Mr. Euro: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet

Ratlose EZB

„Ungewöhnlich hoher Grad Unsicherheit“

Die Europäische Zentralbank steckt wieder mal in der Zwickmühle: Die Wirtschaft im Euro-Raum schwächt sich nach Einschätzung von EZB-Präsident Trichet ab. Zugleich seien die Risiken für die Inflation aber nicht verschwunden. So hält die EZB ihren Leitzins stabil - und gibt auch keine Hinweise auf baldige Senkung.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Oktober 2008 02:36

Man sollte sein Geld sofort in bar abholen!

Michael Menzel (Galenos)

Es ist mehr als verdächtig, daß kein Tag der letzten Woche vergangen ist, daß mehrere Politiker mehrmals am Tag beteuert haben, die Einlagen, wie Sparguthaben und Tagesgelder etc. seien selbstverständlich sicher. Das ist derart auffällig, daß man finanzielle Harakiri-Mentalität haben muß, um den Ansturm auf jegliche Banken in den nächsten Tagen NICHT vorauszuahnen. Man wird Festgelder, bzw. Tagesgelder eben mit einem schmerzlichen Verlust sofort zur Herausgabe fordern müssen. Die Banken werden nicht zögern, den Kunden die Unsinnigkeit und die vermeintliche Sicherheit ihrer Anlagen und drohende Zinsverluste auszumalen. Das ist allemal besser, als unter Umständen über längere Zeit oder nie mehr sein Geld flüssig machen zu können. Die freiwillige Einlagensicherung ist längst durch die ca. 50 Milliarden zur Rettung der beiden Hauptpleitiers aufgebraucht. Alles, was über 20.000 EUR geht ist NICHT mehr gesichert. Was darunter ist, weiß kein Mensch vorauszusagen. Die Regierung weiß, warum sie keine neuerlichen erhöhten Garantien den Sparern zubilligen will. Sie könnte sie nicht mehr einlösen! Es ist 10 nach 12. Das einzige was noch ziemlich sicher ist, ist der Euro an sich, aber die Banken haben alles Vertrauen und Kapital verspielt.

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02. Oktober 2008 20:01

Wirklich Banker?

Margrit Steer (Margrit-Steer)

man muß ja auch mal die Frage stellen, ob bei der EZB überhaupt wirkliche Banker sitzen, oder ob das nicht auch wieder, wie überall im öffentlichen Sektor, Gefälligkeitsposten sind. Die Frage muß erlaubt sein, denn wir haben ja nun oft genug erlebt, dass auch in Aufsichtsräten kein Fachpersonal vorhanden ist. An allen Ecken tritt es jetzt offenbar zu Tage, das Kungeln und Pöstchenschachern der letzen 20 Jahre. Wo früher ob bei B anken oder Wirtschaft, wirkliche Fachletue waen, sind heute teilweise Laien die nur die richtigen Beziehungen hatten. Es wurden Stellen und Posten doch nur noch nach Vitamin B vergeben.

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02. Oktober 2008 17:49

Der Bürger zahlt so der so

Robert Schrey (etiterum)

Drei Auswege aus der Krise (natürlich auch Mischformen denkbar): 1. Staatliche Rettungsaktion: Höhere Steuern 2. Rettung durch die Notenbank (wie früher unger Greenspan): höhere Preise (Infla) 3. Aufgabe der Finanzindustrie: weniger Wachstum in der Zukunft Schön ist das alles nicht.

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02. Oktober 2008 17:18

Klarheit durch googeln unter 'Evolutionsprojektwissen'

Rüdiger Kalupner (Ruediger_Kalupner)

Das herrschende Nichtwissen bei den Bankern in aller Welt über die Evolutiosnsprozesslogik der Finanzsystemkrise und ihren evolutionsprozess-logischen Ausgang ist das Maximum des Wünschbaren, weil heilsam. Warum? Weil alle Verwirrten auf jene Informationen (sofort intern) reagieren werden, die ihr Nichtwissen in Klarheit über das Evolutionsprojekt in die nächste Weltordnung des weltindustriellen Fortschritssprozess verwandeln wird. Sie werden das ganze, weltrevolutionäre Ausmaß des anstehenden Epochenwechsel, und nicht nur den für die Institutionen für den Weltfinanzmärkte, erkennen. Und das ohne einen Grad von Unsicherheit. Diese Informationen kommen heute noch allein von mir. Vielleicht lassen Angela Merkel und Präsident Medwedjew während ihres heutigen Zusammentreffens etwas von diesem Wissensstand an die Öffentlichkeit. Beide sind informiert. Medwedew könnte diesen Stand schon mit seiner Aussage angedeutet haben: "Wir müssen gemeinsam arbeiten an der Schaffung eines neuen und gerechteren wirtschaftlichen Systems in der Welt." Alle anderen können in einen Blick in das 'neue und gerechtere wirtschaftliche System für die Welt' tun, und dies kostenfrei: unter dem Suchbegriff 'Evolutionsprojektwissen' bei Google.

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02. Oktober 2008 17:02

Die Lage ist nur unter den Bankern unsicher....

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

...denn die wissen einfach nicht, ob sie überhaupt noch jemanden finden, der ihnen ihre faulen Zertifikate abkauft statt sich - mit dem gleichen Ergebnis - seinen Kamin mit "Franklins" anzumachen. Die Banken wissen eigentlich genau, wieviel sie verlieren werden, nur herausrücken will damit keiner. Stattdessen wollen alle ihre "faulen Kredite" aus den Bilanzen schönen auf Kosten der Steuerzahler und am liebsten billiges Geld von den Notenbanken, damit sie munter weitermachen können. Die einzige Folge der Kreditkrise wird sein, das die astronomischen Preise für armselige Bretterbuden in Amerika nach unten korrigiert werden und die Banken mal für die nächsten Jahre nicht 25% Eigenkapitalrendite ausweisen und ihren Managern Millionengehälter zahlen können. Die Realwirtschaft wird weiterarbeiten, weiterverdienen, nur die Luftschlösser der Banker verwandeln sich in Kartons unter Brücken. Wohl dem, der einen ehrlichen Beruf gelernt hat und als Facharbeiter, Handwerker oder Ingenieur seine Brötchen verdient !

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02. Oktober 2008 15:35

Woher der Unfug?! Warum ständig hier wiederholt?

Sophia Orti (rum)

"So hatten unter anderen die Gewerkschaft Verdi und die französische Regierung vor der Sitzung eine deutliche Senkung des Leitzinses in den 15 Euro-Staaten gefordert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bei niedrigeren Zinsen können Banken sich billiger Geld bei der Notenbank besorgen. Damit kommen Unternehmen und Verbraucher günstiger an Geld, was die Investitionen und den Konsum ankurbeln kann." --- Also, auch ich wiederhole: Notenbankkredit ist weder für Investitionen noch für Konsum bestimmt, für Investitionen kommen nur Ersparnisse in Frage, mehr Investitionen sind also nur mit weniger Konsum möglich. Mit billigem Geld kann man nicht beide erhöhen, sondern genau das Gegenteil tun: führt nur zu allgemeine Verarmung, zuerst mit Täuschung, danach offensichtlich. Ist das, was die Gewerkschaften und die Regierungen wollen? Ich vermute ja, sie wollen uns mit diesem Betrug von ihnen abhängig machen.

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02. Oktober 2008 14:21

Die realitätsverdrängende Sturheit der EZB ...

Ingo Ellinghaus (ellini)

... hat mich nicht überrascht. Ob die EZB wohl meint, mit hohen Zinsen hohe Rohstoffpreise bekämpfen zu können? Ja vielleicht, - auf Kosten einer weltweiten Rezession, die am härtesten die kleinen Leute trifft. Was meiner Meinung nach erforderlich ist, sind niedrige Zinsen und niedrige Einkommenssteuern. Zur Bekämpfung hoher Rohstoffpreise würden Verbrauchssteuern auf Rohstoffe besser helfen. Aber das weiss der Herr Trichet und seine stabilitätsfanatische Clique sicher viel, viel besser.

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