Schon gut sortiert: die Bibliothek der kalifornischen Stanford-Universität

Suhrkamp und Stanford

Denken in großen Dimensionen

Seit Jahren vergeudet der Verlag seine Energien in internen Auseinandersetzungen, die dem Ansehen des Hauses stark geschadet haben. Die Nachricht, die alles ändern könnte: Die Universität Stanford erwägt den Einstieg bei Suhrkamp.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Mai 2007 16:49

Schnapsidee?

Holmeor Kowa (hkowa)

Ich glaube, dies ist nicht mehr als eine bei einer dritten Flasche süffigen kalifornischen Weins geborene Schnapsidee... Stanford hat selbst einen maroden Verlag "an der Backe", der erst vor kurzem heruntergestutzt wurde auf das Minimum geradeso oberhalb der Peinlichkeitsgrenze (und seine Selbständigkeit durch Angliederung an einen Verbund mit anderen kränkelnden Universitätsverlagen verlor). Der "deutsche Star" HU Gumbrecht hat dort m.E. nie publiziert, aus gutem Grund. Außerdem kann Stanford als Non-Profit gar nicht eine solche Laison eingehen, und Suhrkamp würde sich nur allerhand lausige Konferenzbände einhandeln, die schon heute bei der Stanford University Press keiner haben will... Gerade auf dem Feld der Geisteswissenschaften kam aus Stanford doch schon lange nix mehr Aufregendes - außer vielleicht Rortys Zeiungsartikel und Gumbrechts peinliche Irakkriegs-Apologetik... Pures name dropping, und dafür wäre selbst der angeschlagene Suhrkamp Verlag im Zwangsabo solcher Ergüsse zu schade. Insofern kann man die Zweifel und Zurückhaltungen dort sehr gut verstehen... Aber so hat sich Herr Gumbrecht mal wieder raffiniert in die Schlagzeilen gebracht, mit denen er als Stanford-Botschafter die Welt unterhält (und bereist)...

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28. April 2007 06:33

als ehemahliger usa suhrkamp vertreter und scout

michael roloff (mikerol)

als ehemaliger USA Suhrkamp Vertreter und Scout sowie graduate student von der Universität Stanford verwundert mich diese spekulative Nachricht sehr. schon seit jahren, jetzt immer mehr, verliert Suhrkamp die besten Mitarbeiter. ich würde mir nicht 30 % eines so ausgehöhlten Verlags anschaffen. Stanford hat seine eigene Stanford university press, im Moment weiss ich nicht ob dieser ausgezeichnete Universität Verlag ein not-for-profit oder nicht ist. außerdem hat stanford das Hoover instute, ein oft rechtspropagandisches Institut der militärisch orientierten Außenpolitik der u.s.a. wenn suhrkamp dadurch eine Möglichkeit hätte viele ihrer schönen sachen auf amerikanisch zu verlegen würde so ein Arrangement kulturell interessant unmarktwirtschaftlich sein. aber, auf Anhieb: nein.

michael roloff

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