Krieg und Frieden

Barenboim und Said stiften Preis palästinensischen Musikern

Nicht Gilbert & George, sondern Daniel & Edward sind hier zu sehen

Nicht Gilbert & George, sondern Daniel & Edward sind hier zu sehen

05. September 2002 Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, und Edward Said, in New York lebender palästinensischer Literaturwissenschafter, wollen den Prinz-von-Asturien-Preis (50.000 Euro) jungen palästinensischen Musikern stiften.

Mit der Auszeichnung wird der Einsatz beider für den Frieden gewürdigt. Said und Barenboim sind seit Anfang der 90er Jahre befreundet. Seitdem leiten sie gemeinsam einen Workshop für junge Musiker aus Israel und den arabischen Ländern. Mit der Preissumme wollen Barenboim und Said jungen palästinensischen Talenten die Mitwirkung an dem israelisch-arabischen Jugend-Orchester „West-Östlicher Divan“ ermöglichen, das jeweils an verschiedenen Orten der Welt musiziert: zuletzt in Berlin, Weimar und Sevilla.

Der Prinz-von-Asturien-Preis wird jährlich in acht Sparten vergeben und in Oviedo überreicht: Geehrt werden Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft, Sport und Kunst. Die nach dem Titel des spanischen Thronfolgers Felipe benannte Auszeichnung gilt als „spanischer Nobelpreis“. In der Sparte Kunst ging der Preis in diesem Jahr an Woody Allen, für Kommunikation wurde der deutsche Autor und Verleger Hans Magnus Enzensberger ausgezeichnet, der Literaturpreis ging an den amerikanischen Dramatiker Arthur Miller.

Said beklagt arabische Uneinigkeit

Die spanische Zeitung „El País“ druckte derweil einen Artikel Saids, in dem dieser den Niedergang der pan-arabischen Bewegung bedauert. Die arabische Einheit gebe es nicht mehr. Und eine neue einigende Figur - ein neuer Nasser - sei nicht in Sicht. Es fehle der arabischen Welt auch eine einigende moralische Instanz.

Gamal Abdel Nasser (1918-1970) war von 1954 bis 1967 ägyptischer Staatspräsident. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg die Galionsfigur des arabischen Nationalgefühls und wurde in der ganzen arabischen Welt als Leitfigur bewundert.

Text: @hc
Bildmaterial: Fundación Príncipe de Asturias

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