Von der Presse nicht mehr für voll genommen, vom Publikum geliebt: Günter Grass

Grass auf der Leipziger Buchmesse

So redet ein Literaturnobelpreisträger

Mit der Präsentation seiner Dokumentation „Ein Buch, ein Bekenntnis“ beehrte Günter Grass die Leipziger Buchmesse. Dort verfuhr er nach dem Ich-hau-dir-in-die-Schnauze-Prinzip: zuschlagen statt nachdenken. Dennoch bekam er viel Applaus. Edo Reents hat Grass dabei beobachtet.

Lesermeinungen zum Beitrag

28. März 2007 05:29

Reents vs. Grass

Stefan Stäcker (Christoffer1)

In Stil und Substanz ein recht dürftiges Geschreibsel. Man fragt sich wirklich, was denn der ganz offensichtlich voreingenommene Verfasser mit einer solch flachen Schlechtschreiberei eigentlich beabsichtigte. Fraglich ist ebenso, warum seine implizierte Kritik an der Person des Schriftstellers Grass für wert befunden wurde, veröffentlicht zu werden. Wäre Udo Reents doch bei seinem ursprünglichen, wahrscheinlich vertrauteren Metier, der Popmusik, geblieben oder ... si tacuisset.
Interessieren würde indes schon, worauf sich seine unverholene Anti-Grass-Haltung gründet.
Es kann ja wohl nicht sein, dass auch hier jener beklagenswerte Irrtum als Ursache dient, eine – wenn es denn stimmt – dreimonatige Mitgliedschaft in der Waffen-SS über lange, durch Selbstvorwürfe belastete Jahre hindurch verschwiegen zu haben. Es ist schwer zu verstehen, dass die Grass-Schelte rundum kaum das damalige Alter berücksichtigt, dass ein 17-Jähriger von damals nicht mit entsprechenden Altersgenossen von heute verglichen werden kann. Frank Schirrmacher drückte es zutreffend aus: „Das ist, um es deutlich zu sagen, keine Frage von Schuld und Verbrechen. Grass war ein halbes Kind.“

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
27. März 2007 00:35

Wolfgang Bager (kultbaw)

Wolfgang Bager (kultbaw)

Grass hat sich mit seinem Begriff Entartung im Ton vergriffen. Er hat dies gemerkt und zurückgenommen. Dass einem solche Vergleiche einfallen, kann man nachvollziehen, wenn man das Hass erfüllte Pamphlet von Herrn R. liest. Das ist die Sprache des Unmenschen, die Polemik gegenüber Intellektuellen, wie man sie schon einmal gelesen hat. Schämt sich die FAZ eigentlich nicht, die damals den Historiker-Streit vom Zaun gebrochen hatte, die Joachim Fest dicke Tränen nachweinte, obwohl dieser Jürgen Habermas wahrheitswidrig in den Dreck gezogen hatte? Zur Erinnerung: Bei Grass geht es um die dreimonatige Mitgliedschaft eines noch nicht 17-Jährigen in der Waffen-SS. Das gesamte Werk von Grass einschließlich des späten Eingeständnisses, ist nichts anderes als die Verarbeitung dieses als Jugendlichen begangenen Fehlers. Ebenfalls zur Erinnerung: FAZ-Herausgeber Schirrmacher hatte die Laudatio auf einen Martin Walser gehalten, der mit seiner Paulskirchenrede die Schluss-Strich-Fraktion von Holocaust-Verharmlosern salonfähig gemacht hat. Und jetzt wetzt Schreiberling R. sein Messer gegen einen großen Literaten. Es ist leider nicht der kluge Kopf, der manchen FAZ-Schreibern die Feder führt, sondern der Schaum vor dem Mund.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 20:08

das duell?

Anna Serbinowska (laperla)

das duell faz grass läuft also weiter auf hochtouren. na dann herzlichen glückwunsch ;)

schade nur, daß er zu einem schwanengesang entartet ist, seitens faz natürlich. denn wo grass-so schrecklich er auch menschlich sein mag-sein literarisches niveu mühelos in seinen werken halten kann (& nein, ich bin kein ausgesprochener fan von seiner literatur), so müht sich herr r. doch sehr ab. man wird ja das gefühl nicht los, dass er den blog-artigen beitrag bar jeglicher objektivität zu papier gebracht hat.

tia, wie war das noch mal?
ach ja:

applaus.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 20:02

Verweile doch,...

Dirk Sternberg (crescendo)

...ich bin so matt.
Wenn Erinnerungslücken eines nobel gepreisten Schriftstellers zu gestapelten Telefonbüchern transzendieren, ein Schöngeist launisch mit Amtes Würde kokettiert, wenn der Nachwuchs zwischen Wurstbrot und Tokiohotel schnell noch den Schnuller süßt, wenn Altersgrimmlichkeit zu naiv impulsen Beifall anschwillt, dann liebe Freunde von der schreibenden Zunft ist Wahlkampf oder Karneval. Oder hieß der Jahrmarkt sich verlegter Geister einst Messe um ihrer selbst? Halleluja, erleuchtet sei, was tumb im Schatten knurrt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 15:33

"Entarteter" Literaturnobelpreisträger

Harald Schmidt (Haraldino)

Widerwärtig, wie sich der Literaturgeront Grass als "Herrenmensch" geriert, indem er von der "Entartung des deutschen Journalismus" sabbert. Die "Entarteten" sollten mit einem künftigen Grass-Boykott darauf reagieren. Die nächste Gelegenheit bietet der 80. Geburtstag des Unbelehrbaren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 11:55

Unzumutbarkeit Herr Grass

Rüdiger Kimpel (rkimpel)

Da gibt es nur eins: Man muss diesen Mann ignorieren. Ich werde seine Bücher aus dem Regal räumen und auch sicher nichts mehr von ihm lesen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 10:46

"Es waren ja bloß drei Monate,

Tano Carridi (Tano_Carridi)

„woraus man einen Skandal gemacht hat“. Applaus."

Wenn man so etwas liest, überkommt einen das blanke Entsetzen. Und doch: die Reaktion steht für eine typisch deutsche "Treue" zum einmal erkorenen Idol.
Dass Grass für seine Geschichtsklitterung in eigener Sache aber auch noch Unterstützung von seinen Verlegern bekommt...grausam.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 10:24

Friedensnobelpreis?

Dirk R Bode (Patou)

Seit wann nennt sich Arafat jetzt GRASS? Ich denke, der ist längst tot! Oder?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 08:52

so redet ein literaturnobelpreistraeger

Norbert Gruhn (Jovka)

Ihr Beitrag gleicht genau dem "Gesuelze" von Guenter Grass. Hoffentlich bekommen Sie nicht den Nobelpreis.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 08:39

leipziger buchmesse.....

manfred nopens (spinoza100)

ja, der vorredner(mail-schreiber) sieht das schon richtig, auch bei wohlwollen kann man das, bei dem anspruch an niveau, das man zu recht an das feuilleton der faz haben darf, nicht für angemessen halten; als persönliche momentaufnahme mag`s vielleicht durchgehen!
beispielhaft war da die berichterstattung/resüme in 3-sat.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 08:18

Liebe FAZ, zurück zur Tagesordnung!

Jörg Petzel (Petzel)

Tja, liebe FAZ, bitte den Grass-Komplex jetzt langsam mal verarbeiten und wieder journalistisch arbeiten! Seit Wochen liest man im Feuilleton der FAZ nur noch Grass-Pamphlete. Egal wie man dazu denkt, Grass ist nun mal ein deutsches Monument, und anstatt sich dauernd daran zu stoßen sollte sich die Literatur-FAZ-Redaktion bitte wieder positiveren Themen zuwenden!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 07:22

So redet ein Literaturnobelpreisträger.....

Andreas Klostermann (akck)

.... es wäre schön, wenn man um Grass kein Aufhebens mehr machen würde. Er ist es einfach nicht wert! Wenn jemand 60 Jahre die Wahrheit verschweigt, kann man ihn durchaus einen Lügner nennen. Wenn dieser jemand in den selben 60 Jahren für sich in Anspruch genommen hat, jeden einzelnen, der sich zur Nazi-Verführung bekannte, zu verdammen, kann man ihn auch einen Heuchler, Scheinheiligen oder erneut einen Lügner nennen.
Lassen Sie uns das Kapitel Grass abhaken und uns wichtigeren Problemen als einer entzauberten "Lichtgestalt" zuwenden - es ist Zeit dafür. Ewig-Gestrige wie Grass brauchen wir nicht mehr.
Beste Grüße,
ak

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 02:31

FAZ jagt Grass

Juerg Bauero (Rafnixx)

Das Grass-bashen wird langsam langweilig.
Man muß nur die letzten Artikel der FAZ über Grass lesen um zu wissen das dieser mit so mancher Anschuldigung recht hat.

Mir persönlich hat es die Augen geöffnet. Nicht über Grass sondern über die FAZ. Es wäre nun wirklich an der Zeit diese unselige Kampangne abzubrechen. Man glaubt ja so langsam es mit der BILD zu tun zu haben. Da hilft auch eine gesteltztere und pseudo-Humorvolle Ausdrucksweise nicht.


Wie wäre es z.B. mit einem Artikel über die fruchtbringende Zusammenarbeit der FAZ und seiner Sontagszeitung mit dem Institut für neue soziale Marktwirtschaft? Und wie man sich im Glashaus fühlt?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. März 2007 01:53

Kritik ertragen

Werner Ettenhuber (Tramper1)

Die FAZ hat doch Recht,wenn sie Herrn Grass kritsiert.Das muss er aushalten.Schliesslich brauchte er über vierzig Jahre um mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit zu gehen.Er,der Andere,die in irgendeiner Weise für den NS - Staat tätig waren und dies verschwiegen,aufs schärfste verurteilte,muss nun selbst Kritik ertragen.Eigenartig ist nur,dass er von seinen Zuhörern auf der Buchmesse für sein merkwürdiges Auftreten auch noch Applaus bekam.Herr Horst R. Lothal zitiert das Sprichwort: >> Der Klügere gibt nach.<< Ich füge noch hinzu: >> Eine traurige Wahrheit: sie begründet die Weltherrschaft der Dummen.<<

W.E.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. März 2007 22:43

Langsam reichts...

Georg Mander (georgmander)

...Ihr "klugen Köpfe". Man muß GG nicht mögen, um sich von der Privatfehde der FAZ-Herausgeber mit Grass nur noch angeödet zu fühlen. Man hätte sich gewünscht, Ihr hättet bei Helmuth Kohls unverbsserlicher Ehrenworterklärung ähnlich hartnäckig und dreist nachgesetzt. Aber bei Grass (der durchaus kohlsche Qualitäten zeigt)? Was bringts Euch, außer Eure Komplexe zu pflegen? Euren Lesern bringt die fortgesetzte Abrechnung jedenfalls keine andere Erkenntnis, als daß Euch die Themen auszugehen scheinen, und Grass könnt Ihr damit allenfalls den Lebensabend versauern. Warum eigentlich, wenn ihr gleichzeitig Martin Walser feiert, der ungleich Schlimmeres von sich gegeben hat, übrigens ebenfalls vom Publikum gefeiert? Oder gehts bei Euch im Feuilleton plötzlich wieder mal nach Parteibuch? Ganz schön miefig...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. März 2007 20:57

So redet ein Literaturnobelpreisträger

Horst R. Lothal (saalegold)

Hier hat der Autor,Herr Edo Reents,wohl kein Meisterwerk
abgeliefert.Er kommt mir sehr borniert und hochnäsig daher.
Fürchtet er die Konkurrenz für die Frankfurter Buchmesse?Warum wird nicht über diese erfolgreiche
Buchmesse in Leizig berichtet? So abwertende Bemer-
kungen-stickigen Glashaus- Stand:wie alt ist mein Gehirn-
dass mir dauernd Leute an den Kugelschreiber stoßen-
schwatzende,Wurstgraubrot essende Schülerinnen-
statt sich zu freuen über diese hohen Besucherzahlen
und die vielen lesenden jungen Besucher,waren wohl
weniger angebracht.Lag dieser Ärger am Auftreten
von Herrn Grass? Die Fehde der FAZ und Herrn Grass
ist nun wirklich hinlänglich bekannt und muß nicht immer
neu aufgewärmt werden! Der Volksmund kennt zu
dieser Problematik viele Sprüche.Hier nur zwei:
Wer austeilt,muss auch einstecken können;
Der Klügere gibt nach!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. März 2007 20:42

Jahrmarkt

Axel Julius (EscobarManuel)

Neben allem anderen ist so eine Buchmesse immer auch ein Jahrmarkt der "Verpeilten", der "Entrückten", die sich ihren eigenen Kosmos "erlesen" oder gar "erschrieben" haben, weltfremdelnd in ihm wandelnd und dem Rest der Gesellschaft entrückt. Letztendlich ist Grass auch dort angekommen und war mir nie ferner. Schade.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 17 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche