03. Juli 2006 Den umfangreichen Nachlaß des Schriftstellers Robert Gernhardt teilen sich seine Heimatstadt Frankfurt und das Deutsche Literararchiv in Marbach. Während mehr als 1.000 Zeichnungen in Frankfurt bleiben, geht der gesamte literarische Nachlaß nach Marbach. Dies bestätigte am Montag Achim Frenz, der Leiter des Museums für Komische Kunst in Frankfurt. Der Lyriker, Zeichner und Satiriker Gernhardt - er war Autor von mehr als 40 Büchern - war am Freitag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt gestorben.
Der Nachlaß beim Deutschen Literaturarchiv Marbach umfaßt Manuskripte, Notate, Korrespondenzen sowie umfangreiche Tagebücher in Gestalt von 1.200 Schreib- und Zeichenheften (Brunnen-Hefte). Neben Gedichtentwürfen und Skizzen enthalten sie nach Angaben des Archivs Gernhardts satirische Kommentare zur bundesrepublikanischen Kulturgeschichte der vergangenen 30 Jahre.
Neues Museum in Satiriker-Hochburg
Die Stadt Frankfurt hatte sich im Mai dieses Jahres rund 1.200 Originalzeichnungen Gerhardts gesichert, die er für Zeitschriften wie die Titanic oder für Bücher anfertigte. Insgesamt hat Frankfurt rund 7.000 Originalarbeiten der Künstlergruppe Neue Frankfurter Schule gekauft. Dazu gehören neben Gernhardt noch F.W. Bernstein, Hans Traxler und der im Jahr 2004 gestorbene Chlodwig Poth. Zum Bestand hinzukommen sollen noch rund 4.000 Arbeiten des im vergangenen Jahr gestorbenen Zeichners F. K. Waechter.
Die Grafiken sollen zum Grundstock für ein eigenständiges Museum für Komische Kunst in Frankfurt werden. Derzeit ist dieses Museum noch Teil des Historischen Museums. In Frankfurt, der Satiriker- Hochburg Nachkriegsdeutschlands, wurden unter Mitwirkung Gernhardts Zeitschriften wie pardon und Titanic gegründet.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa