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Biologie und Philosophie

Junge Hoffnungen

25. November 2005 Mit den biopolitischen Debatten, wie zum Beispiel über die Stammzellenforschung, ist die Biologie als Wissenschaft mit einem Mal wieder stark ins öffentliche Bewußtsein gerückt. Auch dieser Wissenschaft kann man analytisch auf den Grund zu gehen versuchen.

Die junge Philosophie der Biologie, das zeigt ein ungemein instruktiver Sammelband von Ulrich Krohs und Georg Toepfer, klärt deren Begriffe und Methoden sowie die Struktur ihrer Erklärungen. Daß dabei die traditionelle idealistische Philosophie des Geistes nicht ganz ins Schweigen fallen muß, macht Thomas Sören Hoffmann in seiner großen und verständlichen Einleitung in Hegels Denken deutlich, die vor allem zeigt, daß Hegels Denken nicht in einem Systemzwang steckenbleibt, wie Hegel-Gegner dem Philosophen gerne vorhalten, sondern gerade umgekehrt zur Freiheit des Denkens führt. Das Denken wird bei Hegel eben nicht zum Opfer des Systems einer sich überschätzenden Vernunft.

Der Sorge des Souveräns um das Opfer geht Burkhardt Wolf in seiner ideenreichen Studie nach, indem er die reiche Diskursgeschichte dieses schillernden Begriffs in den letzten drei Jahrhunderten sondiert, die bei den Versicherungssystemen landet.

Thomas Sören Hoffmann: „Georg Wilhelm Friedrich Hegel“. Eine Propädeutik. marixverlag, Wiesbaden 2005. 526 S., geb., 12,95 Euro.

Ulrich Krohs, Georg Toepfer (Hrsg.): „Philosophie der Biologie“. Eine Einführung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005. 457 S., br., 16,- Euro.

Burkhardt Wolf: „Die Sorge des Souveräns“. Eine Diskursgeschichte des Opfers. diaphanes Verlag, Zürich 2005. 464 S., Abb., br., 39,90 Euro.



Text: 25-11-2005, F.A.Z., Neue Sachbücher (Literaturbeilage), Seite L18
Bildmaterial: F.A.Z.-Rainer Wohlfahrt

 

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