“Schwer, sich unbeliebt zu machen“ - Daniel Kehlmann

Bucherfolg

„Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker“

Sein Roman „Die Vermessung der Welt“ ist einer der größten Bucherfolge der deutschen Literatur. Ein Gespräch mit Daniel Kehlmann über den Erfolg und die geheimen Hauptthemen des Buches: die Deutschen und das Alter.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Februar 2006 21:40

Interessante Selbstauskunft

Robert Weiß (Robert.Weiss)

Mit großem Interesse habe ich dem Interview mit D. Kehlmann entnommen, daß er selbst die wesentlichen Aussagen seines Romans "Die Vermessung der Welt" in der Untersuchung des Wesens der Deutschen und in der des Prozesses des Alterns sieht.

Auch mir war es so erschienen - nach der Auskunft Kehlmanns im Einklang mit großen Teilen der professionellen Literaturkritik - daß der Roman vorwiegend der Frage "Was ist Forschung ?", also dem Wesen von Wissenschaft nachgehen wolle. Schließlich diskutieren Kehlmanns Romanfiguren Gauß und Humboldt diese Frage kontrovers während des Aufenthaltes von Gauß bei Humboldt in Berlin aus Anlaß des Naturforscherkongresses.

Auch die Tatsache, daß wir uns in jüngerer Zeit wieder vermehrt Gedanken über die Bedeutung von wissenschaftlichen Innovationen für unsere Zukunft machen, hätte diese Annahme nahegelegt.

Eine Aussage läßt sich hierzu nach meiner Überzeugung sehr deutlich aus dem Roman entnehmen: Wissenschaft setzt immer große Zähigkeit und Leidensfähigkeit voraus. Wozu sonst hat Kehlmann z.B. die entbehrungsreiche Bergbesteigung Humboldts mit Bonpland in Südamerika so detailliert und eindrücklich geschildert ?

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