Das große Lesen

Sommerserie: Mein Lieblingsbuch

Lauter Lieblingsbücher

Lauter Lieblingsbücher

01. August 2004 Wer viel liest, kann kein Lieblingsbuch haben. Jedenfalls nicht nur ein einziges.

Der Zwang, sich dennoch für ein Buch entscheiden zu müssen, ist ebenso quälend wie lustvoll, liegt doch der Reiz gerade in der unvermeidlichen Ungerechtigkeit. In den kommenden Wochen wird täglich ein passionierter Leser im Feuilleton dieser Zeitung sein Lieblingsbuch wählen und kurz vorstellen - es beginnt Marcel Reich-Ranicki. Diese Sommerserie begleitet die Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen", in der das ZDF gemeinsam mit der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dieser Zeitung das Lieblingsbuch der Deutschen sucht.

Gesucht wird dabei nicht das beste Werk, sondern jenes Buch, das die meisten Nennungen als persönliches Lieblingsbuch auf sich vereinen kann. Heute abend wird die Abstimmung mit einer Extraausgabe von Elke Heidenreichs Literatursendung "Lesen!" eingeläutet. Bis zum 6. August können die Stimmen abgegeben werden: entweder im Internet unter Mein Lieblingsbuch: Stimmen Sie hier ab! oder per Post (ZDF, Stichwort "Unsere Besten - Das große Lesen", 55111 Mainz).

Wahlpostkarten liegen in Buchhandlungen und in den Buchabteilungen von Galeria Kaufhof aus. Das ZDF hat zur Anregung eine Vorschlagsliste mit zweihundert Titeln zusammengestellt, die von heute an im Internet eingesehen werden kann. Die fünfzig meistgenannten Bücher werden am 1. Oktober in einer Büchershow vorgestellt.

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2004, Nr. 154 / Seite 31
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Frank Schirrmacher

Mein Lieblingsbuch: „Annäherungen - Drogen und Rausch“

Experimentierfreudig: Ernst Jünger

„Annäherungen - Drogen und Rausch“ ist eines der erregendsten Bücher über die zwanziger Jahre, eine in kleine Erzählungen verkleidete Autobiographie Ernst Jüngers und ein ungehobener Schatz.

Hubert Spiegel

Mein Lieblingsbuch: „Die Macht der Gewohnheit“

Ein Schrecken, den wir lieben: “Die Macht der Gewohnheit“

Daß der Lächerliche seiner Lächerlichkeit zum Trotz fürchterlich sein kann, zeigt uns Thomas Bernhard: Was wir hassen, kann uns immer rühren, wenn wir es verstehen.

Tobias Döring

Mein Lieblingsbuch: „Herz der Finsternis“

Staunenswert: “Herz der Finsternis“

Das wahrhaft Liebste ist so unwahrscheinlich, daß man nie aufhört, darüber zu staunen: Warum man Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ immer wieder lesen muß.

Walter Hinck

Mein Lieblingsbuch: „Romanzero“

Heinrich Heine

Nie zuvor hat Heinrich Heine so sein Gedicht den Grenzerfahrungen menschlichen Daseins geöffnet wie im „Romanzero“: Immer neu bezaubert die Vielstimmigkeit des Buches.

Ingeborg Harms

Mein Lieblingsbuch: „Der unsichtbare Mann“

Evangelium der Individualität: “Der unsichtbare Mann“

Ralph Ellisons "Der unsichtbare Mann": ein Evangelium der Individualität, das zehn Jahre vor Martin Luther King den neuralgischen Punkt markiert, auf den alle Hautfarben werden schwören können.

Heinz Berggruen

Mein Lieblingsbuch: „Herz auf Taille“

Freche Gebrauchslyrik: Kästners erster Gedichtband

Charme ist kein deutsches Wort. Der Duden definiert ihn als "liebenswürdig-gewinnende Lebensart", aber Charme ist mehr, und Kästner hatte viel davon. Sein Charme wärmt das Herz, wenn man seine ersten Verse liest.

Christian Geyer

Mein Lieblingsbuch: „Die Wiederkehr“

Schreibstift statt Skalpell: Walker Percy

Will Barrett zieht über den Golfplatz, darum bemüht, so zu sprechen wie seine Mitspieler, um den Eindruck zu erwecken, als sei doch alles in Ordnung: eine Lieblingssituation in einem Lieblingsbuch.

Harald Hartung

Mein Lieblingsbuch: „Die Tagebücher“ von Thomas Mann

Lieblingsbuch in zehn Bänden: die Tagebücher Thomas Manns

Haben die Tagebücher Thomas Manns, hat dieses Lieblingsbuch irgendeinen Mangel? Ja. Es fehlen ihm jene Hefte, die ihr Verfasser in Pacific Palisades am 21. Mai 1945 dem Ofen im Garten anvertraute.

Wilfried Wiegand

Mein Lieblingsbuch: "Der arme Spielmann"

Was für eine Erzählung: Grillparzers “Armer Spielmann“

Grillparzer hat die Seele seines Jahrhunderts porträtiert. Christentum und Menschenrecht, die Ideale der Revolution und der klassisch-romantischen Kunst: Alles ist noch da, aber alles ist verkümmert und verrottet.

Durs Grünbein

Mein Lieblingsbuch: „Satyricon“

Fragmente eines antiken Tavernen-Proust

Sollte ein Bibliotheksbrand wie jener von Alexandria abermals ganze Nationalliteraturen verschlingen, man könnte, bliebe nur dieser eine Textrest erhalten, aus ihm die erzählerische Moderne lückenlos rekonstruieren.

Joseph Hanimann

Mein Lieblingsbuch: „Auf Schloß Argol“

Das Debüt des großen Unzeitgemäßen: “Auf Schloß Argol“

Julien Gracqs Erzählung "Auf Schloß Argol" löst Handlung in Landschaftsbeschreibung, Figurenpsychologie in Gesteinskunde, narrative Spannung in Hegel-Zitate, Liebesleidenschaften in Klimabetrachtung auf.

Hans-Dieter Seidel

Mein Lieblingsbuch: „Das fliegende Klassenzimmer“

Gleichung ohne Unbekannte: Kästners “Fliegendes Klassenzimmer“

Es ist eine Weisheit aus Erich Kästners „Fliegenden Klassenzimmer“, die als Maxime des Handelns so haltbar und tauglich scheint wie nichts sonst. Auch wenn man sich längst erwachsen glaubt.

Wulf Segebrecht

Mein Lieblingsbuch: „Des Knaben Wunderhorn“

Der Leser als “empfindsamer Mitherausgeber“: “Des Knaben Wunderhorn“

Eine Gedichtsammlung, unerschöpflich und handgreiflich, übermütig und melancholisch, zart und derb zugleich, voller Liebesgedichte, Balladen und Kinderlieder, Zauberformeln und Trinkaus-Verse.

Eberhard Rathgeb

Mein Lieblingsbuch: „Kierkegaards Tagebücher“

Die Tagebücher Kierkegaards als Taschenbuch

Immer kann jeder, der die wenigen Grunddaten von Kierkegaards Leben kennt, gerade und vor allem seine Tagebücher irgendwo aufschlagen - und ist darauf sofort im Existieren drin.

Wilhelm Genazino

Mein Lieblingsbuch: „Kleist, Moos, Fasane“

Wunderbar reflexive Prosa: Ilse Aichinger

In "Kleist, Moos, Fasane" vermeidet Ilse Aichinger jegliche Verhüllung durch Kunst. In keinem neueren Buch (nach Kafka) wird die Entblößung des modernen Ichs rückhaltloser eingestanden als hier.

Nils Minkmar

Mein Lieblingsbuch: „Essais“

Ein Buch, das am liebsten keines wäre: Montaignes “Essais“

Montaignes "Essais" haben gar nicht so viele Zeilen, wie der Autor Botschaften dazwischen vermittelt. Er redet gegen die Einsamkeit, gegen den Tod an, jahrzehntelang - und scheitert. Was bleibt, ist grandiose Literatur.

Werner Spies

Mein Lieblingsbuch: „Der Hagestolz“

Ein Text, der süchtig macht

Das ist das Faszinierende bei Adalbert Stifter: Seine scheinbare Weltfremdheit zieht wie ein Schwamm all das an, was wir von Welt wissen können und wissen wollen.

Mark Siemons

Mein Lieblingsbuch: „Zhuangzi“

Literarisches Wunderwerk: “Zhuangzi“

Das vor 2300 Jahren von dem sonst unbekannten Chinesen Meister Zhuang geschriebene Buch ist ein literarisches Wunderwerk, dessen Witz und gedankliche Präzision keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Ernst Osterkamp

Mein Lieblingsbuch: „Der grüne Heinrich“

Ein trauriges Glück

Wohl jeder, der den Kellers „Grünen Heinrich“ sein Lieblingsbuch nennt, tut dies mit dem Gefühl, dabei viel von sich preiszugeben. Es ist ein großes Glück, dieses Buch lesen zu dürfen, aber ein trauriges Glück ist es auch.

Michael Jeismann

Mein Lieblingsbuch: „Der Rausch“

„Der Rausch“ von Nagib Machfus liest sich zunächst wie ein Roman von Philip Roth. Das Schönste an diesem Buch ist, daß man die arabische Welt und einiges mehr nicht mehr nur durch einen Schleier sieht.

Edo Reents

Mein Lieblingsbuch: „Hundstage“

Nachdenklich: Walter Kempowski

Walter Kempowski hat nie besser erzählt. Daß er darauf verzichtet, die Ähnlichkeit zwischen sich und seinem Alexander Sowtschick herunterzuspielen, ist ein Akt von außergewöhnlicher Aufrichtigkeit.

Patrick Bahners

Mein Lieblingsbuch: „Überredung“

Den eigenen Namen suchen: Jane Austens “Überredung“

Jane Austens Romane sind ein perfektes Vergnügen, weil sie unsere weniger attraktiven Grundbedürfnisse befriedigen, unserer Eitelkeit schmeicheln und unsere Schadenfreude füttern.

Hans Magnus Enzensberger

Mein Lieblingsbuch: „Hatschi Bratschi“

Hans Magnus Enzensberger

Kinderbücher gibt es viele, doch nur wenige bleiben bis ins Erwachsenenalter in Erinnerung. Wie zum Beispiel „Hatschi Bratschi“, das zwischenzeitlich gar verboten war.

Heinrich Detering

Mein Lieblingsbuch: „Die Bibel“

Das Buch der Bücher

Dieses Buch eine Menschheitsbibliothek. Das eine Wort artikuliert sich hier in sehr vielen Stimmen, die manchmal sanft harmonieren, sich manchmal widersprechen bis zur grellen Dissonanz.

Thomas Hettche

Mein Lieblingsbuch: „All die schönen Pferde“

McCarthys Werk und Gottes Beitrag

In seinem Roman „All die schönen Pferde“ legt sich die Sprache Cormac McCarthys perfekt um die Dinge, die sie erschafft. Womöglich deshalb, weil er den Auftrag zu dem Buch direkt von Gott erhält?

Dirk Schümer

Mein Lieblingsbuch: „Meyers Konversationslexikon“

20.000 Seiten geistige und materielle Welt

Die etwa zwanzigtausend Seiten des Werks beindrucken durch die souveräne und selbstgewisse Art ihrer Auskünfte: Man kommt verläßlich und bequem durchs Leben.

Robert Gernhardt

Mein Lieblingsbuch: „Sudelbücher“

Liebt Lichtenberg: Robert Gernhardt

Mit den „Sudelbüchern“ des Göttinger Aufklärers Georg Christoph Lichtenberg könnte es Robert Gernhardt gut auf einer einsamen Insel aushalten. Wie aber hießen nur Lichtenbergs Pantoffeln?

Christoph Peters

Mein Lieblingsbuch: „Jahrestage“

Uwe Johnson

Man braucht dafür etwa vier Wochen, in denen man nur ißt, schläft, liest und dem Gelesenen nachsinnt. Uwe Johnsons „Jahrestage“ sind ein Leben, schrecklich, schön und endlos zwischen dem ersten und dem letzten Satz.

Friedmar Apel

Mein Lieblingsbuch: „Nachtstücke“

Die Wahrheit über den Sandmann: “Nachtstücke“

Die heimliche Nachtlektüre des Kindes war ein Spiegel seiner Ängste und Phantasie. E.T.A. Hoffmanns „Nachtstücke“ sind ein Elixier gegen das „miserable Einerley“ des Alltags.

Verena Lueken

Mein Lieblingsbuch: „Die Geschichte meines Todes“

Harold Brodkey

Ein Mann erkrankt an Aids. Er wird sterben - und darüber ein Buch schreiben. Harold Brodkeys „Die Geschichte meines Todes“ zeigt, daß nicht nur das Leben, sondern auch das Sterben all unsere Aufmerksamkeit verdient.

Felicitas Hoppe

Mein Lieblingsbuch: „Grimms Märchen“

Das Original: Grimms Märchen

Stroh wird zu Gold, Hahn, Katze, Hund und Esel singen gemeinsam und wer den Frosch zu küssen wagt - na ja, den Rest kennt man. Märchen bieten spannende Unterhaltung für groß und klein.

Dieter Bartetzko

Mein Lieblingsbuch: „Joseph und seine Brüder“

Tetralogie “Joseph und seine Brüder“

Thomas Mann erzählt in „Joseph und seine Brüder“ die Geschichte einer Verführung und damit Leben als fortwährende Verführung, entwirrt es als unentwirrbares Geflecht aus Seele und Unterleib, Sublimation und Triebentladung.

Felicitas von Lovenberg

Mein Lieblingsbuch: „Emily Dickinson, Dichtungen“

Stärkungen des Immunsystems: Emily Dickinsons “Dichtungen“

Überreich sind Emily Dickinsons „Dichtungen“ an Momenten, in denen Welt, Worte und Leser ganz beieinander sind und eine sinnvolle Mischung ergeben. Die Erfahrung des Wunderbaren sprengt allen Kummer und Schmerz.

Denis Scheck

Mein Lieblingsbuch: "American Psycho"

Eine penetrierend scharfe Form von Witz: “American Psycho“

Auch wenn die Wirklichkeit der "Bunten" und der Nachmittagstalkshows "American Psycho" inzwischen in einigem überboten hat, läßt sich immer noch viel aus diesem schlauen Buch lernen.

Ernst-Wilhelm Händler

Mein Lieblingsbuch: "Das Kalkwerk"

Alles eine einzige Verschwörung: “Das Kalkwerk“

Meine Lieblingsfrage: Ist Klarheit ohne Kälte möglich? „Das Kalkwerk“ von Thomas Bernhard beantwortet die Frage nicht. Aber die Frage ist ohne das Kalkwerk nicht zu beantworten.

Dietmar Dath

Mein Lieblingsbuch: legende

Kommunisten, Schokoladenfabrikanten, Idioten und Erleuchtete - in großer Epik

Der Roman "legende" vermählt sozialistischen Realismus mit magischem, so daß eine Literatur der zur Kunst gesteigerten tätigen Vernunft herauskommt, die man woanders lange suchen muß.

Martin Mosebach

Mein Lieblingsbuch: „Agni Puranam“

In Shakespeares „Sturm“ muß Prospero dieses Buch auf seine einsame Insel gerettet haben. Der Feuergott Agni unterweist darin in über dreihundert Kapiteln den brahmanischen Heiligen Vasistha. Worin? In allem, ist vielleicht die zutreffendste Antwort.

Rose-Maria Gropp

Mein Lieblingsbuch: „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“

“Seither sind wir aus aller Gewöhnung und Sicherheit herausgefallen“

In wundervoller Sprache, ohne jede herrische Attitüde und mit Behutsamkeit erzählt Freud das größte Märchen des zwanzigsten Jahrhunderts: das von der Entbergung des Sinns in der menschlichen Seele.

Paul Ingendaay

Mein Lieblingsbuch: „Der große Gatsby“

Der verführerischste aller kurzen Romane: “Der große Gatsby“

Später kommt es einem ganz natürlich und gewissermaßen zur Welt gehörig vor, daß verwöhnte Frauen nur die Mehrung ihrer Verwöhntheiten im Kopf haben und reiche Männer nichts anderes als die Mehrung ihres Reichtums.

Lorenz Jäger

Mein Lieblingsbuch: "Dichtung und Wahrheit"

Ab fünfzig: Goethes “Dichtung und Wahrheit“

Von "Dichtung und Wahrheit" sollte man die Finger lassen, wenn man die Fünfzig noch nicht überschritten hat. Dann aber kann man den Ton der Erfahrung schätzen, nie verklärend, aber auch niemals nur kritisch um des Effekts willen.

Elke Heidenreich

Mein Lieblingsbuch: „Das Herz ist ein einsamer Jäger“

Ein verzweifelt schönen Buches über das Scheitern menschlicher Sehnsucht

In „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ hat Carson McCullers die Schicksale in einer Südstaaten-Stadt grandios miteinander verknüpft. Mit fünfzehn Jahren las ich dieses Buch zum erstenmal und wußte: Das handelt von mir.

Hannes Hintermeier

Mein Lieblingsbuch: Der Mensch erscheint im Holozän

Ein lakonischer Triumph, dem Verrinnen der Zeit mit jedem Wort abgetrotzt.

Eine abgründige Parabel, ein Trostbüchlein in regnerischen Sommernächten. Die wunderbare Ökonomie der Sprache berührt, weil sie gegen die Gepflogenheiten der Gattung den Menschen klein und die Natur groß macht.

Burkhard Spinnen

Mein Lieblingsbuch: „Der Segelschiffe große Zeit“

“Der Segelschiffe große Zeit“ - für immer das teuerste Buch

Nicht, daß ich inzwischen nichts Schöneres und Bewegenderes gelesen hätte. Aber „Der Segelschiffe große Zeit“ war, auf seine Art, mein teuerstes Buch und wird es immer bleiben.

Volker Weidermann

Mein Lieblingsbuch: „Radetzkymarsch“

Das schönste Buch der Welt, das wundersamste: Joseph Roths “Radetzkymarsch“

"Radetzkymarsch" ist ein Wunder. Joseph Roth hat die letzten Kapitel geschrieben, als der Vorabdruck in der "Frankfurter Zeitung" 1932 längst begonnen hatte. Immer betrunken. Immer mit klarstem Geist.

Andreas Platthaus

Mein Lieblingsbuch: „Die Dämonen“

Zeigen, was Literatur vermag: Doderers “Dämonen“

Welch wohliges Gefühl, ein mehr als 1300 Seiten umfassendes Buch auf den Knien zu haben, das sich zudem dem hehrsten Ziel des Erzählens verschrieben hat: der Belebung einer vergangenen Welt.

Richard Kämmerlings

Mein Lieblingsbuch: „Die Beschießung des Botanischen Gartens“

"Die Beschießung des Botanischen Gartens" von Donald Antrim ist ein kleines Buch von ausgesuchter Hinterhältigkeit, eine rasend komische und zugleich beklemmende Vision des Zivilisationzerfalls im Herzen Amerikas.

Tilman Spreckelsen

Mein Lieblingsbuch: „Morgen oder Abend“

Eine Sensation: “Morgen oder Abend“

„Morgen oder Abend“, das absolut stilsichere Debüt der früh verstorbenen Katrin Seebacher, war eine stille Sensation und offenbart noch heute mit jeder neuen Begegnung immer neue Schönheiten.

Andreas Maier

Mein Lieblingsbuch: „Die Brüder Karamasow“

Vorsicht, Suchtgefahr

Man wirft Dostojewski Unübersichtlichkeit vor? Ja, das stimmt! Trotzdem sind seine „Brüder Karamasow“ für den Schriftsteller Andreas Maier eine Sucht - ja, er lebt geradezu in diesem Roman.

Marcel Reich-Ranicki

Mein Lieblingsbuch: Bertolt Brechts Hauspostille

“Wunderbar poetisch“: Reich-Ranicki über Brecht

Ein dünner Band, gefunden während der Nazi-Zeit in einem Berliner Antiquariat, in dem verramschte Bücher verbotener Schriftsteller hinter der Theke versteckt waren: das Lieblingsbuch Marcel Reich-Ranickis.

Start der Aktion

„Diese Republik soll vom Lesen sprechen“

Lesen ist leichter: Heidenreich und Schächter an der Druckpresse

Vier Wochen lang können Deutschlands Bücherfreunde über ihre liebste Lektüre abstimmen. Die „Lesen!“-Moderatorin Elke Heidenreich ruft zu einer „ehrlichen Wahl“ auf.

Reich-Ranickis Kanon

Wer soll das alles lesen und warum?

Marcel Reich-Ranicki erklärt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, wie die insgesamt 180 Erzählungen in seinen neuen Literaturkanon kamen. Und wer leider draußen bleiben muß.

Büchersendung

Elkes Welt

Elke Heidenreich betont seit langem, wie sehr sie die Literatur liebt. Jetzt hat sie eine eigene Büchersendung im ZDF, und wer die erste Folge gesehen hat, glaubt der Moderatorin diese Liebe unbedingt.

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