27. Februar 2006 Der amerikanische Bestseller-Autor Dan Brown ist am Montag in London zur Eröffnung des Millionen-Prozesses gegen seinen amerikanischen Verlag Random House erschienen. Die Anklage lautet auf geistigen Diebstahl für seinen Welterfolg Sakrileg. In dem Roman geht es um eine Verschwörung, in die die katholische Kirche verwickelt ist. Der Roman wurde in 44 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 25 Millionen Mal verkauft.
Michael Baigent und Richard Leigh klagen vor dem Obersten Zivilgericht Englands auf Verletzung des Urheberrechts. Die Autoren hatten 1982 ein Sachbuch unter dem Titel Der heilige Gral und seine Erben ebenfalls bei Random House veröffentlicht. Nach Ansicht der Kläger soll Brown aus diesem Buch wesentliche Grundelemente bis hin zur gesamten Architektur widerrechtlich übernommen haben.
Brown als Zeuge vor Gericht
Nach Angaben britischer Medien streben die Kläger eine Entschädigung von mindestens 10 Millionen Pfund (fast 15 Millionen Euro) an. Die Klage richtet sich nicht gegen Dan Brown persönlich, sondern gegen den Verlag. Der 41 Jahre alte Autor ist zu dem Verfahren als Zeuge geladen. Brown soll durch seine Aussagen im Laufe des Verfahrens die Argumentation der Verteidigung belegen, wonach er lediglich in völlig legalem und allgemein üblichen Umfang Ideen aus dem Buch der Kläger neben zahlreichen weiteren Quellen übernommen habe. Der Verlag hat sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.
Sollten die Kläger Recht bekommen, wäre in Großbritannien nicht nur der Weiterverkauf des Buches The Da-Vinci Code, sondern auch der Start des geplanten Kinofilms gefährdet. Der Film mit Tom Hanks und Ian McKellan in den Hauptrollen soll bereits am 19. Mai in den Kinos anlaufen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
Bildmaterial: dpa/dpaweb