09. Dezember 2005 Bei der Bundestagswahl bekommen beide großen Parteien weniger Stimmen als vor drei Jahren. CDU/CSU und FDP verfehlen die erhoffte Mehrheit zur Regierungsbildung. Damit bleibt die künftige Zusammensetzung der Regierung am Wahlabend völlig offen.
CDU und CSU kommen zusammen auf 35,2 Prozent der Stimmen. Die SPD erhält 34,2 Prozent. Überraschend erfolgreich schneidet die FDP mit 9,8 Prozent ab. Als Bündnis von PDS und WASG erreicht die Linkspartei bei ihrer ersten Wahl auf Anhieb 8,7 Prozent. Für die Grünen entscheiden sich 8,1 Prozent der Wähler.
Entwicklung zur großen Koalition
In einer turbulenten Fernsehdiskussion der Berliner Runde beanspruchen sowohl Gerhard Schröder als auch Angela Merkel die Kanzlerschaft. Schröder lehnt eine große Koalition unter der Führung Merkels ab.
Anfang Oktober jedoch erklärt Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Bereitschaft zum Amtsverzicht und macht damit den Weg für Verhandlungen über eine große Koalition frei. Er wolle einer stabilen Regierung nicht im Wege stehen, sagte Schröder.
Die große Koalition unter Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Müntefering wird am 18. November mit den Unterschriften der Parteivorsitzenden von Union und SPD besiegelt.
Text: FAZ.NET