
Schon seit Jahren beobachte ich die Entwicklung der Zahlen des Personalabbaus im Hause der Dresdner Bank und dessen Darstellung in Ihrer Zeitung. Als ehemaliger langjähriger (27 Jahre) Mitarbeiter im Konzern der Dresdner Bank, möchte ich Ihnen mitteilen, daß nach der Übernahme der englischen Investmentbank Kleinwort Benson und der, der amerikanischen Investmentbank Wasserstein Perrella der Konzern nahezu 52.000 Mitarbeiter hatte. Nachdem das o.g. Investement sich mehr oder minder als Beslastung herausstellte (neben anderen Internen) begann der Stellenabbau. Bis zu den jetzt neu veröffentlichten Absichten weitere 2 - 3.000 Stellen zu streichen, wurden bereits insgesamt 20.000 Stellen gestrichen d.h. 39 % des Personals entlassen. Diese Zahl erhöht sich nun auf leicht zu addierende 23.000 Stellen oder rd. 45 % des Personals. Die Sozialverträglichkeit dieser Maßnahmen, die so gerne angeführt wird, kann ich, was den finanziellen Rahmen angeht als mühsam erreicht bestätigen, was sich jedoch in einer solchen Situation innerhalb des Mitarbeiterstabes über viele Jahre hinweg dort abspielt, ist keinesfalls sozialverträglich, sondern läßt viele der mühsam kultivierten Triebe der Menschen hemmungslos hervorbrechen.
Es wäre sicher von hohem Wert, wenn ein Blatt mit der Reputation der FAZ sich auch einmal dieses Themas (kritisch) annähme und damit möglicherweise eine reklamierte Unabhängigkeit unter Beweis stellen könnte, die ich als Leser (über 35 J. hinweg) zunehmend vermisse.
Mfg.