zeug hält, untereinander ihre Taten und sich ausgestellt. Ausgestellt als Europas wahre Kulturträger gegen die Drohung des ostisch-insektisch-bolschewistischen Untermenschentums. Zahllose Buchseiten feiern ihre aufgereckten Totenkopf-Körper als letzte Bollwerke gegen den Untergang des Abendlands. Nur hat man sich meist geweigert, genauer hinzuhören. Mit der Vorgabe, man kenne ja das faschistische Geschwafel. Ja, man kennt die Blut-und-Boden-Ideologien. Sie sind leicht zu widerlegen. Jeder kleine linke Flugblattschreiber macht das mit links.
Welt und Körper
Faschismus ist aber ein Körperzustand, eine gefährliche Materie, die mit Macht und Gewalt darauf dringt, den Zustand der Welt den Zuständen des eigenen Körpers anzugleichen, zu unterwerfen. Jonathan Littell, der an seinem Text zu Léon Degrelle nicht nach, sondern während des Schreibens an Les Bienveillantes gearbeitet hat - also während er die Sprache des SS-Mannes Maximilian Aue konstruierte -, belegt damit genau, dass er die Sprache seines Protagonisten keineswegs erfunden hat, wie Lanzmann meint. Littell gibt nicht nur die Begebenheiten, die Namen und Orte exakt wieder, er hat auch das verfügbare sprachliche Material der Henker genau angeschaut, darunter das in Männerphantasien versammelte, und für die Abfassung seines Romans ebenso fünf Jahre gebraucht. So lange mindestens braucht es auch, bis man den Horror des faschistischen Körpers so weit durchgearbeitet und verdaut hat, dass man die Resultate in einem sprachlich artistischen Zusammenhang wiedergeben kann, ohne permanent zu kotzen oder darunter zusammenzubrechen.
Männerphantasien ist von vielen Menschen gelesen und gelobt worden, besonders in der akademischen Welt der Vereinigten Staaten. Wirklich mit dem Buch gearbeitet haben nur wenige; es ist offenbar zu schmerzhaft. Daher hat mich Jonathan Littells Studie zum belgischen Hitler-Sohn Léon Degrelle umso mehr interessiert.
Klaus Theweleit wird Jonathan Littells Degrelle-Buch, das unter dem Titel Le Sec et l'Humide kürzlich in Frankreich erschienen ist und zu dem er das hier abgedruckte Nachwort geschrieben hat, am Freitag (25. April) um 20 Uhr im Frankfurter Literaturhaus vorstellen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: bpk, picture-alliance/ dpa, ullstein bild
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