13. März 2008 Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse äußerte sich Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt in seiner Eröffnungsrede zum Verhältnis zwischen Buch und Internet. Auch in Zeiten der Digitalisierung bleibe der Wert und die Bedeutung des Buches als Medium der Reflektion und der Selbstbespiegelung unangetastet, sagte Milbradt.
Exemplarisch zeige sich das an der Debatte um den Roman Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell. Das Buch schlage ein ganzes Land in seinen Bann, Befürworter wie Kritiker. Dabei zeige sich, dass im Kulturbetrieb über nichts leidenschaftlicher gestritten werde als über Bücher.
Der Reading Room als Ort der Diskussion
Das Buch von Littell habe insbesondere das Internet erschlossen. Milbradt verwies in diesem Zusammenhang auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die mit dem Reading Room einen Diskussionsort im Internet eingerichtet habe, an dem Leser ihre ganz unterschiedlichen Leseerfahrungen miteinander diskutieren.
Dieser Reading Room fasziniert mich sehr: Im Fall des Romans von Jonathan Littell ist es sehr aufschlussreich, wie Leser, Experten und Journalisten sich miteinander den Kopf zerbrechen, was es genau mit diesem Buch und mit der Intention des Autors auf sich hat. Literatur wird durch diesen Reading Room noch lebendiger. Hier diskutieren Bücherleser miteinander, die sich ohne das Internet nie ausgetauscht hätten, sagte Milbradt.
Einen ausführlichen Bericht zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse lesen Sie in der F.A.Z. vom 14. März 2008.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
