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Lesermeinungen zum Beitrag
Motivation und Selbstständigkeit
13.03.2008, 17:19
"Was soll ich im Osten, wenn ich doch hier im Westen alles habe?!". Eine Aussage, deren Hintergründe man überdenken sollte, statt die gefühlte Überlegenheit des Westens als Tatsache hinzunehmen.
Wie weit wären westdeutsche Wirtschaftsstandorte wie Frankfurt, Köln oder Hamburg ohne das Know-how, den Einsatz und die Motivation der Ost-Studenten wirklich? Fakt ist, dass mit dem Bevölkerungsschwund im Osten auch das Potential der Region in Form von Human capital abwandert. Von westdeutschen Freunden und Geschäftspartnern höre ich immer wieder, wie gern dort Bewerber aus den neuen Bundesländern gesehen sind. Diese sind flexibler und vor allem motivierter. Tatsächlich ist der Anteil der Beschäftigten aus den neuen Bundesländern häufig fast gleichauf mit dem aus den alten Ländern.
Das Image der Ostarbeiter, und damit meine ich nicht nur Studierte, ist nicht umsonst so positiv. Die Voraussetzungen an den Universitäten sind im Osten oftmals weitaus moderner als an so mancher hochgeschätzer West-Uni. Fakt ist, dass nach der Wende viel Engagement und Geld in den Ausbau der Hochschulstruktur im Osten geflossen ist, wo West-Universitäten sich auf ihrem althergebrachten Ruf ausruhten.
 
@m sextro
12.03.2008, 13:28
Die Wahlergebnisse der ehemaligen SED in den alten Bundesländern und die Beliebtheit gerade bei linken, die sich ja gern als besonders gebildet betrachten, Jugendlichen belegen doch deutlich, daß das Phänomen der Attraktivität und des gewissen Spaßfaktors totalitärer System nicht auf die neuen Bundeslander begrenzt ist.

Außerdem ist es unverständlich, warum ausgerechnet immer die Menschen, welche aus den neuen Bundesländern stammen, hochflexibel sein und Freundeskreis, sowie Familie in der alten Heimat zurücklassen, um der Arbeit etliche hundert Kilometer hinterher zu reisen? Zu einem Auslandsemester sind viele bereit, selbst zu einem Praktukum in irgend einem Slum in Entwicklungsländern lassen sich viele politisch korrekt denkende junge Menschen motivieren, nur für eine Studium an den ebenfalls hervorragenden Hochschulen in den neuen Ländern können sie sich nicht entschließen. Hier geht es nicht um die Lebenswirklichkeit in den neuen Ländern, sondern nur um die Einbildung und die spontane Überheblichkeit vieler junger Menschen, die in ihrem leben noch nie für etwas arbeiten mußten.
 
Kosmetik oder Fortschritt?
11.03.2008, 22:35
Sachsen muss sich schmerzhaft bewusst machen, dass es mittelfristig nicht um ein besseres Image geht, sondern um bessere Verhältnisse. Und auch um Arbeitsplätze, die nach dem Studium zur Verfügung stehen. Es leigt nicht jedem, wenn der Freundeskreis aus dem Studium in Leipzig auf einmal 300, 400 oder 500 Kilometer weit weg entfernt ist, weil man keinen Arbeitplatz in der Leipziger Umgebung bekommt. (oder Dresden etc.)
Weiterhin gibt es einen Unterschied zwischen Ländlichkeit und Landleben und Provinzialität. Provinzialität ist selten etwas für Akademiker, es hat zuviel Elemente aus dem Kontext der geistigen Verblödung.
Der Rechtsradikalismus, gerade in seiner östlichen Spielart ist äußerst unbeliebt bei jungen intellgenten Westdeutschen, denn man fragt sich zurecht: können die nicht ohne Diktatur oder Korsett?
Ich persönlich habe eine Reihe guter Erfahrungen mit Sachsen und in Sachen gemacht, aber eben nicht nur. Die Frage lautet: warum dahin gehen, wenn es zu Hause doch auch alles gibt. Zudem ist aufgrund der geringeren Zahl an jungen Leuten auch im Westen die NAchfrage viel größer als früher, und man gibt sich auch dort viel mehr Mühe.
Sachsen muss die mehr die realität ändern als das Image, dann hat es auch eine Chance.
3 Lesermeinungen
   
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06.10.2008, 22:11
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