Suhrkamp

Ulla Unseld-Berkéwicz: „Wer das Ziel kennt, kann entscheiden“

Verlegerin Ulla Berkéwicz

Verlegerin Ulla Berkéwicz

04. Dezember 2003 Am Mittwoch haben Hans Magnus Enzensberger, Jürgen Habermas, Alexander Kluge, Adolf Muschg und Wolf Singer ihren Rücktritt vom Stiftungsrat der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung angekündigt. Aus der knappen Rücktrittserklärung ist deutlich zu erkennen, daß die fünf Stiftungsräte den Eindruck gewonnen hatten, ihr Rat sei nicht sonderlich gefragt, und sich bei mehr als einer Entscheidung übergangen fühlten. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Donnerstag nimmt Ulla Unseld-Berkéwicz erstmals Stellung zu den jüngsten Vorgängen im Suhrkamp Verlag.

Der Suhrkamp-Verlag, so Berkéwicz gegenüber der Frankfurter Allgemeinen, sei „in seiner Geschichte immer wieder durch Phasen der Unruhe gegangen, die ihm im übrigen nie schlecht bekommen sind. Krisen bedeuten eben auch einen Neuanfang.“ Keineswegs wolle sie künftig ganz allein über die Geschicke des Verlags entscheiden, da die operative Geschäftsführung auch künftig über vier Mitglieder verfügen werde. Um über eine Nachfolge des ausgeschiedenen Günter Berg zu sprechen, sei es indes „noch zu früh“. Neue Mitglieder für den Stiftungsrat werde sie „zu gegebener Zeit“ berufen.

„Daß die Presse die Vorgänge bei Suhrkamp so genau betrachtet und herausstellt, hat mit der Bedeutung und dem geistigen Gewicht des Verlages zu tun“, so Unseld-Berkéwicz, die der Frankfurter Allgemeinen ihr „Zitat des Tages“ nannte: „Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.“

Das vollständige Interview mit Ulla Unseld-Berkéwicz finden Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Freitag, 5. Dezember.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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