Heute kaum noch anstößig: “Josefine Mutzenbacher“ - hier das Buch im Film

Indizierte Bücher

Abmahnungswelle gegen Online-Antiquariate

Anwälte haben ein neues Geschäftsfeld gefunden: Sie überziehen Online-Antiquariate mit einer Abmahnungswelle, weil sie erotische Literatur aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert oder das „Hanfhandbuch“ feilbieten. Von Thomas Thiel

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Dezember 2007 01:15

Solche Anwälte können offenbar mit Ehrenwerter Arbeit kein Geschäft generieren

Dietrich Wollheim (tillwollheimgmx.de)

Das ist die Rache der Juristenschwemme. Die Versager im Berufsfeld der Anwälte greifen zu einer Methode, die ihnen - mit Hilfe unseriöser Richter - zu einem ihnen mit aber auch gar nichts zustehendem Einkommen verhilft.
Zwar gibt es inzwischen Richter - die wenigen anständigen offenbar - die solche xxx in den Knast stecken, leider nicht für ihr unrühmliches Tun, aber Hauptsache weg mit denen.

Eine Schande für einen Rechsstaat, daß das Justizministerium nicht schon längst dem einen eisernen Riegel vorschob.
Ein Abmahnung kostet eine seriöse, effektiv arbeitende Kanzlei, wenn es sich um eine Serienproduktion handelt, maximal 30 €!
Ein anständiger, zivilisierter Abmahner würde zunächst einfach kurz eine E-Mail an den Betroffenen schicken und ihn höflich auf seinen Fehler hinweisen.
Aber es geht ja auch gar nicht um die Herstellung eines rechtmäßigen Zustandes, sondern um das generieren von Einkommen, weil man zu dumm ist mit ehrlicher Arbeit Geld zu vedienen. Ich prognostizeriere, daß bald einmal so ein Typ die Hucke voll kriegt!!
Till Wollheim

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21. Dezember 2007 20:46

Ich befürchte, für die Antiquariate ist das erst der Anfang ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... der Abmahnwelle. Denn der Politik sind noch zahlreiche weitere Sachgebiete ein Dorn im Auge. Obgleich es, besonders den Abmahners, bekannt sein wird, möchte ich nicht zu konkret werden. Nur so viel: die Auktionsplattform ebay übt sich ja schon seit Jahren gegenüber der Politik in vorauseilendem Geborsam und zensiert 'Politisch Unkorrekte' Literatur mit inquisitorischem Eifer raus. Auf Rückfrage weist das Auktionshaus ausdrücklich darauf hin , dass es damit bewusst über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus gehe und - in Abstimmung mit politisch und gesellschaftlich relevanten Bedenkenträgern - dazu beitragen wolle, dass bestimmte Literatur hierzulande nicht wieder Eingang in die 'Alltagskultur' finde. Auch da kann es nicht mehr lange dauern, bis der Gesetzgeber die ebay-Regeln adaptiert haben wird. Für Abmananwälte ist das aber vermutlich schon jetzt ein reich gedecktes Feld ... und zwar mit staatlichem Segen !

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21. Dezember 2007 20:25

Noch ergänzend: Politik als Ideengeber für Abmahnanwälte !??

Klaus P. Lücke (microplan2002)

Ist nicht erst jetzt kurz vor Weihnachten - die FAZ berichtete - eine mehr oder weniger klammheimlich geplante massive Verschärfung des Sexualstrafrechts auf Intervention der Opposition - besonders der FDP - nochmals zur Überarbeitung zurückgestellt worden ? Vorgesehen war darin u.a. auch eine deutliche Ausweitung des Pornographiebegriffs auf allerlei bisher allenfalls als 'Softcore' zu bezeichnende Darstellungen. Vermutlich sind auch die Antiquariatsangebote der sich zunehmend puritanisch gebärdenden Politik ein Dorn im Auge !? Solche Gesetzeszumutungen mutieren dann vielleicht nicht ganz unabsichtlich zu Steilvorlagen für die Abmahnanwälte !? Sobald die Verschärfung des Sexualstrafrechtes dann im neuen Jahr durch ist, erhalten die Abmahner noch ergänzende Unterstützung vom Staatsanwalt. In der jetzt unfreiwilligen Verzögerungsphase dürfen sie jetzt erst mal alleine kläffen. Mein Eindruck ist, als ob 'unsere' Regierung unbedingt noch vom Papst selig gesprochen werden möchte ...

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21. Dezember 2007 20:08

Die Anwälte nutzen doch nur die Möglichkeiten, die ihnen der Gesetzgeber ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... einräumt. Das Abmahnunwesen ist ja keinesfalls neu, es ist eines der beherrschenden Themen zur 'Online'-Diskussion der letzten Jahre. Es tut sich aber in Berlin nichts ! Nur Lippenbekenntnisse , die Forderung nach zumindest kostenlosen (oder mit nur geringfügigen Gebühren behafteten) Erst-Abmahnungen sind - ich erinnere mich an ein Interview im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - von unserer Justiz-Ministerin mit dem Hinweis abgebügelt worden, dass ja der Abgemahnte selber schuld sei und die Kosten daher nicht beim Abmahner hängen bleiben dürften. Wenn also die Politik nicht blind dafür ist, dass Abmahnungen massenhaft mißbräuchlich verwendet werden, dann darf man unterstellen, dass die Effekte gewünscht sind. Ob nur aus dem Grunde, um angeblich 'die Justiz' zu entlasten , was unzumutbar ist und eigentlich zur Verklagung des Staates führen sollte, oder aus anderen mir unbekannten anderen Gründen. In jedem Falle ist die Untätigkeit der Politik ein Skandal. Offenkundig sind dem Staat aber die Effekte aus den Abmahnwellen irgendwie willkommen !? Solange nicht anders gewählt wird, ändert sich daran auch nichts.

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20. Dezember 2007 15:59

Arbeitslose Juristen...

Michael Fichtner (ebaristo)

der Artikel zeigt eigentlich nur zu deutlich, wie es um das Rechtssystem in Deutschland steht, das Juristen, die auf Grund von schlechteren Leistungen keine Anstellungen bekommen, sich praktisch im Rechtssystem selbst bedienen können, ein paar Abmahnungen hier, ein paar Unterlassungserklärungen da. Es geht hier nicht um Bücher oder irgendwelche indizierten Medien, es geht einfach und allein um das deutsche Rechtssystem als Selbstbedienungspool für Juristen. Rechtsanwälte, die so abgehen und Abmahnwellen erzeugen, müssten selber abgemahnt werden, da sie die Wirtschafts und die Gerichte mit sinnlosen Dingen lahmlegen.

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20. Dezember 2007 13:18

Unmoralisch

Daniel Müller (damuero)

und assozial.

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20. Dezember 2007 12:15

Knieschuß

Andreas Rammelmeyer (aramm)

Ich glaube nicht, daß die Dame vor Gericht Erfolg haben wird. Es ist schon zweifelhaft, ob bei dieser Konstellation (angebliche Buchhandlung unter Anwaltsnummer) ein Wettbewerbsverhältnis mit echten Buchhändlern besteht. Vor allem aber geht die Rechtsprechung zunehmend dazu über, offensichtlichen Mißbrauch - wie in dieser fast schon skurilen Sache aus einer versunkenen Zeit - auch deutlich beim Namen zu nennen und den Abmahner kostenpflichtig zurückzuweisen.

Man kann den Betroffenen deshalb nur raten, guten Mutes zu sein und standhaft zu bleiben. Und die Frau Rechtsanwältin wird mittlerweile auch erkannt haben, daß sie mit ihrer ach so famosen Geschäftsidee nicht nur juristischen Mist gebaut, sondern sich auch ins politische Knie geschossen hat.

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20. Dezember 2007 12:01

indizierte bücher

Franz Schlereth (Franzei1)

Was ich nicht vestehe ist, das die im Text genannten Bücher, (Fanny Hill und Josefine Mutzenbacher) alle frei erhältlich sind, kann mein in seriöesen Online Stores in beliebiger Auswahl ordern

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20. Dezember 2007 11:16

Frau Zypris

Ralf Walter (Ralf-Walter)

kennt dieses Problem schon lange. Allerdings hat sie noch nicht die Muße gefunden, sich damit näher zu befassen. Sie will ihrer Klientel wohl nicht den Broterwerb nehmen.
Andere Initiativen dagegen sind erheblich aktiver, wenn es darum geht, gegen diese Abzocke vorzugehen.

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20. Dezember 2007 10:58

Einschüchterung

Bernhard Sporkmann (bsfaz)

Die FDP sollte sich schleunigst von solchen Leuten trennen. Es handelt sich hier um blanke Einschüchterung, die möglich wird, weil Gesetze schlecht gemacht sind.

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20. Dezember 2007 10:39

Neben dem Charakter

Jürgen Zwiebel (Konspirant)

der Wegelagerei hat so ein Gebaren ja noch ein Geschmäckle von Selbstjustiz. Wollen mal hoffen, dass die "Opfer" nicht auch auf so eine Idee kommen.

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20. Dezember 2007 10:01

Skandalös

Ralf Schelberg (ralfsb)

... aber kennzeichnend für ein perverses (Un-) Rechtssystem, welches den Bock zum Gärtner macht. Man sollte aber nicht nur mit dem Finger auf die Anwälte zeigen, die die Gesetzeslage für sich ausnutzen. Auch unsere Politiker tragen Verantwortung für diesen Missstand!

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20. Dezember 2007 09:58

Sumpfblüten

Jitzak Tanenbaum (tanenbaum)

Wer jahrelang nach der Politik geschrieen hat, um jedes Wehwehchen mit einem Gesetzchen zu heilen, wer die gesellschaftliche Normenkontrolle in die Hände der Politiker gibt, darf sich jetzt nicht wundern, wenn er die Suppe auslöffelt, in Form von solchen Berufsklägern.

Wer wundert sich, daß dann ein Recht, das der rasanten technischen Entwicklung nicht standhält, den Nährboden bietet, aus dem Typen wie die Overather Rechtsanwältin ihren Honig saugen???

J. T.

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