Er hat es sicher gut gemeint: Klaus Wagenbach

Wagenbach verteidigt Grass

Früher war er nicht so

Monatelang hatte Günter Grass gesagt, er habe seine SS-Mitgliedschaft sechzig Jahre lang verschwiegen. Jetzt setzt der Verleger Klaus Wagenbach zu einer wahrscheinlich gutgemeinten Verteidigung an. Ein Schuss, der nach hinten losgeht.

Lesermeinungen zum Beitrag

27. April 2007 13:38

Sprich Edo, was hast du mit 17 gemacht?

karl maus (advocatus1)

Hattest du noch Träume? Vielleicht an eine herrschaftsfreie Gesellschaft geglaubt? Vorwärts mit der KPD? Bündnis von Demokraten, Sozialisten und sonstigen Kommunisten? Legal, illegal, scheißegal? Vielleicht klammheimliche Sympathien für die Desperados der RAF?

Oder auf der anderen Seite? Nationaler Widerstand? Wiedereinführung der Todesstrafe? Schluss mit der Vergangenheit?

Oder schon damals kreuzbrav alles nachgebetet, was man dir angetragen hat? Damals schon immer das Fähnchen tapfer nach dem Wind gehängt?

Oder ......?

Wie immer auch: Ich verlange lückenlose Auskunft mit Nachweisen?

Sonst, lieber Herr Reents geht der Schuss nach hinten los. Sind Sie unglaubwürdig, was immer Sie sind oder sein zu glauben.

M. f. G.
klaus priesucha
oldenburg

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26. April 2007 10:30

Biographische Transparenz???

Peter Reinike (P.Maikaefer)

Schon in den Sechzigern treuherzig offene Bekenntnisse des Günter G.?? Das steht aber so nicht in den Notizen, auch wenn hier jemand wie Wagenbach als Sekundant zur vorgeblichen Entlastung schreitet. Hier ist nur zu lesen, dass Grass bei einer Sturmgeschützabteilung war, in welcher Einheit ist nicht vermerkt. Der Einsatzverband sei die ‚Gruppe Steiner SS’ gewesen. Wenn man die taktische Praxis der Zeit kennt, Einheiten aus verschiedenen Verbänden zu Kampfgruppen (auch aus SS und Wehrmacht) zusammenzufassen, ist hier eben keine eindeutige Zugehörigkeit zur Waffen SS herauszulesen.

Und wohlgemerkt: Es geht nicht um einen selbstgerechten Exorzismus. Aber Grass war die unbarmherzige Speerspitze einer Generation, die der Vätergeneration Heuchelei und Doppelmoral vorwarf. Was der Kombattant Wagenbach anscheinend versucht ist die Entlastung per Nebelkerze...

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26. April 2007 09:49

Petronius, die Vase für die Tränen!

Markus Müller-Dott (mmd1965)

Mir treibt es, wie Herrn Ujvar, vor Rührung die Tränen in die Augen; und dass liegt bestimmt nicht an der Häutung der Zwiebel....

Das erinnert mich irgendwie an den "Guten Mensch von Sezuan", eine dichte Parabel über die Grenzen moralischer Integrität, obwohl ich mich hüten werde, den Stil eines Bertolt Brecht mit den Ergüssen von Herrn Grass zu vergleichen, denn dass hieße Eulen nach Athen zu tragen.

Warum eigentlich lassen wir Herrn Grass soviel Aufmerksamkeit zukommen, was wohl dem Absatz seiner Bücher keinen Abbruch tut?

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25. April 2007 18:16

Tränen in den Augen

franz Ujvar (ujvar)

... von dieser Zwiebel. Herr G. beschäftigt seine Leser in guter Sprache, sein Leben immer wieder neu zu kommentieren und umzukommentieren, vom Kleinbürger zum qualifizierten Mitläufer der Nazi-Diktatur, dann Bewunderer der DDR Kommunisten, SPD Wahlhelfer und was noch kommen mag.
Deshalb: no comment !

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