
Warum usurpiert man bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Kehlmanns Roman als einen deutschen?
Kehlmanns Roman ist ein oesterreichischer.

Nach diesem weltweiten Lob des Buches von Herrn Kehlmann möchte ich die werten Leser doch auf einen gravierenden Fehler in "Der Vermessung der Welt" auf S. 128 aufmerksam machen. Hier beschreibt Herr Kehlmann, wie Humboldt den magnetischen Äquator im Boot überquert und dabei die magnetischen Instrumente beobachtet: "Bei San Carlos zeigte die Inklinationsnadel steil abwärts, während die Kompassnadel sich nur zögernd für den Norden entschied. Humboldt betrachtete die Instrumente mit andächtiger Miene. Der magnetische Äquator. Von diesem Ort hatte er als Kind geträumt".
Herr Kehlmann merkt nicht, dass er das Verhalten der magnetischen Messinstrumente am magnetischen Nord- oder Südpol beschreibt.
Humboldt hat diese Angelegenheit übrigens nicht in seinem Bericht 'Vom Orinoko zum Amazonas' (Brockhaus Verlag 1985) beschrieben.
Ich habe mehrfach versucht, Daniel Kehlmann über seinen Verlag zu erreichen. Ohne Erfolg. Wenn man als Geophysiker auf derartig krasse Fehler stößt, dann fragt sich der geneigte Leser natürlich, wie es in anderen Teilen des Buches mit der Gründlichkeit der Recherche steht.
Prof. Dr. Karl Fuchs, Universität Karlsruhe

So viel mir aus der uralten Freundschaft mit dem (leider schobn verstorbenen) Michael Kehlmann, Daniel Kehlmanns Vater, bekannt ist, ist der genannte Autor Österreicher. Er ging in Wien zur Schule, hat in Wien studiert und ist österreichischer Staatsbürger.
Es handelt sich also nicht um einen deutschen Roman, mit deutschsprachig wäre der Sachverhalt angemessen ausgedrückt.
Bernd Gallob Wien