21. Dezember 2008 Nach den Vereinigten Staaten hilft auch Kanada dem angeschlagenen Autobauer Chrysler und der Opel-Mutter General Motors mit Milliarden-Summen. Das Land und die Provinz Ontario stellten kurzfristige Kredite im Wert von 3,3 Milliarden amerikanischen Dollar zur Verfügung, sagte Ministerpräsident Stephen Harper am Samstag. Dies entspreche dem kanadischen Anteil von 20 Prozent an der nordamerikanischen Autofertigungskapazität. Mit den Hilfen solle auch ein Abwandern der Industrie aus Kanada verhindert werden.
Zudem werde es Hilfen für Autozulieferer geben. Darüber hinaus werde ein Programm aufgelegt, mit dem Autokäufer an günstige Kredite kommen sollen. Einer Studie zufolge würden bei einem Kollaps von Chrysler, GM und Ford etwa 600.000 Arbeitsplätze in Kanada wegfallen, zumeist in Ontario.
Am Freitag hatte die amerikanische Regierung GM, Ford und Chrysler bis zu 17,4 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. GM und die frühere Daimler-Tochter Chrysler wollen noch vor Jahresende darauf zurückgreifen. Ford will zunächst davon absehen.
Auch in Kanada kann Ford grundsätzlich auf Hilfen zugreifen, nimmt diese bislang aber ebenfalls nicht in Anspruch. Das Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben keine kurzfristige Hilfe, lobte aber das schnelle und abgestimmte Handeln der kanadischen Regierung. Es müsse jedoch noch mehr getan werden, um für langfristiges und nachhaltiges Wachstum in der Autoindustrie zu sorgen.
Der Chef von GM in Kanada, Arturo Elias, begrüßte den Plan. Das Rettungspaket sende ein wichtiges Signal der Stabilität aus. Der Präsident der kanadischen Autobauer-Gewerkschaft, Ken Lewenza, sprach von einer sehr vernünftigen Entscheidung.
Text: FAZ.NET mit Reuters/AFP
Bildmaterial: dpa
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