
Ich konnte mich bestens amüsieren über das Interview. Grass kam mir sowieso schon immer humorlos und peinlich vor. Wenn man schon für Gerhardt Schröder Werbung macht. Kempowksi dagegen hat und hatte sowas nicht nötig.Er beweist auch im Interview wieder seinen Humor, der leider selten geworden ist. Seine subtilen kleinen Provokationen, die für mich zu running gags geworden sind, wenn man ihn seit Jahren in den Medien beobachtet, funktionieren heute noch, wie die Kommentare zeigen. Witzig! Und ich denke, er nimmt sich und seine Aussagen am wenigsten ernst, auch wenn er es sehr ernst meint (Kompliziert). Selbstironie (und vor allem Ehrlichkeit) hat er jedenfalls meiner Meinung in seinen drei Tagebüchern bewiesen.

Herr K. schreibt und kompiliert nicht nur langweilige Werke, er beklagt sich darüber, dass keiner sie kauft und er nicht mit Literatur-Preisen überhäuft wird. Hoffentlich sind die Juroren der Literaturpreise nicht von dem Nöl-König beeinflussbar.
Eine Dame hat lt FAz vom 28.09.06 Herrn K.s Nölereien erhört und einen Preis gestiftet. Ist Herrn K., dass eigentlich peinlich oder will er er mit den Nölereien ein neues Geschäftsfeld entwickeln?
Herr K. wird nicht unterschätzt. Er wird viel zu Ernst genommen.
Schade, Schade !

habe früher viel kempowski gelesen, uns gings ja noch gold, jawoll, nicht missnitzdörfer und jensen wie heut.
ganz unverständlich ist mir, wie seine verbitterung und seine humorlosigkeit entstanden sind..... über erfolglosigkeit? da sollt er nicht klagen. das wort ranküne mag ich sehr ;-))

versteht man, was Kempowski meint...

Bin enttäuscht von Kempowski; Weltschmerz und Verbitterung auf der ganzen Linie:
1. "böllgeschädigt" gehört ins Wörterbuch des Unmenschen. Gerade Böll lebt "Heiterkeit".
2. "Lions-Club-Leute" können zu Konvertiten mutieren.
3. "Mitleid mit Grass": Ich auch, mit Kempowski ebenfalls.
4. Kinder nach dem 4. Schuljahr mag ich auch "sehr gerne", sie sind keine "Verlorenen". ogottogott!
G u i d o H e i n e n

Wie kann ein Gegenwartsautor sich zu dem folgenden komplett hanebüchenen Satz hinreißen lassen: „Bis heute hat ein Wilhelm Busch keine Daseinsberechtigung in unserem böllgeschädigten Bildungssystem. Die junge Generation wurde von Achtundsechzigern erzogen, und Revolutionäre können keinen Sinn für Humor haben“. Busch und das, was man irrtümlich für seinen Humor hält, haben im deutschen Spießertum bis heute nur zu üppig Karriere gemacht. Genau das hat Böll in seinen Frankfurter Vorlesungen überdeutlich zeigen können. Wenn unser Bildungssystem doch nur „böllgeschädigt“ wäre! Es könnte ihm nichts Besseres widerfahren, denn dann wäre es durch und durch human. Außerdem hat Böll weit vor 1968 der Weltliteratur bewiesen, was Humor, Witz, Satire in der Kunst vermögen. Das nicht zur Kenntnis zu nehmen, zeigt an Kempowski die äußerste Humorferne, die denkbar ist. Von ihr zeugt das gesamte Interview – und von Ranküne.