Stein des Anstoßes: “Esra“

Verbot des Romans „Esra“

Kunst gegen Leben

Das Verfassungsgericht hat das Verbot des Romans „Esra“ von Maxim Biller bestätigt. Dass nun eine Welle von Klagen über deutsche Autoren und ihre Verlage hereinbricht, ist aber nicht zu befürchten, meint Hubert Spiegel.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Oktober 2007 23:14

Religionen, Privatsphäre, etc

Friederine Teich-Erdmann (Teich-Erdmann)

Die Familienehre gehoert aber jedenfalls nicht dazu.

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13. Oktober 2007 17:13

Nicht schwierig!

Gerald Balzer (balzercomp)

Liebe Frau Erni,

es ist überhaupt nicht schwierig. Gemäß Art.2 GG endet meine Freiheit da, wo die Freiheit des Anderen anfängt.

Auf diesen Fall übertragen bedeutet das: Ich darf also Autor schreiben was ich will, solange ich nicht die Persönlichkeits-rechte anderer berühre. Da es in diesem Buch wohl so ist, dass die Vorbilder der agierenden Personen klar zu erkennen sind, darf ein solches Buch nicht ohne deren Zustimmung verkauft werden. Die Zustimmung liegt nicht vor, in Gegenteil, die betroffenen Personen haben gegen das Buch geklagt. Folglich muss es vom Markt genommen werden.

Wie die Richter in Ihrer Entscheidung geschrieben haben, geht es um eine Einzelfallentscheidung. Wären die beiden betroffenen Frauen, wie es so schön heisst, "Personen der Zeitgeschichte", sähe es wohlmöglich ganz anderst aus. Das beste Beispiel dafür sind die Bücher von Dieter Bohlen.

Ich kenne die Stellungnahme der Minderheit nicht, bin aber der festen Überzeugung, dass die Kunstfreiheit niemals über den Persönlichkeitsrechten stehen darf.

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13. Oktober 2007 09:56

Schwierig?

Erni Bär (Kuwitter)

Was ist denn mit der Freiheit des Autors, seine Lebensdetails, hier sein Kunstmaterial, schonungslos zu offenbaren, wenn er das möchte? Pech für die ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter. Die so genannten "Details", wie süffisant oder saftig diese auch immer sein mögen, sind mit Sicherheit schon einem bestimmten Personenkreis bekannt. Was hätten wohl die Exfreundinnen von Charles Bukowski dazu gesagt?

Erni Bär / Hamburg

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12. Oktober 2007 22:22

Gibt es in dieser Gesellschafft keine Grenzen mehr??

Mete Can (Mete1)

Was ich in der deutschen Gesellschaft sooo Schade finde ist, dass es keine Grenzen mehr gibt, es soll immer alles im Sinne der Kunst erlaubt sein??

Auch Kunst muss seine Grenzen haben! Ich finde Kunst sollte dort aufhören, wo Religionen, Privatsphäre, etc. verletzt werden! Daher begrüsse ich die Entscheidung des Gerichts sehr!


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12. Oktober 2007 21:59

Ein Trauerspiel

Martin Standfuß (wandfuessl)

In dieser Causa kann es nur Verlierer geben. Auf der einen Seite ein Autor, der Intimitäten ausplaudert und das nur notdürftig mit dem Deckmäntelchen "Roman" kaschiert. Auf der anderen Seite zwei Frauen, die den Vorgang ungewollt im kollektiven Bewusstsein einbrennen: in Zeitungsarchiven, in Rechtsbibliotheken, in den Giftschränken der Antiquare.

Billers und der beiden Damen zweifelhaftes Verdienst ist es, sich für eine moderne Transkription der antiken Tragödie zur Verfügung gestellt zu haben.

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