Martin Mosebach

Die Würde eines deutschen Revolutionärs

Spezial Bei der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung wurde der Georg-Büchner-Preis verliehen - und Martin Mosebachs Dankesrede war ihr denkwürdiger Höhepunkt. Von Lorenz Jäger.

Lesermeinungen zum Beitrag

31. Oktober 2007 15:18

Aufgebauscht!

Wolfgang Behrens (Raulomat2)

Martin Mosebach hat eine kluge Rede gehalten, in der er - wie Lorenz Jäger richtig bemerkt - die möglichen Bedeutungsschichten der letzten Worte aus "Dantons Tod" umkreist: "Es lebe der König." Völlig unangemessen aber ist es, wie die F.A.Z. nun geradezu einen Skandal herbeizittert, der sich an der (nur in einer Nebeneinlassung von Mosebach kurz gestreiften) Beobachtung entzünden sollte, Wortwahl und Argumentation Saint-Justs und Himmlers ähnelten einander. Mosebachs Rede im Abdruck vom 30. Oktober mit "Saint-Just. Büchner. Himmler." zu überschreiben geht an den Intentionen des Redners in grober, ja unwürdiger Weise vorbei, ebenso wie die Anmoderation: "Kann es Gründe für den Massenmord geben?" Diese Frage beantwortet noch überhaupt stellt Mosebach in seiner Darmstädter Ansprache. Er entlarvt in der genannten Nebenbemerkung nur eine bestimmte menschenverachtende Rhetorik, die sich in der Tat über die Zeiten - und sehr verschiedene Umstände - hinweg gleicht. Es ist, Gott sei's gedankt, einfach kein Skandal in Sicht, so sehr sich die F.A.Z auch durch ihre irreführende Titelei mühen mag.

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30. Oktober 2007 23:17

Lichtenberg

Wolf Doleys (Karneades)

"In dem freien Frankreich, wo man jetzt aufknüpfen lassen kann, wen man will."
Lichtenberg, Sudelbücher, Heft J, 912
Anm.: Vor dem Ganz Großen Terror der maschinellen Vernichtung durch die Guillotine knüpfte der Pariser Mob an die Laterne, wer keinen Mobeindruck machte.

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30. Oktober 2007 12:03

Dem Königtum ist grundsätzlich der Krieg zu erklären…

Harry LeRoy (Cimon)

Nun, liebe FAZ, fehlt bei allen diesen Lobpreisungen und Abschweifungen nicht das Wesentliche? Dem Leser wird nämlich nicht so Recht klar, was nun die FAZ über Büchner und die französische Revolution anmerkt und was nun der Büchner-Preisträger über die liebe französische Revolution, Büchners Gedankenwelt und den bösen Oberschergen des schwarzen Ordens gesagt hat oder haben soll; sollte sich Mosebach tatsächlich so geäußert haben so fordere ich, in Vertretung des Unbestechlichen, die Höchststrafe für ihn: Er muss vor Kerners Fernsehtribunal erscheinen und dort Abbitte leisten (man merkt es: Die vermeintliche Humanisierung des Strafrechts macht dieses nicht unbedingt humaner. Spätestens nach 20 Minuten Kerner wird Mosebach um die Gnade der Guillotine flehentlich bitten).

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