Finanzkrise

Verkrampftes System

Das Finanzsystem lässt sich derzeit mit einem menschlichen Körper vergleichen, in dem alle Organe das Blut bei sich behalten und nur noch ganz wenig davon in den Kreislauf geben. Da kann das Herz - also die Notenbanken mit ihren kurzfristigen Finanzspritzen - so viel pumpen, wie es will, es hilft nichts. Von Holger Paul

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Oktober 2008 21:54

Geldversorgung - die Fortsetzung eines falschen Bildes

Magnus Heinen (magnus54)

gerne bemüht der Volkswirt den Blutkreislauf, um die Rolle des Geldes und die der Banken zu bechreiben. Eine Erklärung ist das nicht sondern nur eine Analogie. Alles funktioniert blendend und wenn es nicht mehr funktioniert, dann wird halt im Bild weiter gedacht. Alle Organe halten das Blut - also nix mit Kreislauf! Mal abgesehen davon, dass ich gar keine Krankheit kenne, wo das passiert (nun ich bin kein Arzt) und auch nicht wusste, dass Organe wahlweise das Blut halten können, wird so halt irgendwie im Bild geblieben. Stellt sich nur die Frage, warum die Organe, die sonst so schön das Blut "abgeben" jetzt genau das nicht mehr tun. Und zwar gerade wo das Blut dringend gebraucht wird. Vielleicht weil die Organe (Banken) anders als im Bild gar nicht Teil eines Systems sind, wo jedes Teil für das andere da ist, sondern höchst eigene Ziele verfolgen. In diesem Fall selber liquide bleiben und deshalb das Blut halten. Also überhaupt nicht den Zweck haben die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Da wäre jetzt ja gerade richtiges Reinbuttern von Geld notwendig. Und eine unsichtbare Hand scheints auch nicht zu geben. Vielleicht funktioniert "Wirtschaft" doch anders, wie sich der Sonntagsökonom das vorstellt.

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06. Oktober 2008 20:07

Kommt so die Kuh vom Eis?

Werner Symolka (symolkw1)

Banken brauchen Kapital. Warum gibt die EZB - als Bank aller Banken- nicht jedem Haus das als lebenswert erscheint, soviel neues Kapital, wie Abschreibungen vorhanden sind? Allerdings ist dieses Kapital nur temporär und muss aus dem jeweiligen Jahresgewinn innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (z.B.10 Jahre) wieder getilgt werden? Mindestens so lange, bis alles neue Kapital zurückgeführt ist. Bonizahlungen für den alten Vorstand werden, sofern er im Amt bleibt, in dieser Zeit ausgesetzt. Die Bankbilanz wäre sauber. Strengere Kontrollen, tägliche Meldungen an das BaFin, hohe qualitative Anforderungen an den Vorstand und keine politischen Vertreter in der Geschäftsführung/ dem Verwaltungsrat sollten zukünftige Verluste minimieren helfen.

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06. Oktober 2008 13:55

Wer will der Katze das Mausen verbieten?

Herold Binsack (Devin08)

„Spätestens jetzt muss aber allen klar sein, dass die Stabilität des Systems wichtiger ist als der Profit, den ein Haus aus dem Untergang eines Konkurrenten ziehen kann.“ Ein frommer Wunsch, denn das hieße doch, der Katze das Mausen zu verbieten. Es sind nicht einige, sondern sehr wahrscheinlich alle konkurrierende Unternehmen, die genau dieses versuchen, denn es ist ihre einzige Chance zum Überleben. Das Kapital „überlebt“ nur im Kampf jeder gegen jeden, und das wird schließlich zur Bedingung seines Untergangs. Es ist sozusagen dem System anbehaftet, sich systemwidrig zu verhalten. Da hilft kein Schimpfen und kein Jammern, denn das macht ja den ‚Antagonismus’ aus. Und es ist genau jener Antagonismus, der den Klassenantagonismus schließlich anheizt.

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06. Oktober 2008 12:08

Der menschliche Körper

Robert Vranckaerts (Joeng)

Der Körper des ... Bergsteigers. Er klettert und klettert, höher und höher. Die Luft wird dünner und dünner, der Verstand setzt in kleinen Schritten aus. Die Finger jucken aber der Bergsteiger merkt nicht, dass es seine Finger sind, die gefrieren. Und so geht er weiter und weiter. Auch seine Kollegen klettern genauso ahnungslos höher und höher während die Beambten in der Bodenstation Ihre Runde Skat spielen und im Radio begeistert über die tollen Bergsteiger berichtet wird. Aber plötzlich wollen die Finger nicht mehr; jetzt sind bereits 7 Finger an beiden Händen gefroren; der Bergsteiger kann sich nicht mehr halten und fällt die Bergwand runter. Aber er ist gesichert und hängt an dem Seil seiner Kollegen. Die aber sind so ermattet, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wie lange sie Ihren Kollegen halten können. Die Leuchtpistiole aber bringt Rettung. Die Skatrunde in der Bodenstation wird beendet und die Walkie Talkies werden eingeschaltet. Der Rettungshubschrauber wird angefunkt und ..... Ja, wie geht es weiter? Werden die Bergsteiger überleben, werden Sie Hände oder Füße verlieren, kommt die Hilfe rechtzeitig? Fortsetzung folgt. PS: leider müssen wir den Leser mitteilen, dass seine Lektüre demnächst wesentlich teurer wird. Die Rettungsaktionen kosten viel Geld und es sind ja auch seine Berge, oder?

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