
Leider sind Teile des Textes (vor allem Zitate) missverständlich übersetzt worden und auch der Stil ist teilweise unzureichend ins Deutsche übertragen worden- ich empfehle die englische Originalversion auf den Guardian-Seiten. Noch ist sie leicht zu finden...

Anerkanntermaßen muß man nicht über ein ausgeprägtes Reflexionsvermögen verfügen, um dichterisch produktiv zu sein. Nicht jeder Belletrist ist ein kluger Denker, wie ja umgekehrt nur die wenigsten Denker auch gute Schriftsteller sind. In einer Zeit der Beliebigkeit und Unverbindlichkeit kann ein Bekenner seiner Überzeugungen als alter Ideologe erscheinen, als dogmatischer Wertefanatiker. Voltaire setzte sich um 1762 als Anwalt in der Affäre Calas als unbestechlicher Intellektueller für die Sache der Gerechtigkeit ein; Emile Zola übernahm 1898 mit Todesverachtung die Verteidigung in der antisemitischen Affäre Dreyfus; Julien Benda hat 1929 mit seiner Streitschrift »La trahison des clercs« den Verrat der Intellektuellen an den ewigen Werten wie Wahrheit, Frieden und Gerechtigkeit gegeisselt. Es gibt eine Reihe hervorragender Lyriker, Dramatiker und Erzähler, die in Interviews oder politischen Statements horrenden Unsinn von sich geben. A.J. Weigoni gehört zu jener raren Spezies, die sich sowohl literarisch im engeren Sinne wie auch essayistisch auf hohem Niveau zu äußern versteht. Wie bei jedem guten Essay ist die Leichtigkeit nicht Zweck, sondern Transportmittel für Thema und Substanz, die »VerDichtung« besitzen eine substanzielle