
Vielleicht sind die Bücher wirklich besser als die Rezensionen. Es ist nicht selten, dass sich die Geistesverfassung des deprimierten Rezensenten in seinen Buchbesprechungen niederschlägt. Ich lobe mir deshalb den englischen Literaturkritiker Sidney Smith, der schon im 18. Jahrhundert sagte: "Ich lese nie ein Buch, ehe ich es rezensiere. Das führt bloß zu Vorurteilen."

Ich gehe davon aus, daß Rezensenten aus den Büchern, die sie besprechen, Schlüsselzitate auswählen, oder – im Neudeutsch – Highlights.
Sollte dies auf die folgenden Zitate zutreffen, dann muß ich meine Erwartungshaltung offensichtlich erheblich herunterschrauben - entweder an die Lektüre oder an den Rezensenten, oder an beide.
Aber vielleicht irre ich mich, vielleicht erkenne ich einfach weder den großen Wurf noch die Originalität von Ausdruck und Syntax im besonderen und Sprache im allgemeinen, von der Genialität des Plots ganz zu schweigen.
„Gemeinsam warteten wir darauf, daß das Leben anfangen würde oder zumindest das, was wir uns früher einmal darunter vorgestellt hatten. Bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit schlechten Filmen und Gesprächen über seine Mitbewohnerin und ihre Freunde.“
„Ich habe immer gedacht, es ist erst der Anfang, sagt Philippa. Ich dachte, es geht immer so weiter und das Eigentliche passiert erst noch. Man trifft neue Menschen und alles wird anders.“
„Er weiß, daß diesen Tagen, in denen sie anwesend war, nichts folgen wird. Nichts außer einem langen Warten.“