FAZ.NET-Spezial

Zum Tod Robert Gernhardts

Robert Gernhardt 1937 - 2006

Robert Gernhardt 1937 - 2006

30. Juni 2006 Der Schriftsteller und Karikaturist Robert Gernhardt ist tot. Gernhardt starb am Freitag in Frankfurt nach Angaben des S. Fischer Verlags im Alter von 68 Jahren an einer schweren Krankheit. Gernhardt, Autor zahlreicher Bücher, wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. So erhielt er 1998 den Bertolt-Brecht-Literaturpreis und 2004 den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.

Mit seinen humorvollen und zugleich gedankentiefen Gedichten galt er als einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit und als Wegbereiter einer Gleichbehandlung von sogenannter U- und E-Literatur.

Meister ernster Scherze

Tausendsassa Gernhardt bei der Arbeit

Tausendsassa Gernhardt bei der Arbeit

Der in Reval/Estland (dem heutigen Tallinn) als Sohn eines Richters geborene Gernhardt übersiedelte 1964 nach Frankfurt, wo er als Zeichner und Autor die „Neue Frankfurter Schule“ mitbegründete. Mit seinen Freunden F. K. Waechter und F. W. Bernstein gehörte er zu den innovativen Köpfen der Satirezeitschrift „Pardon“ und den Gründern der „Titanic“. Gernhardt gab auch Bücher von Otto Waalkes heraus und war am Drehbuch von vier „Otto“-Filmen beteiligt.

1997 veröffentlichte er zu seinem 60. Geburtstag den von der Literaturkritik hoch gelobten Gedichtband „Lichte Gedichte“, in dem er auch seine Erfahrungen mit einem Herzinfarkt und anschließender Operation verarbeitete. Ende Juli wird der Fischer-Verlag nach eigener Aussage den letzten Gedichtband unter dem Titel „Später Spagat“ herausbringen. 2007 sollen neue Erzählungen erscheinen, die Gernhardt unter dem Arbeitstitel „Denken wir uns“ geschrieben hat.

Frankfurter Köpfe: Gernhardt (r.) und Reich-Ranicki im März 2006

Frankfurter Köpfe: Gernhardt (r.) und Reich-Ranicki im März 2006

Immer wieder ergriff Robert Gernhardt in der F.A.Z., die viele seiner Gedichte abdruckte, das Wort - bezog Stellung zum Karikaturenstreit oder schrieb über sein Vorbild Georg Christoph Lichtenberg. Besonders gern sprach er über den Zusammenhang zwischen Fußball und Literatur. Seine F.A.Z-Interviews zum Thema zeigen Gernhardt in seiner unnachahmlichen Spielweise, als Libero zwischen Ironie und tieferer Bedeutung.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: F.A.Z.-Bergmann, F.A.Z.-Eilmes, F.A.Z.-Fricke, F.A.Z.-Ruechel, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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Trauerfeier für Robert Gernhardt

Frankfurter Gezeichnete

Abschied vom Freund: Otto Waalkes und Bernd Eilert

Eine Epoche geht zu Ende: Auf der Trauerfeier für Robert Gernhardt nahm Frankfurt Abschied von seinem zweitgrößten Dichter. F.W. Bernstein, Harry Rowohlt, Otto Waalkes und andere ehrten ihren langjährigen Weggefährten.

Zum Tod Robert Gernhardts

Gevatter Tod war nur der Gehilfe dieses Dichters

Gernhardt vor seiner Sudelblätter-Ausstellung

Lange wurde er in die Schublade des Humoristen gestoßen. Es wurde die Tiefe seines Werks verkannt, in dem das Welt- und Selbstgericht eine herausragende Rolle spielt. Zum Tod des Lyrikers, Malers und Schriftstellers Robert Gernhardt.

Fußball und Lyrik

„Dichter brauchen Instinkt - wie Stürmer“

Deutscher Gedichtmeister: Robert Gernhardt

Pünktlich zum Start der WM-Saison präsentiert Dichter und Fußballfreund Robert Gernhardt Gedichte zum runden Leder auf Plakaten. Im Interview spricht er über Fußball, Lyrik und „La Ola“ der Leser.

Interview

Die Islamisten haben die Medien eingeschüchtert

Erst mal schauen, dann Meinung bilden - Robert Gernhardt

Wenn ein Karikaturist es nicht darauf anlegt, Gefühle zu verletzen, kann er gleich Heiligenbilder malen, sagt Robert Gernhardt. Der Zeichner und Dichter über Kunstfreiheit, vorauseilenden Gehorsam und die Grenzen des Anstands.

Interview

„Deutsche Dichter waren nie gute Turnierdichter“

Meister der ironischen Selbstreflexion: Robert Gernhardt beim Arbeitsgespräch

Dichter Robert Gernhardt, einer der großen Virtuosen am Ball der deutschen Sprache, über Sprachwitz, Spielwitz und Fußballerinnerungen von gestern bis heute.

Robert Gernhardt

Versarbeit am Leben

Gedichte 1954-2004

Der Dämon des Patienten, das ist der spiritus rector des 2004 erschienenen Bandes „K-Gedichte“. Er verkörpert den Schmerz, die Ängste und Nöte des kranken Dichters, der hier für alle Kranken spricht. Rezension der „Gesammelten Gedichte 1954-2004“.

Robert Gernhardt

Tat und Resultat: „Der Froschkönig“

Gernhardts Nummer eins: der Froschkönig

Essen und trinken darf der Frosch, aber ins Bettlein der Prinzessin darf er nicht: „Der Froschkönig“ ist das erste Märchen der Sammlung Grimm und das liebste von Robert Gernhardt.

Robert Gernhardt

Mein Lieblingsbuch: „Sudelbücher“

Liebt Lichtenberg: Robert Gernhardt

Mit den „Sudelbüchern“ des Göttinger Aufklärers Georg Christoph Lichtenberg könnte es Robert Gernhardt gut auf einer einsamen Insel aushalten. Wie aber hießen nur Lichtenbergs Pantoffeln?

Robert Gernhardt

Zur Heiterkeit bereit

Hat über das Gedicht gedacht: Robert Gernhardt

Robert Gernhardt hat für den Band „Hell und schnell“ 555 komische Gedichte aus fünf Jahrhunderten ausgewählt. In einem Gastbeitrag für die F.A.Z. entwickelt der gefeierte Dichter zehn Thesen zum komischen Gedicht.

Fußball mit Robert Gernhardt

Zittern hält an, Trinker hält durch

Sein liebster Schreibort: die Kneipe „Horizont” im Frankfurter Nordend

Ein Juniabend in der Toskana. Deutsches Fernsehen, italienischer Rotwein, deutsch-holländischer Fußball. Tore, Wein und Worte, Stoff für ein Fußballgedicht des Großmeisters: Robert Gernhardt am Ball.

25 Jahre „Titanic“

Schlagt euch die Sonne aus dem Hirn

Unser aktuelles Lieblingscover: September 2004

Das „endgültige Satiremagazin“ ist tatsächlich nicht totzukriegen: Die „Titanic“ besteht seit fünfundzwanzig Jahren. Viele der ersten Besatzungsmitglieder sind noch an Bord - manche selbst über den Tod hinaus.

Ranking

Deutschlands wichtigste Denker 2003

Platz 23: Robert Gernhardt

Günter Grass vor Habermas und Staeck: Sie führen die Liste der wichtigsten Intellektuellen Deutschlands an - ermittelt via „Alltheweb“ und „Google“.

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