Zum Tode Walter Kempowskis

In der Echokammer seines Jahrhunderts

Spezial Sein Kindheitstraum war, „Archiv“ zu werden. Als Chronist der Deutschen wurde er zu einem der bedeutendsten Autoren seiner Generation. Nun ist Walter Kempowski im Alter von achtundsiebzig Jahren gestorben. Von Edo Reents.

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Oktober 2007 13:32

Edo Reents, Nachruf W. Kempowski

Renate Schellhaas (RenateChrista)

Verehrter Herr Reents,
Ihr Nachruf, Ihr Text ist wunderbar und trifft den Menschen Walter Kempowski trefflich! Er tröstet in der Trauer, nennt Versäumtes genau beim Namen und läßt die Kränkungen beiseite, die Kempowski angetan wurden.
Die FAZ ist unentbehrlich, Ihre Texte ebenso,
Renate Schellhaas
Danke!

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06. Oktober 2007 01:06

kempowski

Hendrik Röder (hendrikroeder)

Lieber Herr Reents,
ein wunderbarer Nachruf!

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05. Oktober 2007 20:52

Wie schriftstellere ich richtig ;-)

gisbert heimes (gisbert4)

Seine Seminare sind sein größtes Verdienst.

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05. Oktober 2007 20:41

Zum Tod von Walter Kempowski

Renate Schellhaas (RenateChrista)

Ein großer Mensch, ein wahrhaft aufrichtiger Mann!
Trauer im ihn; ein Segen, daß er in den letzten Jahren die ihm längst zustehenden Preise und Ehrungen erfahren hat.
Zur Buchmesse 2006 durfte ich ihn noch einmal hören, in St. Katharinen in Frankfurt, leider dünn besetzt das schöne Gotteshaus.
Textpassagen aus "Alles umsonst".
"Aus tiefer Not schrei ich zu dir", Orgel.
Alle waren still und ergriffen.

Trauer um einen großen Schriftsteller, einen vorbildlichen Deutschen; Zeichen der Zuneigung und Hochachtung seiner Familie.
Renate Schellhaas, treue Leserin seiner Bücher und Texte,
Bischofsheim bei Rüsselsheim

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05. Oktober 2007 16:39

Kempowski war was besonderes

Bernd Volkhardt (BeVo)

Walter Kempowski war einer der ganz wenigen Schriftsteller (nach 1945) den ich wirklich mit Begeisterung gelesen habe. Die langweiligen BRD-Moralisten Böll, Grass, Lenz, etc. empfand ich immer als unlesbar, heuchlerisch und nervtötend.
Kempowski war eine Ausnahme!

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05. Oktober 2007 14:05

W.K. +5.10.

Friedrich Paff (Paff)

W.K . + 5.10.2007


Den Tod durchschritten
fällt nun das Lot
was mißt es aus
Tiefe oder Höhe
ist Antwort, Echo ?

in Moskau
beim Patriarchen
nah die ungeteilten Stunden

im Gefängnis Bibel als Lektüre

dann Schule, Literatur
Wahrnehmung , Handwerk
Hingabe für einfache Menschen
Alltag, Sorge, Freude

im Marburger Kerner
hallte das Echo
von den Wänden nachts

im dunklen Gewölbe
wo die Gebeine gestapelt geruht
Finsternis und Banalität
des letzten Krieges
unfaßbares Grauen

wer hört all die Stimmen
dieses gleichzeitige Summen
des von Menschen gesprochenen Geisterchors
im Verstummen

wenn er die Engel begrüßt
sein Lächeln
bescheiden wie immer
wird es sein

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05. Oktober 2007 12:41

Ein großer Verlust

Marc Müller (Krzyzak)

Ich muß sagen, daß mich der Tod von Walter Kempowski wirklich persönlich getroffen hat. Obwohl ich ihn nicht kannte, war er mir doch über viele Jahre ein treuer Begleiter. Sei es in Buchform oder in Sprüchen. Tadellöser war es, was Walter Kempowski zu Papier brachte. Miesnitzdörfer wie man ihn zeitweise behandelte.
Hat Heinz Erhardt recht wenn er sagt, "den großen Ruhm erworben, hat man erst dann, ist man gestorben"?
Walter Kempowski gehört für mich mit Arno Surminski und Siegfried Lenz zu den ganz Großen deutschen Gegenwartsschriftstellern.
Mögen seine Bücher noch viele Generationen zum Nachdenken bringen.

Marc Müller

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05. Oktober 2007 12:15

Zum Tode Walter Kempowski

Michael Königs (blumfeld68)

Er, der aufrichtig war, der nur zu ehrlich mit sich und den Deutschen umging, der uns, der Jugend, den Krieg durch die Veröffentlichung eines kollektiven Tagebuchs vor Augen führte und somit zur Aufklärung beitrug, ist jetzt tot. Wenn man über Böll sagt, er wäre die moralische Instanz der Deutschen, so kann, ja, so muss man dieses auch von Kempowski sagen. Er besaß viel Lebenssinn und Nachdenklichkeit - mit Walter Kempowski starb heute eine Schriftstellerpersönlichkeit, die man vermissen wird.

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05. Oktober 2007 11:35

Einer der ganz großen

Marvin Parsons (mapar)

Eine sehr traurige Nachricht. Ein Trost: Sein Werk wird noch gelesen werden, wenn die Volkserzieher und politisch korrekten unter den Nachkriegsschriftstellern nur noch in Germanisten-Proseminaren einer Rolle spielen.

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