Wahl in Schleswig-Holstein

Große Koalition nach hartem Poker

Möller und Carstensen: Unterschrift unter den Koalitonsvertrag

Möller und Carstensen: Unterschrift unter den Koalitonsvertrag

17. April 2005 Nach neun Jahren Rot-Grün heißt es in Schleswig- Holstein Schwarz-Rot: Erleichtert sahen die Landesvorsitzenden Peter Harry Carstensen (CDU) und Claus Möller (SPD) als sie am 17. April nach knapp zweiwöchigen Verhandlungen die Einigung auf eine große Koalition verkündeten.

Vorangegangen war ein knallharter Poker um die Machtverteilung im Kabinett. Nach dem Debakel um die gescheiterte Wiederwahl von Heide Simonis zur Ministerpräsidentin hatte die CDU Stärke demonstriert und wollte der SPD weit weniger Macht im Kabinett zugestehen, als diese akzeptieren wollte.

Vier rote und drei schwarze Minister

Süßes Lächeln nach dem Machtpoker

Süßes Lächeln nach dem Machtpoker

Mit teilweise versteinerten Mienen quittierten dies die Sozialdemokraten. Jetzt wird Carstensen als Ministerpräsident vier SPD-Minister im Kabinett haben und drei von der CDU. „Das Verhältnis 30:29 muß sich schon widerspiegeln“, hieß es in der SPD bei ihnen in Anspielung auf die Stärke beider Fraktionen mit nur einem Mandat mehr für die CDU.

„Wir haben gerungen“, bestätigte Carstensen, der am 27. April zum Regierungschef gewählt werden soll. Für die CDU gingen dann 17 lange Oppositionsjahre zu Ende und damit fast ein Albtraum.

Erste große Koalition im Norden seit 58 Jahren

Nach jahrzehntelanger, oft bitterer Konfrontation waren CDU und SPD nun zwangsweise zusammengerückt. Erst auf der Zielgeraden wurde es spannend: Eigentlich wollte man am Freitag „durch“ sein, doch nach 14-stündigem Sitzungsmarathon nahmen Carstensen und Möller eine Auszeit. Bei der Machtverteilung im Kabinett und „Herzblut“-Themen wie Vogelschutzgebieten auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt oder einer Gesamtschule in Ostholstein „hakte“ es. „Es geht auch um Nerven, Kondition und Sitzfleisch“, sagte ein gestreßter Teilnehmer.

Am Samstag nachmittag konnten alle durchatmen: Unter den gestrengen Porträt-Blicken des Übervaters der Nord-CDU, Gerhard Stoltenberg, brachte die letzte große Verhandlungsrunde im Kieler CDU- Fraktionssaal den Durchbruch.

Erstmals seit der ersten Landtagswahl vor 58 Jahren wird es nun im Norden eine große Koalition geben - wenn beide Parteitage am nächsten Sonnabend zustimmen. Dies gilt trotz Bauchschmerzen besonders in der SPD als wahrscheinlich, doch nach der sensationellen Niederlage von Simonis bei der Ministerpräsidentenwahl vor vier Wochen schließt man in Kiel lieber nichts mehr aus.

Am Ende der Verhandlungen ging es vor allem um Personalien

Der Erfolg hat viel mit den „Kapitänen“ zu tun: Der Nordfriese Carstensen (58) und der Kieler Möller (63) „können miteinander“, gern auf Plattdeutsch. Ganz einfach war die Sache für sie nicht: Möller mußte nach dem Wahldebakel um Simonis eine erschütterte Partei bei der Stange halten und Carstensen der Versuchung allzu großen öffentlichen Triumphierens widerstehen.

Inhaltlich ist das Ergebnis ein klassischer Kompromiß - manche hohen Erwartungen, die in dem hoch verschuldeten und strukturschwachen Land viele in eine große Koalition haben, werden sich kaum erfüllen. So soll nicht so drastisch gespart werden wie die CDU vor der Wahl erklärt hatte. Auch den von ihr angekündigten Abbau von 2000 Stellen in der Verwaltung wird es in dem Umfang nicht geben - für viele von vornherein ein unrealistisches Ziel.

Beim Reizthema Schule einigte man sich auf das Abitur nach zwölf Jahren und eine Reform der Oberstufe mit Rückkehr zum alten Klassenverband. Das von der CDU massiv verteidigte dreigliedrige Schulsystem bleibt bestehen; die von der SPD favorisierte Gemeinschaftsschule darf hinzukommen. Kompromisse gab es dann natürlich auch im Streit um die Kabinettsposten: „Dann mußten wir feststellen, daß die SPD auch ihre Wünsche hatte“, meinte Carstensen. So hat es der bisherige Finanzminister Ralf Stegner, der vor der Wahl einer der härtesten Kritiker von Carstensen war, doch noch ins Regierungsteam geschafft: Er wird Innenminister.

Der Haushaltsexperte der CDU-Bundestagsfraktion, Dietrich Austermann, soll Wirtschafts- und Wissenschaftsminister werden. Das Finanzressort übernimmt der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Wiegard. Als Vize-Regierungschefin wurde die alte und neue Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) benannt. Gitta Trauernicht (SPD) bleibt Sozialministerin; der bisherige Finanzstaatssekretär Uwe Döring (SPD) übernimmt den Posten des Justizministers. Für Landwirtschaft und Umwelt ist künftig der ehemalige CDU-Europaabgeordnete Christian von Boetticher zuständig.

Vertrag umfaßt 59 Seiten

Als Schwerpunkte nennt der 59 Seiten lange Koalitionsvertrag Wirtschaft und Arbeit, Bildung, Verwaltungsmodernisierung, Sanierung des maroden Haushaltes und Ausbau der norddeutschen Kooperation. CDU und SPD vereinbarten unter anderem, die Nettoneuverschuldung in der neuen Legislaturperiode zu halbieren.

Für die Schulen soll es zusätzlich 150 Millionen Euro geben. Allerdings wurde auch beschlossen, die Arbeitszeit der Beamten ab 1. August 2006 um eine Wochenstunde zu verlängern; für Lehrer wäre dies eine halbe Unterrichtsstunde zusätzlich. Das dreigliedrige Schulsystem wird in der neuen Wahlperiode auf Drängen der CDU nicht angetastet. Die von der SPD gewünschten Gemeinschaftsschulen können auf Antrag des Schulträgers aus bestehenden Schulen hervorgehen.

Kabinett wird um ein Ressort verkleinert

CDU und SPD in Schleswig-Holstein haben sich auf die Verkleinerung des Kabinetts um ein Ressort geeinigt. Im folgenden die Kabinettsliste.

Ministerpräsident: Peter Harry Carstensen.
Der 58jährige ist bisher CDU-Landesvorsitzender und als Bundestagsabgeordneter Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses.

Stellvertreterin und Ministerin für Bildung und Frauen: Ute Erdsiek-Rave (SPD).
Die 58-Jährige Lehrerin war schon in der rot-grünen Regierung Bildungsministerin und ist langjährige Landtagsabgeordnete.

Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr: Dietrich Austermann (CDU).
Der 64jährige ist als Bundestagsabgeordneter der Haushaltsexperte der Fraktion. Er gilt als Schwergewicht in der Nord-CDU.

Finanzen: Rainer Wiegard (CDU).
Der 55 Jahre alte Kaufmann war bisher Finanzexperte der Landtagsfraktion.

Innen: Ralf Stegner (SPD).
Der 45-Jährige Politikwissenschaftler war bisher Finanzminister und gilt als große politische Hoffnung der SPD im Norden.

Landwirtschaft und Umwelt: Christian von Boetticher (CDU).
Der 34 Jahre alte selbständige Rechtsanwalt ist der einzige Quereinsteiger im Kabinett. Er war allerdings von 1999 bis 2004 Europaabgeordneter.

Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren: Gitta Trauernicht (SPD).
Die 53 Jahre alte Sozologin war auch in der Vorgängerregierung Sozialministerin. Sie wurde in hochrangigen Positionen erst von Hamburg nach Niedersachsen und dann nach Schleswig-Holstein weitergereicht.

Justiz, Arbeit, Europa: Uwe Döring (SPD).
Der 59 Jahre alte Verwaltungsangestellte war bisher Finanzstaatssekretär. Er machte die klasssiche Ochsentour in der SPD und gilt als Vorsitzender des mächtigen Kreises Neumünster als Schwergewicht in der Partei.

Darüber hinaus soll die CDU fünf Staatssekretäre stellen, die SPD vier. Die Kultur soll in der Staatskanzlei verantwortet werden.

Text: FAZ.NET mit Material von ddp/dpa
Bildmaterial: AP, dpa, dpa/dpaweb, picture-alliance / dpa/dpaweb, REUTERS

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben

Schleswig-Holstein

Die Koalitionsverhandlungen in Kiel stocken

Verhandlungsführer Möller, Carstensen: Komplizierte Themen erst zum Schluß

Eigentlich sollte die große Koalition in Schleswig-Holstein bis zu diesem Freitag perfekt sein. Doch die Verhandlungsführer verließen das Spitzengespräch wortkarg gegen Mitternacht. Zu viele Details sind noch umstritten.

Schleswig-Holstein

Simonis: Stegner war nicht der Abweichler

Simonis: “Ich glaube, es ist ein Mann gewesen“

Die noch amtierende Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis (SPD), vermutet hinter ihrem Scheitern beim Versuch ihrer Wiederwahl im Landtag einen persönlichen Racheakt. Drei, vier männliche Abgeordnete kämen dafür in Frage.

Schleswig-Holstein

Neuer Kieler Landtag ohne Simonis

Endspurt: Simonis absolviert die letzten Termine als Ministerpräsidentin

SPD und CDU beginnen am Montag mit Geprächen über die Finanzlage des Landes ihre Koalitionsverhandlungen. Dafür haben die Gremien beider Parteien votiert. Heide Simonis gibt ihr Landtagsmandat zurück; eine Nachfolgerin steht schon fest.

FAZ.NET Spezial

„Wir haben das Gefühl, daß es möglich ist“

Sondierung im “Hochzeitszimmer“

Spezial Die Vorsitzenden von CDU und SPD in Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen und Claus Möller, empfehlen ihren Parteien, nach Ostern die Verhandlungen über eine große Koalition aufzunehmen.

F.A.Z.-Interview

„Hinterhältig bin ich nicht“

Schleswig-Holsteins Finanzminister Ralf Stegner

Der Finanzminister von Schleswig-Holstein, Ralf Stegner (SPD), schließt nicht aus, einem Kabinett unter CDU-Chef Carstensen anzugehören. Im F.A.Z.-Interview wehrt sich Stegner abermals gegen den Verdacht, er sei der Abweichler gewesen, der Simonis stürzte.

Schleswig-Holstein

Carstensen: SPD muß „kleinere Brötchen backen“

Koalitionsskeptiker Stegner: “So weit sind wir noch nicht“

Schon vor dem Beginn von Verhandlungen über eine große Koalition in Schleswig-Holstein streiten die Parteien über Personalfragen. CDU-Chef Carstensen bezweifelt die Eignung des Finanzministers Stegner (SPD). Der sieht Carstensen „disqualifiziert“.

Schleswig-Holstein

„Jetzt gelten andere Preise“

Aller Voraussicht nach der künftige Ministerpräsident: Carstensen (CDU)

Nachdem Heide Simonis bei ihrer Wiederwahl zur Ministerpräsidentin spektakulär scheiterte, läuft alles auf eine große Koalition unter CDU-Führung hinaus. Nun will Wahlsieger Carstensen die Bedingungen diktieren.

Schleswig-Holstein

Barschel aus der Grube

Ralf Stegner

Ralf Stegner, der Finanzminister Schleswig-Holsteins, promovierte über „Theatralische Politik made in USA“. Sein Faible für das Theatralische in der Politik demonstrierte er auch immer wieder in der Praxis.

Schleswig-Holstein

Simonis nimmt den Hut - Nun doch große Koalition?

“Politischer Dolchstoß“ für Simonis - Stationen einer Karriere

Nachdem Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) erklärt hatte, auf einen fünften Versuch ihrer Wiederwahl zu verzichten, bleibt die politische Zukunft Schleswig-Holsteins ungewiß. Die Minderheitsregierung hat offenbar kaum Chancen, eine große Koalition wird wahrscheinlicher.

Heide Simonis

Und sie weiß nicht, warum

Simonis wird demontiert

Es war ohne Beispiel in Deutschland, wie Heide Simonis 1993 die erste Ministerpräsidentin Deutschlands wurde. Ebenso ohne Beispiel ist nun ihr Abgang von der politischen Bühne.

Nach dem Wahldebakel

„Die Folgen dieser ehrlosen Schweinerei...“

Simonis und Stegner beim politischen Aschermittwoch

Heide Simonis mußte ihre letzte Niederlage eingestehen. Finanzminister Ralf Stegner - verdächtigt, den „Dolchstoß“ geführt zu haben - gibt sich in einem denkwürdigen Brief „empört, schockiert und auch ratlos“.

Simonis' Rücktrittserklärung

„Hinterhältiger Dolchstoß“

Simonis auf dem Rückzug. Abgang nach vier Wahlniederlagen

Die langjährige Ministerpräsidentin Heide Simonis hat ihren Rückzug aus allen Ämtern bekanntgegeben. FAZ.NET dokumentiert die Erklärung, in der sie sich auch über den Abweichler aus den eigenen Reihen beklagt, der ihre Wiederwahl am Donnerstag verhinderte.

Wahl in NRW

„Nicht jeder Sack Reis fällt uns auf die Füße“

Steinbrück: “Großes Kaleidoskop an Koalitionen“

Nach dem Debakel in Kiel versucht Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Steinbrück, Optimismus zu verbreiten. Mögliche Auswirkungen leugnt er nicht, wendet sie aber positiv: „Die Wahl in Nordrhein-Westfalen wird dadurch noch wichtiger.“

Abweichler

Desperados gab es immer wieder

Daß Abweichler die Wahl des Ministerpräsidenten verhindern, wie jetzt in Schleswig-Holstein geschehen, ist in der Geschichte der Bundesrepublik kein Einzelfall. Auch in Bonn, Hannover und Berlin durchkreuzten sie Regierungspläne.

Nach dem Wahldebakel

Tritt Simonis noch heute zurück?

Wirft Heide Simonis nach dem vierten Niederschlag das Handtuch?

Spezial Während die Landes-SPD noch den Verräter in den eigenen Reihen sucht, fordert die Bundes-SPD, in Kiel schnell eine große Koalition einzugehen. Langes Taktieren gilt als schädlich für die NRW-Wahl. Zugleich scheint es, als wolle Heide Simonis noch heute zurücktreten.

Schleswig-Holstein

Simonis verliert auch im vierten Wahlgang

Wieder einen Wahlgang verloren

Nach drei verlorenen Wahlgängen ist Heide Simonis auch beim vierten Versuch nicht als Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein wiedergewählt worden. Bei SPD, Grünen und SSW herrscht Ratlosigkeit: Ein Abgeordneter verweigert beharrlich die Zustimmung.

Kommentar

Chancen im Chaos

Vielleicht ist die Lage für die SPD etwas weniger schlimm, als es den Anschein hat. Sie wäre bei erfolgter Wahl nicht mehr auf Gedeih, sondern nur noch auf Verderb an Heide Simonis gebunden gewesen.

Ministerpräsidenten-Wahl

Schiffbruch an der Förde

Heide Simonis schon vier Mal gescheitert

Wieder ein Patt, wieder eine Enthaltung - In Schleswig-Holstein spielt sich ein wahrer Wahlkrimi ab: Heide Simonis fällt mehrmals durch, und der neue Landtag in Norddeutschland erlebt einzigartige Stunden.

Schleswig-Holstein

Simonis' Sorge vor „Überläufern“

Eine Stimme zählt: Ministerpräsidentin Simonis

Der Weg für die vom SSW tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung in Schleswig-Holstein ist bereitet. Doch vor der Entscheidung im Landtag muß Ministerpräsidentin Simonis noch zittern, denn die „Dänen-Ampel“ hat nur eine Stimme Mehrheit.

Wellenreiter

Peter Harrys shädn-froid

WELLENREITER - durch die Informationsflut mit FAZ.NET

Am gestrigen Nichtwahltag in Schleswig-Holstein zeigte ein Mann Gefühle: Peter Harry Carstensens breites Lachen über Simonis' Scheitern war das Bild des Tages. Ein Plädoyer für die Schadenfreude.

Schleswig-Holstein

Das Danebrog-Modell

“Für uns im Norden“ lautet das Motto des SSW

Bereits seit dem Krieg erfährt der Südschleswigsche Wählerverband in Schleswig-Holstein einen enormen Zuwachs, der weit über das Zahlenpotential der dänischen Minderheit hinausgeht. Auch für die Deutschen aus Nordfriesland ist der Wählerverband attraktiv.

Demoskopie

Rot-Grün weiter im Stimmungstief

Nicht nur in Schleswig-Holstein, auch im Bund droht Rot-Grün Machtverlust: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würde eine CDU/FDP-Koalition zustandekommen. Das ergab eine Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.

Schleswig-Holstein

„Der Koalitionsvertrag ist unterschriftsreif“

Freudiger Freitag für drei Damen in Kiel: Simonis (SPD), Lütkes (Grüne) und Spoorendonk (SSW)

Nach einer langen Nacht mit rund elfstündigen Verhandlungen haben sich SPD und Grüne in Kiel geeinigt. Ihre neue Regierung wollen sie vom SSW tolerieren lassen - sie hätte nur eine hauchdünne Mehrheit im Landtag.

Schleswig-Holstein

SPD akzeptiert Vereinbarungen mit Grünen und SSW

Ein Landesparteitag der Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein hat am Dienstag einstimmig sowohl den Koalitionsvertrag mit den Grünen als auch die Tolerierungsvereinbarung mit dem SSW gebilligt.

Schleswig-Holstein

SPD und Grüne billigen Koalitionsvertrag im Norden

Simonis und ihr neuer Wirtschaftsminister Paul F. Nemitz

Ministerpräsidentin Heide Simonis setzt auf neue Köpfe: Wirtschaftsminister in der Landesregierung von Schleswig-Holstein soll der EU-Fachmann für Recht und Fischerei Paul F. Nemitz werden.

Leitglosse

Bündnis der Verlierer

Die rot-grüne Koalition in Schleswig-Holstein, künftig geduldet von der Partei der dänischen Minderheit, ist ein starkes Stück. Ein solches Bündnis der Wahlverlierer hat es in Deutschland noch nicht gegeben.

Rot-Grün in Schleswig-Holstein

Simonis: Das hält fünf Jahre

Simonis will 'toleriert'an der Macht bleiben

Eine Woche nach der Landtagswahl hat die SPD nun auch offiziell erklärt, in Schleswig-Holstein mit den Grünen eine vom SSW tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung bilden zu wollen. Aus Protest hört Wirtschaftsminster Rohwer auf.

Schleswig-Holstein

Kompromißangebot: CDU kämpft für eine große Koalition

Carstensen (CDU) bei der SPD: Nach dem Wahlkampf der Machtkampf

Die CDU kämpft im hohen Norden bis zuletzt um die Option einer großen Koalition. Der CDU-Landesvorsitzende Carstensen will die SPD in Kiel mit Zugeständnissen in der Schulpolitik zum Umdenken bewegen.

Schleswig-Holstein

„Keine politischen Eunuchen“

Der SSW, die Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, verwahrt sich gegen Neutralitäts-Forderungen der CDU. Die Union denkt derweil weiter an eine große Koalition.

Schleswig-Holstein

CDU beendet Gespräche mit dem SSW

Setzt den SSW unter Druck: Hessens Ministerpräsident Roland Koch

Die CDU in Schleswig-Holstein wird keine Gespräche mehr mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) führen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) warnte den SSW unterdessen davor, eine CDU-geführte Landesregierung zu verhindern.

Schleswig-Holstein

Ärger in der CDU über den SSW wird immer lauter

Die SSW-Spitze: Kleine Partei unter großem Druck

Schleswig-Holsteins Finanzminister weist die Kritik der Union an der Minderheitspartei SSW zurück. Es sei „grotesk“, von einer Verfälschung des Wählerwillens zu sprechen, falls der SSW eine Minderheitsregierung tolerierte.

Regierungsbildung in Kiel

SPD und SSW kommen sich näher in Schleswig-Holstein

Königsmacherin Spoorendonk

„Wir vertrauen uns“, sagte SPD-Ministerpräsidentin Simonis nach einem Sondierungsgespräch über die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung. Derweil schieben sich FDP und CSU die Schuld für die gescheiterte Machtübernahme gegenseitig zu. FAZ.NET-Spezial.

FDP

„Legendenbildung“

Kubicki ist sauer: “Stoiber betreibt Legendenbildung“

Schleswig-Holsteins FDP-Spitzenkandidat Kubicki hat Stoibers Kritik an den Liberalen zurückgewiesen. Seine Partei sei unschuldig am gescheiterten Machtwechsel in Kiel.

Regierungsbildung in Kiel

Die SPD kann nicht ohne Simonis

“Heide“ will Ministerpräsidentin bleiben

Die SPD möchte zwar gerne eine Koalition mit Grünen und SSW eingehen, fühlt sich aber auch in der Lage eine tolerierte Minderheitsregierung zu bilden. Damit hätte sie die CDU in Schleswig-Holstein um den Sieg gebracht.

Regierungsbildung in Kiel

Warnungen, Drohungen und Bedenken

“Den Wählerwillen zu verfälschen“

Der CDU fällt es noch immer schwer, sich von ihren Hoffnungen zu lösen. Aus diesem Grund nimmt sie jetzt den Südschleswigschen Wählerverband ins Visier.

Nach der Wahl

Schröder: „Simonis macht das“

Bei der SPD wird wieder gelacht: Der Kanzler gratuliert Simonis

Nach dem Wahlkrimi in Schleswig-Holstein pocht die Union auf einen Machtwechsel. Für Kanzler Schröder gibt es dagegen keine Zweifel: Simonis bleibt dank der dänischen Minderheit im Amt.

Nach der Landtagswahl

Stoiber kritisiert die FDP, Merkel plädiert für große Koalition

Für Stoiber liegt es auf der Hand: Die FDP hat Schuld

Edmund Stoiber macht vor allem die FDP für den gescheiterten Machtwechsel in Schleswig-Holstein verantwortlich. Die Liberalen hätten sich ohne „Wackeln und Zwischengeräusche“ an die Seite der CDU stellen müssen.

FAZ.NET-Wahlanalyse

Ein verschenkter Wahlsieg

Stimmungen sind keine Stimmen: Angeblich war die Landtagswahl in Schleswig-Holstein schon seit langem entschieden, doch dann kam alles anders. Am Ende verschenkte die FDP den möglichen Wahlsieg von Schwarz-Gelb. Die Wahlanalyse bei FAZ.NET.