Günter Berg

Blick zurück im Zorn

Geht nach Hamburg: Günter Berg

Geht nach Hamburg: Günter Berg

29. Januar 2004 Günter Berg wird neuer Geschäftsführer des Hamburger Verlags Hoffmann und Campe. Der frühere verlegerische Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags soll die Nachfolge von Rainer Moritz zum 1. Juli antreten. Moritz wechselt, wie bereits gemeldet, in die Geschäftsführung des Hamburger Literaturhauses.

Berg, der nach internem Machtkampf und heftigem Streit um die neuen Führungsstrukturen unter Ulla Unseld-Berkéwicz freigestellt worden war, soll den zur Ganske-Gruppe gehörenden Hamburger Verlag zu "einer der ersten Adressen für deutsche und internationale Autoren" machen, wie ein Vorstandsmitglied der Gruppe sagte. Ob er dabei auch auf die Unterstützung einiger Suhrkamp-Autoren oder des bislang bei Suhrkamp für deutsche Literatur zuständigen Lektors Thorsten Ahrend zählen darf, ließ Berg dabei noch offen.

Hoffmann und Campe als Suhrkamp-Konkurrenz?

Vorerst blickt er offenbar im Zorn zurück: Erste Äußerungen lassen vermuten, daß Berg den ungleich kleineren Verlag Hoffmann und Campe künftig zum Rivalen seines alten Arbeitgebers aufbauen möchte. Gegenüber einer Agentur sagte Berg, er hege die starke Vermutung, "daß die Situation bei Suhrkamp für manche Autoren sehr schwierig ist. Das bedeutet aber nicht automatisch, daß sie zu dem Verlag wechseln, für den ich in Zukunft arbeite, sondern nur, daß Suhrkamp-Autoren ihr nächstes Buch nicht mehr bei Suhrkamp sehen."

Bislang ist über konkrete Pläne von Suhrkamp-Autoren, den Verlag zu wechseln, nichts bekannt. Die unlängst erfolgte Kündigung von Thorsten Ahrend wertete Berg als "Beschädigung von Kontinuität und intensiver Autorenbetreung" im Frankfurter Verlag. Der "Aderlaß" bei Suhrkamp, so der ehemalige verlegerische Geschäftsführer des Hauses, habe längst begonnen.

Text: igl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2004, Nr. 24 / Seite 35
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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