„Die Vermessung der Welt“

Wie die Welt auf den Bestseller reagiert

In sieben Ländern ist Daniel Kehlmanns Roman bislang erschienen

In sieben Ländern ist Daniel Kehlmanns Roman bislang erschienen

30. März 2007 Es ist einer der erfolgreichsten deutschen Romane der vergangenen Jahrzehnte: Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“. Eine Million Exemplare wurden davon allein im deutschsprachigen Raum verkauft, die Rechte sind bislang in annähernd dreißig Länder verkauft worden (siehe auch: Daniel Kehlmann geht mit seinem Roman auf Rekordkurs und Daniel Kehlmann über „Die Vermessung der Welt“).

Doch wie liest das Ausland Kehlmanns Welterfolg? Das raffinierte Buch über Carl Friedrich Gauß, Alexander von Humboldt und die deutsche Klassik ist bislang in sieben Sprachen erschienen. Unsere Korrespondenten tragen die Reaktionen aus Amerika, China, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien und den Niederlanden zusammen.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Helmut Fricke, Montage FAZ.NET

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Amerika

Wunderbares Land

Die Erwartungen waren hochgespannt, vielleicht sogar vermessen, und das offenbar nicht nur im Verlag Random House. Die Kritiken reagierten verhalten.

China

Wo bleibt die Philosophie?

Keine Frage, Daniel Kehlmann könnte in China eine große Zukunft haben. „Die glatten Sätze, den tiefgründigen Humor und die auf der Oberfläche schwimmende Melancholie“, preist ein begeisterter chinesischer Leser im Internet den Roman an.

Spanien

Respektlose Spottlust

Alexander von Humboldt ist in der spanischsprachigen Welt ein Säulenheiliger, und in Lateinamerika begegnet man seinem Bildnis oder seinem Namen öfter als in Deutschland. Deutsche Erzählliteratur betrachtet man gemeinhin jedoch mit Skepsis.

Frankreich

Ohne jeden Komplex

Als literarisches „Wunderkind“, geistreich, sprühend und intelligent wurde Kehlmann an den Rändern des Literaturbetriebs gefeiert. Erst im Februar wurde angesichts solcher Hymnen auch das Großfeuilleton hellhörig.

Ungarn

Aufregend deutsch

Über einen „mit sonderbarer Phantasie, Kraft und glänzender Technik geschriebenen philosophischen Abenteuerroman“ freute sich die ungarische Kritik. Einzig, dass der ungarische Mathematiker Bolyai nicht vorkommt, findet man schade.

Italien

Beste Erzähltradition

„La misura del mondo“ verwandelte sich nicht in den Strandbestseller für die dreimonatigen Schulferien, gleichwohl erntete Kehlmann viel Sympathien. Das Lob blieb jedoch ein zweischneidiges.

Niederlande

174 Zentimeter

Deutsch und zugleich komisch? Das findet man bei unseren Nachbarn in Holland und Flandern reichlich komisch. Der Verkaufserfolg erklärt sich gewiss auch aus dem Überraschungseffekt dieser ungewöhnlichen Kombination.