Am Freitag vor Gericht: Orhan Pamuk

Türkei

Orhan Pamuk: Vor meiner Gerichtsverhandlung

Er wird beschuldigt, die Türkei verunglimpft zu haben, der Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft: Der Schriftsteller und Friedenspreisträger Orhan Pamuk über seinen Prozeß, die Armenien-Frage und türkische Widersprüche.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Dezember 2005 09:08

Herzlichen Glückwunsch Herr Pamuk

Figen Erdem (Tscherkessin)

Unter "internationaler Anerkennung" gehört meines Erachtens viel mehr dazu. Nehmen wir hin, dass dies tatsächlich so wäre, allerdings nur weil Herr Pamuk´s letzten Bücher eine andere Thematik beinhalten, die von Europa herzlichst begrüsst wird.

Was im Osmanischen Reich tatsächlich geschah wird nicht nicht in Frage gestellt. Auch an den Äußerungen zweifele ich nicht. Als Angehörige einer Volksgruppe deren Vorfahren im Jahre 1864 einer viel schlimmeren "Deportation" unterlag, weiss ich sicherlich, dass eine "Deportation" nicht in einer erstklassigen Fluglinie vollzogen wird.
Es sei dahin gestellt, ob es eine "Deportation" war. Wenn man von den zahlreichen Anstürmen der Russen & Armenier auf die Türken (1914 Beyazit) absieht....zu denen man selbstverständlich von der Armenienseite keine Stellung nehmen muss.

Die Armeniefrage ist nun wieder mal ein guter Aufhänger, um der Türkei "ungerechte Beitrittsverhandlungen" zu bieten.

Geht es Orhan Pamuk wirklich darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen, was meines Erachtens nicht seine Aufgabe ist und er dieses lieber den professionellen Welthistorikern überlassen sollte, oder sieht er nun die Möglichkeit seinen Marktwert zu erhöhen, um wirklich "international anerkannt zu werden"?!
Gutes Timing "um die Choreographien der Massen durcheinander zu wirbeln". Herzlichen Glückwunsch.

In diesem Sinne

fG

F. Erdem

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16. Dezember 2005 10:58

"ein international anerkannter Schriftsteller"

Figen Erdem (Tscherkessin)

"ein international anerkannter Schriftsteller"?
Sorry, habe ich da was verpasst? Seit wann?
Seitdem er den Friedenspreis "erlangt" hat für seine "einseitige Betrachtungsweise".
Aber das ist ja egal, Herr Pamuk ist nicht der erste Schriftsteller der dir Türkei kritisiert um "international anerkannt" zu werden.

Auf "Fairness"
F.ERdem

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15. Dezember 2005 17:35

"Nicht Orhan Pamuk, sondern die Türkei

Fionn Huber (fionn)


sitzt auf der Anklagebank".
Olli Rehn, EU-Erweiterungskommissar heute
auf www.bbc.co.uk

F. Huber

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15. Dezember 2005 15:01

Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit

Hayri Ergun (DrErgun)

Daß man der Wirklichkeit in die Augen sehen kann, ist eine zu würdigende Eigenschaft. Bei Herrn Pamuk kann man dies gut feststellen.

Herr Pamuk wußte aber, was ihn erwartete, als er die Äußerungen gegenüber den Rechtsgegebenheiten tätigte.

Ein Heldentum ist, wenn man sich mit den Wirklichkeiten auseiandersetzt. Für wen dies allerdings einen Vorteil bringen wird, wird die Zeit zeigen.

Wir wünschen allen viel Glück: Gott möge uns alle von böswilligen Auseinandersetzungen schützen.

Dr.-Ing. Hayri Ergun
Privatdozent

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