Digitalisierung

Staatsbibliothek lässt Bestände von Google erfassen

Ab in den Google-Scanner: im Magazin der Bayerischen Staatsbibliothek

Ab in den Google-Scanner: im Magazin der Bayerischen Staatsbibliothek

06. März 2007 Die Bayerische Staatsbibliothek wird sich als erste deutsche Einrichtung ihrer Art am Bibliotheksprojekt der amerikanischen Internet-Suchmaschine Google beteiligen. Wie an diesem Dienstag in München vorgestellt, will Google „ausschließlich“ - aber dafür alle - Bücher aus dem Bestand digitalisieren, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen.

Im Normalfall erlischt das deutsche Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Bisher verwenden in Europa nur Bibliotheken im britischen Oxford und in der spanischen Hauptstadt Madrid die Google-Buchsuche.

Allein 89.000 mittelalterliche Handschriften

Mit mehr als neun Millionen Bänden und 49.000 laufenden Zeitschriften zählt die 1558 gegründete Staatsbibliothek zu den bedeutendsten Forschungsbibliotheken der Welt, allein 89.000 mittelalterliche Handschriften und 20.000 Inkunabeln lagern hier. Ein mehrsprachiger Suchindex soll die Suche erleichtern. Wissenschaftsminister Goppel (CSU) lobte die Bedeutung der bayerischen „Pionierrolle“ für die „Exzellenz des Wissenschaftsstandortes“.

Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Rolf Griebel, nannte es „eine faszinierende Herausforderung, jedem Leser auf der ganzen Welt die reiche literarische Tradition Deutschlands zur Verfügung zu stellen.“ Jens Redmer, Leiter der Google-Buchsuche für Europa, den Mittleren Osten und Afrika, sagte: „Die Bayerische Staatsbibliothek wird unseren mehrsprachigen Suchindex maßgeblich bereichern.“

Die Tür zur stark frequentierten Staatsbibliothek ist weit aufgemacht worden, zu den 44.000 aktiven Nutzern mit zuletzt rund 1,8 Millionen Entleihungen im Jahr dürften bald viele neue Nutzer kommen - und Google jede Menge umsatzbringenden Verkehr auf seinen Seiten bescheren.

Text: hhm./F.A.Z.; FAZ.NET
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

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