16. März 2006 Als Sohn eines Zollbeamten wurde Siegfried Lenz im ostpreußischen Lyck geboren, dessen Umgebung immer einer seiner favorisierten Romanschauplätze blieb. Nach Kriegsende studierte er in Hamburg Anglistik, Literaturwissenschaft und Philosophie und wurde Kulturredakteur der "Welt". 1951 erschien sein Erstling "Es waren Habichte in der Luft", woraufhin er seine Anstellung kündigte und sich aufs Schreiben konzentrierte. Vier Jahre später wurde der äußerst erfolgreiche Erzählband "So zärtlich war Suleyken" veröffentlicht, in dem Lenz Begebenheiten in einem Dorf seiner masurischen Heimat beschreibt. Er selbst nannte sie "zwinkernde Liebeserklärungen an mein Land". Sein mit zwei Millionen Exemplaren meistverkauftes Werk "Deutschstunde" (1968) handelt von einem Polizisten im Nationalsozialismus, der aus einem pervertiertem Pflichtgefühl heraus das Malverbot seines Freundes überwacht. Das Buch wurde erfolgreich verfilmt und ist seit mehreren Generationen Schullektüre. Neben seinen Romanen und Erzählungen verfaßte Lenz auch Hörspiele, Essays und Theaterstücke wie "Zeit der Schuldlosen" (1961). Häufig setzte er sich schriftstellerisch mit dem Altern und mit der Zerstörung des Lebensraumes auseinander. Lenz' Bücher sind in dreißig Ländern erschienen und in zweiundzwanzig Sprachen übersetzt worden.
Text: F.A.Z., 17.03.2006, Nr. 65 / Seite 33
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