Kate Winslet in der Verfilmung des Schlink-Romans

„Der Vorleser“

Heller Schleim

„Auch ihre Hingabe war einzig. Nicht rückhaltlos; ihren Rückhalt hat sie nie preisgegeben. Aber es war, als wolle sie mit mir zusammen ertrinken.“ Gibt es das eigentlich, Ertrinkenwollen mit Rückhalt? Warum uns Bernhard Schlinks „Vorleser“ an auslaufende Körpersäfte erinnert. Von Patrick Bahners

Lesermeinungen zum Beitrag

09. März 2009 17:37

Was man nie zu sagen wagte

Anna Schuster (Anna_Schuster)

Ein ganz wunderbarer Verriss von Patrick Bahners. Hätte man seine Worte nur im Deutschunterricht zu sagen gewagt, in dem dieses Buch zu den mit Abstand langweiligsten, verklemmtesten und konstruiertesten überhaupt zählte. "Kotztüte" - herrlich!

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09. März 2009 08:23

Vor...-was? - Als Nachbeschäftigung eines unaufgeklärten nach-45er Bubis!

Stephanie Reyntjes (StephanieRe)

Ja, tatsasächlich, Schlinks Roman heißt "Der Vorleser" - und nicht der "Vorspritzer". Als nachlesender und nacherregender Mann leistet er sich das Über-Ich als Vorschämer. - Für "Schleimer" bleibt da keine Erkenntnis außer dem nicht Leist-, weil nicht produzierbaren Ertrinken-Wollen im Sperma?

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08. März 2009 17:52

Spein oder nicht spein

Eckhard Freise (kampfstrampler)

... das ist hier die Frage, ob's edler im Gemüt, die Pfeil' und Schleudern der wütenden Kritik erdulden ... Auch für Hamlet könnte gelten: "Ein Buch wie eine Kotztüte. Man weiß, was kommt" (P.B.). "Schon diese Stelle ist ein kleines Meisterwerk. Ein nur scheinbar harmloses Zeugnis für die bestürzende Sachkenntnis des Verfassers" (Loriot, Literaturkritik). Schlinks (bisweilen unfreiwillig komisch) verklausulierten Bildungsroman reduziert auf menschliche Ausscheidungen und eine "onanistische Figuration" (P.B.), "das ist fein beobachtet. Jedermann weiß, wie peinlich solche Stellen gerade bei Literaten minderer Qualität wirken können" (Lo.). Und dann auch noch den genialischen Labor-Protokollanten (und Schlink-Vorbild) Stendhal eingeflochten! Tja, der hat sein Motto "To the Happy Few" Shakespeares Henry V entlehnt, dem königlichen Saint-Crispin-Speech: "This story shall the good man teach his son". Freilich fühlt sich der Kritiker erhaben über schreibende "Professorenbürschchen", die - so scheint's - nur vomieren und im Schweiße baden: "Ach, weshalb dies und nichts anderes?" (Beaumarchais). Was bleibt uns bekennenden Donaldisten ("We band of brothers") ob dieses Verrisses! Spotz, Würg. Das hält Schlink locker aus.

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