
Nüchtern betrachtet mag man Herzog zustimmen.
Allerdings war die von ihm getroffenen Aussage unsensibel und indifferenziert. Schließlich hat die ältere Generation auch in die Rentenkassen einbezahlt und, auch das darf man nicht vergessen, mit der von ihr bezahlten Steuer das Schul- und Universitätswesen mitbezahlt.
Kritisieren muss man allerdings, dass ausgerechnet ein ehemaliger BGH Richter, also ein Beamter, und ein ehemaliges Staatsoberhaupt, also ein Politiker, Dinge einfordert, für die er 1.) nie etwas monetär abgedrückt hat und 2.) opulent altersversorgt wird.
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<br>Unsere ohnehin auseinander kluftende Sozialgemeinschaft gegeneinander auszuspielen, ist äußerst verwerflich. Von diesem doppelmoralischem Politikergesappel sollten wir uns nicht infiszieren lassen und uns nicht beirren lassen, wenn mit sensationsgeladener medialer Unterstützung ständig von den tatsächlichen Problemen abgelenkt wird (Klimahysterie, Raucherdebatten, usw.).
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<br>Wie sollen wir denn gemeinschaftlich wieder zusammen finden, wenn wir uns ständig mit inszenierten Themen die Köpfe gegenseitig einschlagen?
Lasst uns aufhören zu lamentieren und fangen wir endlich damit an, am "Wir- Gefühl" zu arbeiten.

Natürlich ist eine Rentenhöhung im jetzt geplanten Umfang dem Grunde nach berechtigt. Schade ist, dass man sich leichtfertig über vor garnicht allzu langer Zeit getroffene Entscheidungen hinwegsetzt. Leider werde ich den Verdacht nicht los, dass damit auch die zum 01.07.2008 vorgesehene Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung verschleiern will. Aber daraus im Hinblick auf künftige Wahlen Gefahren zu konstruieren, ist schon sehr verwegen. Es ist doch allemal sinnvoller, wenn Bürger in diesem Staat bestimmen, die ihr Leben lang Steuern gezahlt haben und ihren Beitrag zum Wohlergehen aller geleistet haben, als z.B. 18-Jährige ohne Schulabschluss, die dem Staat, und damit den Steuerzahlern, nur zur Last fallen. Da ist mir eine sogenannte Rentnerdemokratie schon lieber.

Ausgelöst wurde diese Krise durch die fixe Idee mancher Deutscher,
man könne seinen Kindern willkürliche Schulden vererben, die diese
dann lebenslänglich abtragen müssen.
Derartige Schneeballsysteme (Umlage) leistet sich aus gutem Grund
kein anderes Land der Welt. Dazu kommt, dass, sollten die Kinder die
ihnen ungefragt vererbten Schulden nicht bezahlen, selbstverständlich
der Staat (also die Steuerzahler) haften soll.
Schade, dass man die Erfinder dieses Schneeballsystems nicht für die
Folgen haftbar machen kann. Sie haben längst abkassiert und Anderen
ihre Schulden vererbt.

Überhöhte Rentensteigerung?
In der Verteilungsdebatte zwischen alt und jung vermisse ich einen entscheidenden Gesichtspunkt: Die Produktivität des einzelnen hat in den vergangenen 50 Jahren fast unfassbar zugenommen: Für ein Kilo Weizenmehl war vor 50 Jahren 35 mal so viel bäuerliche Arbeitszeit nötig wie heute. Analog hat sich die Arbeitszeit für die Herstellung von ein Paar Schuhen oder einem Auto verringert. Der Rückgang der Arbeitszeit, die in einem Produkt steckt, bewirkt einen entsprechenden prozentualen Rückgang der Rentenbeiträge der Arbeitnehmer.
Möglich wurden diese Einsparungen durch Kapitalinvestitionen, die meine Generation (Jahrgang 1930) erarbeitet hat. Diese Investitionen sind in effektivere Produktionsverfahren, bessere Organisation und Logistik geflossen, aber dafür wurden keine Rentenbeiträge bezahlt. Ehe man deshalb bei 1,1 Prozent Rentenerhöhung und teilweise über 3 Prozent liegender Inflationsrate von „überhöht“ spricht, sollte man darüber nachdenken, wie man die Rentner gerechter an den Produktivitätssteigerungen beteiligt.
Fritz Nestle, Prof. a.D.

Herr Herzog hat unrecht. Die Staatsquote ist ja schon so hoch, daß die jungen Menschen gar nicht mehr ihre Zukunft gestalten können. Niedrige Zukunftsaussichten verringern die Geburtenquote und die Abwärtsspirale geht weiter. Merkel und Struck sind unfähig, etwas für die Zukunft des Landes zu tun. Die Staatsquote ist ja schon längst verfassungswidrig, denn diese Steuern haben die Grenze des Zumutbaren schon seit langem überschritten. Von diesen Parteien SPD und CDU kann man nach der Mehrwertsteuerlüge auch nichts Vernünftiges mehr erwarten.

Der hat uns gerade noch gefehlt: Großpensionär Herzog mit 10.000 Euro Pension jeden Monat sollte seine Sprache von der Ausplünderung der Jungen durch die Alten auf sich selbst beziehen, denn er selbst ist als Großpensionär Ausplünderer der Staatskasse und scheint keine Skrupel zu haben, hemmungslos abzukassieren was die Beamtenvorsorge so hergibt.
Niemand hat ihn gerufen, um seine widerwärtige Anbiederung an die Jüngeren loszutreten ohne selbst auch nur eine Kopeke seines Pensionsgigantismus zu opfern. Scheinheiligkeit scheint nicht mehr zu überbieten sein.
Vielleicht sollte man allen Rentnern keine Rente, sondern Beamtenpensionen zahlen. Dann müßten verbeamtete Pensionäre auf ihresgleichen eindreschen.
...

...es ist Hetze übelster Art,die hier betrieben wird. Die junge Generation aufzuhetzen, ist nicht sonderlich schwer. Sie haben keine bis wenig Lebenserfahrung, haben keine Perspektiven, keine oder schlecht bezahlte Arbeit u.hören dann solche Worte von einem Ex-Bundespräsidenten, der sich gerne vor den Karren der Neoliberalen spannen lässt.
Herzog hat jahrzehntelang das Brot derer gegessen, die er jetzt angreift. Da seine Pension sich aus seinen Tätigkeiten an Unis, als Minister in BW, als Verfassungsrichter u. als Bundespräsident aufrechnet auf einen 5- stelligen Betrag, eine Pension, für die Herzog nie einen Pfennig/Cent eingezahlt hat, sollte ihr Ärger vielleicht in die richtige Richtung zielen.

Es geht nicht um hohe Pensionen es geht um die Renten der blue color worker die
genauso das Recht haben zu leben. Diese Rentner sind am und unter dem Existenzminimum!!!! Die permanten Mehrbelastung der letzten Jahre kennt jeder! Hartz IV stellt sich weit besser. Die Politiker sollen bitte bei den Jungen keine Volksverhetzung betreiben.
Haette die Politik bei der Wiedervereinigung und den Aussiedlen nicht die Rentenkasse der Westdeutschen gebluendert wuerden wir heute besser dastehen.
Dies war eine Sache die aus Steuern haette bezahlt werden muessen und die Rentenbetrage unserer Ostdeutschen Brueder und.Schwestern haetten qualifizierter bewertet werden muessen.
Wenn die Politik sich hier nichts einfallen laesst, dann muessen die Rentner die Partei waehlen die Ihnen hilft nicht in die Armut zu gehen. Vielleicht zahlt dann das Sozialamt und da regt sich ein Herr Herzog nicht auf.
Gruss 4230southeast

Auch wenn ich als Rentner ein Festhalten an der Rentenformel begrüßt hätte, bestürzt mich doch die Aussage des Herrn Herzog. Welche Konsequenz zieht er denn aus seiner Feststellung? Wahrscheinlich keine, aber mit vollen Hosen ist gut stinken! Ein weiteres Beispiel für unsere selbstgefälligen Politiker. Was wir in diesem Land brauchen ist wohl wieder eine APO, denn im Bundestag gibt es keine wirkliche Opposition oder?

Herr Altbundespräsident - Sie sollten einmal darüber nachdenken, wer Ihre so enormen Bezüge finanziert hat - auch die heutigen Rentner, die Jahrzehnte für die Alten bezahlt haben, also auch für Sie. Heute mit Renten, die seit Jahren nicht den steigenden Kosten angepasst wurden. Bei Politikern selbstverständlich - sicher auch bei Ihnen!!! Wenn man selbst im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen werden!

Wieder schwadroniert ein Blinder über Farben! Als Großpensionör, der das Zehnfache einer Durchschnittsrente kassiert, ist sein begrenzter Sachverstand in diesem Bereich nachvollziehbar. Pikanterweise gehört er zu denen, den Alten, die "abkassieren".
Rentnerdemokratie! Die haben wir doch längst, nur andersrum! Wer mit fünfzig und älter keinen Platz mehr auf dem realen Arbeitsmarkt findet, ist offensichtlich fähig, noch ein, zwei Jahrzehnte als Minister, Abgeordneter, Vorstand, Aufsichtsrat und ähnlich unwichtigen Posten sein Geld zu verdienen.
Mal eine Rechnung: Wenn man die Renten schön niedrig hält wie in den letzten fünf Jahren, können auch künftige Generationen sich nur auf eine niedrige Rente freuen, ausgenommen natürlich die Rentnerdemokraten ala Herzog oder Lafontaine.

Was machen wir mit unserer angeblich so hohen Rente? Wir leben davon und verteilen, sofern das möglich ist, den Rest an unsere Kinder und Enkelkinder. Wie wir verhalten sich vermutlich einige Millionen Eltern in unserem Land. Unserem Alt-Bundespräsident Herzog wäre zu empfehlen über sein dummes Geschwätz einmal nachzudenken.

Die Versorgung unserer älteren Generation wird nicht ausschliesslich mit dem Bezug einer Rente geleistet. Ein erheblicher Anteil bekommt seine Verorgung durch den Bezug einer Pension, sind also Beamte. Ein anderer Personenkreis hat auch seine eigene priviligierte Alterskasse, es sind die Ärzte, Notare. Dass die Erhöhung der Beamten-Pensionen automatisch mit der Erhöhung der Beamtenbezüge einhergeht ist leider vielen Mitbürgern unbekannt. Es müssten aber alle Versorgungsbezüger gleichgestellt werden, also auch Nullrunden für Beamte und Ärzte !! Wetten daß sich sich Beamte und Ärzte, Notare etc. immer besser stellen werden.

In Utopia würde das deutsche Rentenproblem wie folgt erfolgreich gelöst:
1. Jedes Paar hat mindestens drei Kinder zu zeugen und so zu erziehen, damit sie lebenstüchtig werden und den Generationenvertrag erfüllen.
2. Die deutsche Wiedervereinigung ist sofort rückgängig zu machen oder so zu gestalten, daß die ostdeutschen Altrentneransprüche deutlich geringer ausfallen.
Das ist natürlich reinste Utopie. Deswegen müssen wir ein bißchen Generationenkonflikt einfach aushalten.

Um es immer und immer wieder zu sagen: Herr Helmut Kohl hat seinerzeit den Menschen aus Ostdeutschland aus historisch notwendigen Gründen Renten gewährt, die aus unserer Rentenkasse genommen worden sind und nicht etwa über Steuer finanzierung worden sind. Ebenso Donaudeutsche, Rußlanddeutsche etc. ALLE DIESE MENSCHEN HABEN NIE ETWAS EINBEZAHLT und die Summen die hieraus resultieren sind gigantisch. Das ist doch der heutige Grund für die Knappheit der Gelder. Da nützt es nichts, daß die Älteren Ihren Beitrag einbezahlt hat, denn er ist eben für Nichtbeitragszahler quasi enteignet worden und gerade deshalb ist eine GENERATIONSGERECHTIGKEIT von Nöten, die natürlich auch durch die demographische Entwicklung begünstigt ist. Es ist immmer dasselbse, die Probleme werden auf morgen verschoben, wenn die Politiker schon lange nicht mehr im Amt sind. Wieder Milliarden vergeigt, für Wählerstimmen, diesen Prozeß politisch schädlicher Handlungen für Wählerstimmen sollte irgendwie gestoppt werden.

Ich bin noch lange kein Rentner und somit solider Rentenbeitragszahler ohne Rückzahlungsaussicht.
Dennoch wird mir wirklich übel, wenn die richtigen Plünderer des Systems, die Pensionäre, sich dann noch so weit aus dem Fenster lehnen.
Ich bin kein Fachmann, aber Herr Herzog dürfte aufgrund seiner Tätigkeiten heute über ein "leistungsloses" monatliches Einkommen von mindestens EUR 10.000,00 p.m. verfügen (hinzu kommen natürlich erhebliche Leistungen aus der Beihilfe für seine hervorragende medizinische Versorgung, falls er diese mal benötigt). Und das ist, glaube ich, eine sehr konservative Schätzung.
Natürlich hat er dafür in seinem Leben auch nicht einen Pfennig oder Cent eingezahlt und natürlich wird diese Leistung auch 13mal im Jahr überwiesen.
Na wenn das keine Ausplünderung ist, was ist es dann???
Das zeigt aber erneut, wie weit sich unsere politische Kaste von ihren Wählern entfernt hat...

Herr Herzog selbst hat nie in die Rentenversicherung eingezahlt, so wie alle Politiker und Beamten. Für seine jetzige Pension hätte er regelmäßig mindestens 5000€ pro Monat einzahlen müssen.
Wer eine normale Rente in Deutschland erhält, dies hat eine Schweizer Studie ergeben, müsste mindestens dreimal so viel Rente erhalten. Davon könnten sie gut leben. Nun, wo ist das Geld geblieben? Einer der Nutznießer ist Herr Herzog und alle anderen Politiker und Beamten dieses Staates. Sie zahlen nichts ein, aber sind die größten Nutznießer des Systems. Vielleicht wurde es nur deshalb geschaffen!
Wer es nicht glaubt - schaut sich den Bundeshaushalt von 2006 an. Er zeigt auch klar und deutlich, dass die Politiker völlig überfordert sind, einen Staat zum Wohle des Volkes zu führen. Sie sollten eigentlich für die Politik leben und nicht von der Politik. Ansonsten lässt es sich auch gut nachrechnen, dass die Einzahler nicht die Nutznießer ihrer eingezahlten Beträge sind. Dies sollte Herr Herzog einmal tun, statt die Generationen gegeneinander aufzuhetzen.

Für wie dämlich wird der deutsche Rentner eigentlich gehalten?
Bis zu ca. 13€ und der Rentner jubelt ? Jetzt endlich ist klar was er nächstes Jahr
wählt. SPD oder CDU oder die derzeitige Regierung ?
Der Pensionär Herzog kann nach einem Essen dem Kellner13€ Trinkgeld geben,
der Rentner was macht der bloß mit dem vielen Geld???

Roman Herzog hat vollkommen recht: Wir haben einen strukturellen Interessenkonflikt zwischen den Generationen, wie man ja auch bei der Einführung der Studiengebühren sieht. Am liebsten sind den Alten verschuldete junge Leute, die gezwungen sind mit schlechten Arbeitsverträgen ihr Geld zu verdienen, von dem dann wieder hohe Sozialabgaben abgezogen werden können.
Das Problem ist, dass die Jungen zur Zeit noch zu wenig Macht haben. Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann.

Ich hätte nicht gedacht, daß sich der Alt-Bundespräsident Herzog zu dem Thema Rentenerhöhung so äußert, wie er es getan hat, da er selbst zu der gescholtenen Bevölkerungsgruppe - die Alten - ebenso zählt wie zu den Rentnern, nur spielt er als Pensionär in der oberen Liga und hat in den letzten drei Jahren eben keine Nullrunden auf seinem Konto gesehen. Daß der Anteil der Älteren in unserer Bevölkerung so groß ist, kann den Älteren nicht angerechnet werden, nein, die Jungen sind zu wenig. Da ich selbst zu den Älteren gehöre, meine ich, daß es den Jungen in einer Rentendemokratie nicht schlecht gehen muß, jedenfalls ist sie mir lieber als eine Demokratie der Singels und kinderlosen Doppelverdiener.
Rolf Häcker

Sollen wir Rentner uns etwa mit eigener Kraft für lebensunwürdig erklären?
Oder lieber selbstentmündigen?
Oder für jede Rentenerhöhung prozentuell Teil unserer Wählerstimmen abgeben?
Das Rentnerproblem wuchs doch schon in Ihren aktiven Zeiten, da hatten Sie wohl Besseres zu tun.

Ich stimme dem Alt-Bundesprädisenten Herzog in der Sache zu, würde jedoch die Rentner nicht zum Sündenbock machen.
Die Bundesregierung sollte m. A. ihren Gesetzesbeschluss zur Heraufsetzung des gesetzl. Renteneintrittsalters auf 67 überdenken. Ich halte die Entscheidung, weil sie m. E. den unterschiedlichen Erwerbsbiographien nicht Rechnung trägt.
Ich präferiere dagegen den Vorschlag der FDP, die einen flexiblen Eintritt in die Rente bei Wegfall der Zuverdienstgrenzen vorsieht. Danach soll für alle Versicherten ab 60 Jahren der Rentenzugang (in Voll- oder Teilrente) möglich sein, unter der Voraussetzung, dass die bis dahin erworbenen Ansprüche des Versicherten aus gesetzlicher Rente sowie betrieblicher und privater Altersvorsorge Ü B E R Grundsicherungsniveau liegen.
Die Grenzen für den Zuverdienst werden aufgehoben, so dass jeder selbst entscheiden kann, ob und in welchem Umfang er neben dem Rentenbezug noch erwerbstätig sein will.

Wenn die Renten und insbesondere ihre Erhöhungen zu teuer sind, schlage ich staatliche Pensionen für alle vor. Diese haben nur Vorteile; denn:
1. werden Beitragszahler nicht belastet, die Jungen können aufatmen,
2. gibt es keine komplizierten Formeln zu immer neuen Kürzungen, sondern stattdessen regelmäßige und unproblematisierte Erhöhungen,
3. sind sie in der Regel erheblich höher als die Renten - die Pensionen des Alt-Bundespräsidenten Herzog könnten werden vermutlich nicht durch mehrere Dutzend Durchschnittsrenten aufgewogen werden.

Das hat unserem Land gerade noch gefehlt: Ein materiell bestens abgesicherter Ex-Staatsdiener zettelt einen Konflikt jung gegen alt an. Demnächst folgen: Beamte gegen Arbeiter, Mann gegen Frau, Arbeitbesitzende gegen Arbeitslose usw.

Hier ist ein völlig falscher Ansatz in der Diskussion gewählt. Das Problem ist nicht "Alt" gegen "Jung", sondern "Rentner mit Kindern" und "Rentner ohne Kinder: Rentner ohne Kinder erheben mindestens dieselben Rentenansprüche wie diejenigen, die Kinder und damit Rentenzahler großgezogen haben. Das ist die eigentliche Dramatik und Ungerechtigkeit in unserem Rentensystem. Dieses Grundproblem wird durch die Herzogdiskussion überhaupt nicht berührt. Und solange das sich nicht ändert, werden wir Diskussionen wie diese in noch verschärfter Form führen. Ich warte auf den Tag, wo unsere Kinder sagen: "Ihr erhebt zwar große Ansprüche. Aber uns, die wir Eure Ansprüche einlösen sollen, habt ihr ja gar nicht gewollt. Deshalb kümmern wir uns nur um unsere eigenen Eltern."

... und deshalb die bissigen Kommentare. Anfang der 90-iger Jahre bestätigte mir R. Dressler (SPD) die Unfähigkeit der Politik, die Ursachen für zu erwartende Löcher bei Renten und vor allem auch bei den Pensionen der Beamten zu bekämpfen. Alles wissen und wußten darum, aber der Eingriff wäre kaum zu kommunizieren gewesen - das parteiübergreifend. Jahre lang passierte nichts und so allmählich dämmert es Vielen, dass die sozialen Sicherungssystem echte Probleme haben. Lösungen gibt es, aber die tun sehr weh und wer das formuliert kriegt was vor die Glocke (Spahn - Herzog - etc) und findet sich bald in der Opposition. Die demokratischen Mehrheiten liegen Links, denn das ist die Gruppierung, wohin umverteilt werden soll. Hier wird in Zukunft bedient, der Rest zahlt fleißig und solange, bis er sich weigert = massiver sozialer Zündstoff. Das zu Recht, denn die Generation der Eltern, nun oder bald Rentner, hinterlassen selbst verschuldet zu wenige Kinder und haben ein Riesendefizit im Staatshaushalt verursacht. Besonders prickelnd ist, dass diejenigen, die selber vorgesorgt haben und das auch konnten, in naher Zukunft auch noch die Alterarmut aus ihren Rücklagen und Renten finanzieren dürfen - weil es reicht sonst nicht!

Demokratie bedeutete immer schon in einer gewissen Art und Weise die Ausplünderung der Minderheit durch die Mehrheit. Dieser Zusammenhang wird nur mit den schönen Worten "sozialen Gerechtigkeit" kaschiert.

Die Parteien entdecken die Rentner als Zielgruppe: 1. loyaler zu den Parteien als jüngere (Wechsel-)wähler, 2. pflichtbewusst gehen sie überhaupt noch zur Wahl, 3. Sie bekommen die numerische Überlegenheit. Sicher, man kann ihnen die Versäumnisse der Politik seit Jahrzehnten nicht vorwerfen (das Problem ist ja seit 30 Jahren bekannt wegen der demographischen Entwicklung). Aber den jüngeren auch nicht!! Allein das Argument, dass Rentner ja schließlich auch jahrzehntelang Beiträge zur SV gezahlt hätten, zählt aber nicht. 1. Die Beiträge waren nie so hoch wie heute, 2. die Beiträge müssen auch künftig weiter steigen! Wenn Sie nicht über die Rentenversicherung gezahlt werden, so belasten sie doch die heute jüngere Generation z. B. über Steuern... man könnte noch mehr anführen. Im Ergebnis sind auch die Rentner auf die Aktiven angewiesen. Traurig auch, dass wieder mal die leider wohlklingende Leerformel "soziale Gerechtigkeit" herangezerrt wird, um politischen Unsinn zu rechtfertigen. Das Thema ist nicht künstlich von Herrn Herzog gepusht; im Gegenteil: Es wird Zeit, dass die jüngeren Aktiven endlich Lösungen einfordern und eine weitere Verlagerung der Verantwortung auf Unternehmen nicht mehr geduldet wird. Danke Herr Herzog!

Der Wunsch nach höheren Renten ist sicher jedem verständlich. Das Geld muß aber irgendwoher kommen. Auf diese einfache Wahrheit hat Roman Herzog hingewiesen. Diejenigen, die hier von sozialem Frieden reden, stellen diese Frage nicht oder geben dumme Antworten wie "den Reichen nehmen". Der soziale Frieden ist dann der Frieden der Sieger im Verteilungskampf. Von den Besiegten hört man dann erstmal nichts, bis ein Teil von ihnen arbeitslos wird.

Die Rentner -und speziell die Hirrlingers etc. - argumentieren lobby-typisch und auch mentschlich verständlich, denn sie leben JETZT (noch) und es interessiert sie rein biologisch nicht, wie das Rentensystem in 10 oder 20 Jahren an die Wand gefahren sein wird oder wir dann mehr als 60%Abgaben (alles inkl.) haben werden.
Den Rentnern geht es heute so gut wie noch nie in Deutschland. Natürlich werden die Armrentner gerne durch die Funktionäre vorgezeigt, wir können da mit der Aldi-Verkäuferin mit zwei unehelichen Kindern leicht gegenhalten. Aber uns hört ja niemand, denn die Rentner haben ja Zeit, für ihre Lobby zu arbeiten, während wir das Geld verdienen müssen, damit die Rentner die Zeit haben....

Seit 1.4.08 bin ich -zwangsweise - auch Rentner. In den letzten 5 Jahren habe ich mit dank intensiver eigener Initiativen und Kontakte mit Interim- Management Jobs als befristet Angestellter über Wasser gehalten. Trotz guter Ausbildung und umfangreicher Erfahrungen im Bereich IT/TELCO finde ich - weil jetzt 60 Jahre - keine Stelle mehr. Weder als Manager noch als qualifizierter Angstellter bei mehr als 50% Einkommensverzicht.
Herr Herzog tut so, als ob man als Angestellter die Wahl hätte, wieviel man wofür in die Rentenkasse nach welchem System - kapitalgedeckt oder nicht - einzahlt. Es ist ein Skandal dass ein Politiker mit dieser Erfahrung sich zu einer billigen Hetzkampagne hinreißen läßt.
Der eigentlich Skandal ist das Versagen sämtlicher Politiker, bzw. Regierungen, spätestens seit Anfang der 80-er Jahre. Spätestens dann, ode sogar noch fühehätte man - entsprechend dem Rat zahlreicher Fachleute - das System und die Finanzierung ob der demographischen Entwicklung umstellen müssen. Der zweite Skandal ist die Plünderung der Sozialkassen durch die Regierung im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung (70 Mrd. DM und mehr). Gleichzeitig sind die Rentenansprüche in den letzten 15-20 Jahren um ca. 40% gekürzt worden. Mfg S. Kraft

Herzog trifft den Nagel auf dem Kopf, wir haben eine Rentnerdiktat, den die Alten stellen nicht nur ein grosses Wählerpotenzial, sondern auch die absolute Mehrheit in den Bürgerinitiativen, die unsere komplette industrielle Infrastruktur bekämpfen, nach dem Motto, wir haben's hinter uns verlangen Ruhe.

Man kann Herrn Alt-Bundespräsident nur zustimmen, wenn man die hirnlosen Kommentare der Vorsitzenden der Rentnerverbände zur Kenntnis nehmen muss.
Die haben wohl immer noch nicht kapiert, dass unsere Renten aus den Beitragsumlagen der Beschäftigten und der Unternehmen bezahlt werden und auf keinerlei langfistig angesparte Reserven zurückgreifen. Irgendwann in nicht allzuferner Zukunft ist wohl die absolute Belastungsgrenze dieses Systems erreicht, wenn die Beiträge weit über 20% der laufenden Einkommen überschreiten.
Man wird nicht umhin kommen, wenn schon niemand bereit ist, dieses überholte System zu ändern, Höchstbeiträge festzusetzen und an immer mehr und älter werdende Rentner ohne Zukunft nur noch das dann aufkommende Beitragsvolumen zu verteilen.
Die Auswirkungen kann man sich heute schon ausmalen.
Um Politiker-Wahlgeschenken und unqualifizierten Forderungen der Interessenverbände vorzubeugen, sollte eine Altersgrenze für das aktive und passive Wahlrecht verordnet werden. Dies umsomehr, als Kinder und Jugendliche bis zum achtzehnten Lebensjahr auch nicht über ihre Zukunft entscheiden dürfen.
Dies ist die Meinung eines Nutzniessers des aktuellen Rentensystems.