Banken

Investmentbanking bremst die Dresner Bank

Die Dresdner Bank präsentiert “Schönwetterzahlen“

Die Dresdner Bank präsentiert "Schönwetterzahlen"

12. August 2005 Die Dresdner Bank hat bereits zur Jahresmitte ihr für 2005 angepeiltes Gewinnziel erreicht, tritt aber operativ auf der Stelle und kämpft mit Problemen im Investmentbanking. Im zweiten Quartal konnte das zum Allianz-Konzern gehörende Kreditinstitut dank Einsparungen, der Auflösung von Risikorückstellungen und dem Verkauf einer Beteiligung das Ergebnis kräftig steigern.

Von April bis Juni stieg der Gewinn des Kreditinstituts um 82 Prozent auf 244 Millionen Euro. Nachdem der Mutterkonzern Allianz seine guten Zahlen bereits vorab veröffentlicht hatte (siehe: Allianz übertrifft deutlich die Erwartungen), zeigte sich Allianz-Chef Michael Diekmann optimistisch, was das den weiteren Geschäftsverlauf angeht. „Der bisherige Jahresverlauf stimmt uns zuversichtlich, daß wir unsere Ziele für 2005 nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen“, erklärte er am Freitag in München auch mit Blick auf das Geschäft der Dresdner Bank.

Erstmals wieder Kapitalkosten verdienen

Das Bankgeschäft sollte in diesem Jahr erstmals nach Jahren mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8,85 (2004: 1,7) Prozent wieder die Kapitalkosten verdienen. Dies entspricht in etwa einem Jahresüberschuß von 700 Millionen Euro. Per Ende Juni kam die Dresdner Bank bereits auf 710 (222) Millionen Euro. Dabei profitierte sie aber auch von Erlösen aus Beteiligungsverkäufen.

Die operativen Erträge sanken im zweiten Quartal um knapp ein Fünftel auf rund 1,40 Milliarden Euro. Hauptauslöser des Rückgangs war das Handelsergebnis, das im Vorjahresvergleich um 73 Prozent auf 127 Millionen Euro einbrach. „Dieser Rückgang ist vornehmlich darauf zurückzuführen, daß das Geschäftsfeld am Kapitalmarkt in den Monaten April und Mai sehr schwierig war“, hieß es. Dies habe sich vor allem bei der Investmentbanking-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) niedergeschlagen. Mit 23 (Vorjahr 55) Millionen Euro halbierte sich dort das Ergebnis nach Steuern.

Sorgenkind Investmentbanking

Seit der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz wird immer wieder über die Zukunft der DrKW im Konzern spekuliert. In der Vergangenheit waren als Optionen auch ein Verkauf oder ein Einstieg anderer Gesellschafter genannt worden. Das schwache Abschneiden der Investmentbank dürfte die Debatte wieder anheizen, auch wenn die Allianz von besseren Geschäften der DrKW im Juni sprach. Zwar hatten fast alle großen Investmentbanken im abgelaufenen Quartal unter den Turbulenzen am Anleihemarkt zu leiden. Aber manche Institute waren dennoch erfolgreich. Der Branchenprimus Deutsche Bank etwa konnte das Handelsergebnis um 13 Prozent steigern.

Auch beim Zinsüberschuß mußte die Dresdner Bank mit 541 (584) Millionen Euro im Quartal einen Rückgang hinnehmen, nur das Provisionsergebnis legte mit 663 (581) Millionen Euro zu. Hauptverantwortlich für den deutlichen Gewinnanstieg war die Verringerung des Verwaltungsaufwands um knapp 16 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro. Zudem profitierte das Institut von der Auflösung von Risikowertberichtigungen von 54 Millionen Euro. Anders als im Vorjahr mußte die Dresdner Bank praktisch keine Restrukturierungsaufwendungen verbuchen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen verdoppelte sich vor allem wegen des Verkaufs der Beteiligung am Baukonzern Bilfinger Berger auf 138 (64) Millionen Euro.

Dresdner-Rating erhöht

Unterdessen teilte die Rating-Agentur Fitch in London mit, sie habe ihre Individual-Bewertung für die Dresdner Bank auf „C“ von bislang „C/D“ erhöht. Die Hochstufung spiegele die erfolgreiche Restrukturierung des Kreditinstituts in den vergangenen zwei Jahren und insbesondere den erfolgreichen Abbau von Problemkrediten wider, begündete Fitch die Heraufstufung. Auch habe die Bank ihre Kosten signifikant reduziert. Fitch bekräftigte zugleich das Langfrist-Rating „A“ mit stabilem Ausblick für die Dresdner Bank.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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