Elfriede Jelinek

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Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat zwei Kapitel eines neuen Romans im Internet veröffentlicht. Ein Gespräch über den „Privatroman“ und die Öffentlichkeit, die Schuld beim Schreiben und die Autorion als lebende Tote.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. April 2007 14:03

Zwang des fait accompli

Karsten Cascais (karstencascais)

Wenn das Werk hier wirklich erst im Entstehen ist – und das muss den Erläuterungen von Frau Jelinek entnommen werden - , haben wir es mit einem atemberaubenden Projekt zu tun. Denn jede Vorveröffentlichung bindet den Autor und er schafft sich Zwänge, wie jemand, der auf dem Markt hinausgeht und mit anderen heftig zu diskutieren beginnt und dann sehen muss, wie er wieder da heraus kommt. Und das jedes Mal, wenn wieder etwas erscheint, aber man an jedem Tag eben in Wirklichkeit ein anderer ist. Natürlich könnte Frau Jelinek, was sie sich ja ausdrücklich vorbehält, den Roman einfach als Torso stehen lassen oder ihn von der Seite nehmen. Aber das wäre ein offenkundiges Versagen. Und nichts ist in der Welt, was nicht darin bleibt.

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