23. Mai 2006 Der österreichische Schriftsteller Peter Handke erhält in diesem Jahr den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Die Jury, der neben Vertretern aus der Stadt Sigrid Löffler, Julius H. Schoeps, Jean-Pierre Lefebvre und Christoph Stölzl angehören, begründete ihre Wahl in nur zwei Sätzen: Eigensinnig wie Heinrich Heine verfolgt Peter Handke in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit. Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale.
Der 1942 in Kärnten geborene Autor, der Ende der sechziger Jahre kurz in Düsseldorf gewohnt hatte, konnte schon 1973 den Büchner-Preis entgegennehmen. Seit 1991 lebt er in Chaville bei Paris. In den letzten Jahren und Monaten war er wegen seiner Sympathie für die Sache Serbiens und die Teilnahme an der Beerdigung von Slobodan Milosevic kritisiert und auch geschnitten worden. Sein Stück Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land wurde im April von der Comedie Francaise abgesetzt (siehe auch Solidarität mit Peter Handke). Die seit 1972 verliehene Auszeichnung, die erstmals mit fünfzigtausend Euro (und damit doppelt so hoch wie bisher) dotiert ist, wird am 13. Dezember überreicht.
Text: aro./F.A.Z., 24.05.2006, Nr. 120 / Seite 33
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