...wie recht Herr Enzensberger mit seinem Gedicht schon damals hatte. Wußte er von den heutigen Datenkraken? Ich bin jedenfalls immer wieder froh und beglückt, wenn ich mal wieder das Privileg habe, mit einem Menschen über mein Anliegen reden zu können. J.T.
Die Worte, die Enzensberger seinem Vater in den Mund legt, erscheinen höchst plausibel und nichts anderes würde er wohl gesagt haben. Er schreibt: "...bei diesen imaginären, aber präzise geplanten Reisen...". Heute hat sich das umgekehrt. Es gibt nur noch präzise geplante Vorstellungen einer Reise aber durchaus nur imaginär pünktlich fahrende Züge. Die Kursbücher waren, wenn auch nicht "bis zuletzt", noch etwas Verläßliches, Verbindliches; ein Rudiment besserer Zeiten als Dienst(leistung), Pflicht und Verantwortungsgefühl als reale Werte existierten. Beliebigkeit Einzug gehalten in ehemals eherne Institutionen. Man wird beschimpft werden, wenn man sich auf so etwas wie Fahrpläne beruft. "Was, Sie haben nicht im Internet gesehen, daß der Zug auf eine andere Zeit und Strecke gelegt wurde ?". Die virtuelle "Logistik" verführt dazu, Züge, Zeiten und Ziele willkürlich zu verschieben und sich nach ein paar Mausklicks in den, ach so bequemen, physiologisch optimierten Schreibtisch-Stuhl zurückzulehnen. Menschen warten, sind erschöpft, warten. Im Grunde stören diese Leute doch nur den "dynamisch gelenkten" Ablauf unserer "Logistik". Ist das nicht lästig? Die haben "nicht die Zeichen der Zeit erkannt", oder?
Klasse - ein dringend notwendiger Artikel!