Zitat:
<<<Der"Intellektuelle" Handke und die Intelligenz
Markus Teuber (arathorn)12.05.2006, 08:16
Der Fall Handke-Milosevic-Serbien zeigt mehr als deutlich,daß intellektuell sein nicht unbedingt auch intelligent sein bedeutet !>>>
Das würde ich auch nie behaupten!
Der Fall Handke-Milosevic-Serbien zeigt mehr als deutlich,daß
intellektuell sein nicht unbedingt auch intelligent sein bedeutet !
sind jeweils ganz verschiedene Dinge.
In dem Beitrag 'Opferbeschimpfung' vom 19.03.2006 hat die FAZ Handke noch als einen 'Claqueur, der mit Aufmerksamkeit entlohnt werden will' bezeichnet. Es ist gut, daß sie heute für ihn wenn schon keine Aufführungs- so doch Meinungsfreiheit einfordert.
Handke ist sicher niemandes Pflicht. Wer für seine Affekte und Sensibiliäten keine Antenne hat, braucht sich nicht zu schämen. Eine andere Frage ist, ob die westlichen Mainstream-Ansichten über Serbien und seine Geschichte der Seele dieses Volkes gerecht werden. Die 'aufgepeitschte Menge' beim Begräbnis Milosevic', der Bezug dieser Leute auf ihn, sind - wie allüberall - der Ausdruck von Verwundungen aus einer langen Zeit, die erfahren und zugefügt, zugefügt und erfahren wurden.
Ja und? Rechtfertigte das Barbarei, Viehigkeiten? Das tut Handke gerade nicht. Sein 'Zuspruch' an die Serben ist m. E. - wie allüberall - der einzige Weg, die Verhärtungen, die zu Barbarei und Viehigkeiten führen, zu lösen. Ganz nüchtern, ohne alles Gutmenschentum. Heilige Allianzen bewirken leider das Gegenteil.
Peter Handke hat dargelegt, warum er zum Milosevic-Begräbnis gefahren ist und sich auch - für mich nachvollziehbar - zu seiner Rede geäußert. Und zwar in einer angenehm und selten gewordenen hochrespektablen Art.
Ich mag Peter Handke: Er ist ein Mensch, der beim Denken noch fühlen kann.
Mehr als 30 Jahre ist's her, dass Handke mit seiner 'Publikumsbeschimpfung' Aufsehen erregte. Von dieser Bekanntheit kann man Jahrzehnte später immer noch gut leben. Inzwischen zum musealen Exponenenten deutscher Beamtenkunst mutiert.
Da ist es kein Wunder, dass Handke aufführen (auch gucken??) absolut Pflicht ist und alles andere ist Zensur.
Abseits von unseren Kulturbeamten: wer kennt Handke überhaupt in DE und schaut sich seine 'Kunst' an?
Da sollte schnellsten mit einem Gesetz nachgeholfen werden. Denn wenn Beamte meine, dies ist Kunst, dann hat der Untertan zu spuren.
Was ist derart Gefährliches an Peter Handke, dass seine Stücke verboten werden? Sicherlich fällt Handkes jahrelange demonstrative Solidarität mit dem Kriegsverbrecher Milosevic am ehesten in die Kategorie "harmlose Idiotie"; es erscheint also auf den ersten Blick befremdlich, dass jetzt solch eine Aufregung in der intellektuellen Szene Frankreichs herrscht.
Was mich aber noch mehr befremdet, ist die demonstrative Solidarität der F.A.Z. mit Peter Handke. Sicher, er mag ein passabler Bühnenautor sein, aber ist damit ein Zwang zur Aufführung gegeben? Es liegt in der Freiheit eines Intendanten, Inszenierungen zu streichen, sofern ihm dies notwendig erscheint. Und anstößig ist - unabhängig vom Stück - die Haltung des Autors allemal. Nicht jeder Theatermensch ist ein ewiger Provokateur, die Aufführung eines Autors, der ganz offen Kriegsverbrechen und Völkermord ignoriert, kann allerdings durchaus provokativ wirken.
Zum Schluss noch dies: Der Artikel geißelt einen "Akt der Zensur", ein Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit und andere Menschenrechte. Meines Erachtens sind hier dem Verfasser die Kategorien etwas durcheinander geraten. Wie viele Theater haben denn bisher Ähnliches angekündigt? Und unterstützt der eigentlich für Zensur "zuständige" Staat nicht sogar den angefeindeten Autor?