Handke war einst ein Popstar; heute ist er nicht einmal mehr dies. Dabei hätte er nach seinem Erstling, der "Publikumsbeschimpfung", die ihn auf die mediale und schriftstellerische Landkarte brachte, sein durchaus vorhandenes Talent in Ruhe und Gelassenheit zu poetischer Kraft reifen lassen können. (Angemerkt sei allerdings: Sowohl die Gruppe 47 als auch die Theaterkritik übersahen damals liebevoll, dass die "Publikumsbeschimpfung" wenig mehr als eine Kompilation von Werken des New Yorker Living Theatre war.)
Außer "Die Angst des Tormanns ..." und "Wunschloses Unglück" kam wenig Lesenswertes von Handke. Provokante Interviews, ja; und reichlich -- als Provokation, nicht nur bezüglich Serbiens, noch einen Aal vom Teller zog. Es ist schade um ihn.
Ransmayr liebt die Stille und die Einsamkeit wie alle, die ernsthaft arbeiten. Er lässt sich alle Zeit der Welt und schreibt, ohne auf die Einflüsterungen und Terminpläne der Marketing-Despoten zu achten. Er feilt tagelang an einem Satz.
Und das Schönste an ihm: Er gibt so gut wie keine Interviews.